Experiment II

Nein, es ist nicht wie angekündigt das Date mit einem nur englisch sprechenden Mann. Es ist etwas, was ich schon lange hätte tun sollen.

Experiment II: Kündigen.

Auf meiner Liste der „Tu-es-doch-endlich-verdammt-Dinge“ stand das schon seit Jahren drauf. Immer so im mittleren Feld. Und eigentlich weiß ich auch genau, seit wann das da steht, nämlich ziemlich genau seit zwei Jahren. Ich musste glücklicherweise nicht mal wirklich kündigen, denn mein Vertrag wird eh auslaufen. Ich habe einen neuen angeboten bekommen und mich dagegen entschieden. Somit ist es eine Fast-Kündigung.

Jeden Tag mit einer akuten Unlust und Demotivation zur Arbeit zu gehen, das kann ich nicht mehr. Niemals wird die Arbeit wertgeschätzt. Immer bekommt man nur den Zeitdruck und den Stress der Oberen mit und ab. Außerdem ist das, was ich den ganzen Tag mache, keine soziale Arbeit. Ich schleuse Leute durch. Aus dem Krankenhaus in andere Kliniken und meistens wird das Wohl der PatientInnen dabei überhaupt nicht ernst genommen. Ich merke die Einstellung und Stimmung im Team. Sie bekommen den Druck und den Anschnauzer von oben. Hauptsache der Patient wird schnell entlassen., Hauptsache ist doch, wir kriegen ihn schnell „weg“. Und am Ende sehe ich, wie genervt meine Kollegen von den PatientInnen sind-weil es „Problempatienten“ sind. Leute mit Keim oder Komorbiditäten. Menschen sind Menschen. Diese Menschen sind zusätzlich auch noch krank, hilflos, etc. Es sollte darum gehen, ihnen zu helfen und nicht darum, genervt von ihnen zu sein.

Es tut gut diese Entscheidung getroffen zu haben. Ich weiß zwar nicht, wie ich mich weiterfinanzieren soll und trotzdem fühle ich mich 100x leichter als vor ein paar Wochen noch. Es ist, als hätte mir jemand eine Last von den Schultern genommen, die ich schon lange mit mir herum getragen habe. Viel zu lange. Einige meiner Kollegen wissen bereits Bescheid. Unterstützen das, freuen sich für mich. Anderen werde ich es erst nächste Woche erzählen. Morgen muss ich meine Entscheidung erst einmal dem Chef mitteilen.

Ich höre das lautlose aufatmen meiner Freunde: Endlich. Sie hat sich für den Weg entschieden, den sie fürchtet. Und hoffentlich ist es auch gleichzeitig ein Schritt in die richtige Richtung. In die des Glückicherwerdens.

 

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Experiment I. Ende.

Das war ein spannendes Wochenende. Während ich die App öffnete, erwartete ich ehrlich gesagt nicht viel. Außerdem fand ich’s schon wieder scheiße, dass ich meine Handynummer und meinen Standort angeben musste. (J. lachte darüber, dass ich so anonym wie möglich geblieben war.) Also wischte ich mich durch hundert Gesichter und bekam jedes Mal einen kleinen Schreck, sobald es hieß: It’s a Match.

Irgendwie fühlte es sich wie etwas verbotenes an. Aber vielleicht war das auch nur meine prüde Angst. Letztendlich kann ich ein Ergebnis meines Experiments liefern: Ich habe ziemlich viel den Kopf geschüttelt (über seltsame Bilder von irgendwelchen Menschen), viel gelacht (über kreative Selbstbeschreibungen) und sogar zwei Leuten geantwortet. Der eine erfüllte das komplette Tinder-Klischee. Der andere ist tatsächlich ganz nett. Und Amerikaner. Und ich kann zwar gut Englisch verstehen, aber einfach nicht sprechen. Jetzt fühle ich mich wie ein Kleinkind, was gerade sprechen lernt. Aber dadurch ist direkt Experiment II entstanden: Sich mit einem Amerikaner treffen und versuchen sich möglichst nicht zum Deppen zu machen.

Nun bin ich wieder deaktiviert in dieser gehypten App. Für mich ist eins klar: Face-to-face Kommunikation ist immer noch schöner als Tinder. Sich irgendwo in einer Bar oder an der Supermarktkasse ansprechen. Keine gekünstelte und gestellte Situation und Atmosphäre aufbauen zu müssen. Man kann sich nämlich nicht so verhalten, als wäre das NORMAL, Leute nach ihrem Aussehen nach links oder rechts zu swipen. Es ist vielleicht normaler geworden für unsere Generation. Aber auch normal kann komisch sein.

Experiment I

Tu‘ immer genau das, wovor du dich fürchtest.

Sagen die Leute immer. Also fange ich jetzt damit an. Genau in diesem Moment. In meinem Bett, am Freitagmorgen. Ich will mehr aus meiner Komfortzone herauskommen. Oft fesselt mich das Gefühl, zu furchtsam zu sein. Und dann habe ich überlegt, was ich eigentlich mache, was man mutig nennen könnte. Mir fiel ehrlich gesagt nicht viel ein. Wir könnten jetzt so argumentieren, dass Mut ja auch immer subjektiv ist. Was ist schon Mut? Eigentlich doch immer nur eins: Über seinen eigenen Schatten springen. Das, was selbst mit Angst verknüpft wird, überwinden. Einen Schritt weitermachen, als man sich eigentlich traut. Die Angst ein bisschen schrumpfen zu lassen.

Mut braucht man in vielen Situationen: Den Job kündigen. Jemanden sagen, wie viele Gefühle man für ihn hat. Alleine reisen. Das Gegenteil davon machen, was vernünftig ist. Apropos: Mut und Vernunft sind häufig ein zerstrittenes Geschwisterpaar. Denn ist es nicht vernünftig die Arbeit zu behalten, die man hat, auch wenn es gar keinen Spaß macht, anstatt sich arbeitslos zu melden? (Ich plädiere hier nicht für Arbeitslosigkeit, nur für Mut, mal das zu tun, was einen glücklicher macht.)
Mut braucht es auch, wenn es darum geht, sich vor anderen zu rechtfertigen. Weil man eben den Job hingeschmissen hat (was sollen denn die Freunde sagen?) oder immer noch keinen Zukunftsplan hat (Omma rauft sich schon die Haare).

Soweit bin ich allerdings noch nicht. Aus meiner sicheren Zone auszusteigen und zu sagen: Komme was wolle, mir egal. Den Job habe ich noch, allerdings steht der auf meiner Experimentenliste weit oben. Überhaupt versuche ich derzeit im meinem Alltag ein bisschen die Augen offen zu halten und Dinge zu erkennen, die ich aus Angst nicht mache, mich aber vielleicht am glücklich sein hindern. (Und ich bin schon immer eine ängstliche Person gewesen.)

Experiment I: Tinder

So, da haben wir’s. Erst plädiere ich lauthals für ein Abmelden aus den sozialen Netzwerken-habe ich ja auch gemacht, bin schon seit langem nicht mehr bei Facebook und Instagram-und dann melde ich mich bei Tinder an. Der pure Horror für mich. Was für Geschichten man überall hört. Tatsächlich, Tinder ist schon sehr Menschen verachtend, 100% oberflächlich und 200% sexualisiert. Trotzdem ist oder war jeder dritte meiner Freunde dort angemeldet. Jeder zweite trifft über die App Leute.

Aber der Zeitraum ist für mich begrenzt. Mein Experiment geht von Freitagmorgen bis Sonntagabend. Ich zwinge mich auch sogar einmal, jemanden nach rechts zu swipen – ich muss ihm ja nicht schreiben/antworten. Vielleicht passiert ja auch einfach gar nichts.

Stereotype

Kordhose und bunte Strickpullis. Dazwischen der ein oder andere Typ im alten Baumwollhemd. Die Schuhe wären sicher von Birkenstock, wenn es denn Sommer wäre. Mein Bruder und ich kommen zu spät zur Veranstaltung. Ich hasse es zu spät zu kommen, weil man sich dann immer erst einmal in einem fremden Raum zurecht finden muss, der voll von Leuten ist, die irgendwelche Plätze belegen. Als wir uns am Tisch niederlassen, schweift mein Blick über all die Gesichter und ich merke: Die Vorurteile haben immer etwas wahres in sich.

Diese ganzen Bio-Fritzen. Diese Ökos mit ihren Korktaschen, Jutebeuteln, Jesuslatschen und Kordmützen. Ein bisschen stimmt es ja auch. All diese Menschen, die hier vor uns sitzen, passen perfekt zu dieser Veranstaltung oder ins Reformhaus. Eine Freundin und ich haben uns in einen Gärtnerhof eingekauft, der bei uns in der Nähe ist und regionales, saisonales Obst und Gemüse liefert. Zu bestimmten Abholstellen, an denen man sich dann die Kisten voll Bio abholen kann. Ab nächster Woche wird es die ersten Kisten geben und ich freue mich sehr darauf etwas für die Umwelt zu tun und regionale Gärtner zu unterstützen.

Innerhalb des letzten Jahres bin ich immer mehr und mehr auf Bio- und regionale Produkte umgestiegen. Mittlerweile gehe ich selten in den Supermärkten einkaufen, sondern viel lieber auf dem Markt oder in die kleinen Bioläden. Ich bin selbst zum Öko-Bio-Fritzen geworden, nur ohne Kordhose und Batikshirts. Dafür aber auch mit dem (überwiegenden) Verzicht auf Plastik und Massenproduktionskonsum. Und die Umstellung auf ökologisches Waschmittel, Shampoo, etc., um auch direkt das Mikroplastik aus dem Wasser rauszuhalten-Der Deutschlandfunk hat mit seinem Podcast sein Ziel erreicht. Nun dürft ihr mich gerne in eine eurer beliebigen Schubladen einordnen. Das habe ich selbst auch schon getan.
Wer sich ebenfalls mit dem Thema Plastik beschäftigt (oder einfach nur mal sehen will, was das Resultat daraus ist), dem empfehle ich die Terra X Doku in der ZDF-Mediathek.

Mit der Kiste wird es sicher noch einmal spannend, denn ab dann kann ich nicht mehr aussuchen was ich kaufe, sondern muss das verwerten, was ich bekomme. Auch wenn es solche Dinge wie Rosenkohl sind, mit denen man mich üblicherweise jagen kann. Aber frisch und von nebenan schmeckt sowieso alles besser. Es ist ja fast wie aus Ommas Garten. Nur kochen muss man selbst.

März

Jetzt ist der März vorüber. Wie lange hatte ich mich auf diesen Monat gefreut. Denn seit dem 01.03. hieß es: Keinerlei Klausuren mehr, keine Vorlesungen und das für einen ganzen Monat. Dann kam die Weisheitszahn-OP, danach die Rückenschmerzen und dann der Mageninfekt, mit Gewichtsverlust, der mich selbst ein bisschen erschreckt hat.

Letztendlich habe ich eins gelernt: Gönn‘ deinem Körper viel Ruhe, wenn er sie braucht. Nicht sofort wieder durchstarten, auch wenn es einen in den Fingerspitzen und Beinen kribbelt. Er dankt es einem. Leider vertrauen heutzutage viel zu wenig Menschen auf das eigene Körpergefühl, allerdings weiß auch nur der, was einem wirklich gut tut. Wenn er nach einer Pause ruft, dann sollte man Pause machen. Essen, wenn es einem gut tut und sich nicht dem Fitness- oder Mager-Wahn der Gesellschaft beugen. (Fitnessarmbänder, Schrittzähler, Schlafapps… Hat doch auch alles ohne funktioniert. Und waren wir da nicht gesünder, als wir es heute sind?)

Eigentlich war ich den ganzen März über lädiert. Umso überraschter bin ich, wie viele Lieblingsmomente ich trotzdem sammeln konnte. Alle meine Planungen vorab konnten eingehalten werden, auch wenn sie durch das dauerhafte Angeschlagen- bis hin zum Kranksein, teilweise sehr anstrengend wurden.

März

 

  • Berlintrip mit Geschichtserkundung und Kultur.
  • Mal wieder ins Theater gehen.
  • Alte Bekannte wieder treffen.
  • Mutig sein. OP überstehen.
  • Frühling genießen. (Der richtige kommt ja hoffentlich bald.)
  • Wanda, Kraftklub und Faber Konzerte.
  • Mal den Nachtzug testen.
  • Wien in ganzer Schönheit erleben.
  • Schlemmen.
  • Einfach mal die freie Zeit genießen.
  • Ruhe gönnen.
  • Sonne tanken.

Ich wünsche euch allen, liebe Menschen und Menschinnen, ganz wunderschöne Ostertage! Der Frühling versteckt sich derzeit ja leider wieder, aber ihr wisst ja, wer ganz fest dran glaubt, … Ansonsten macht man es sich einfach drinnen schön gemütlich. Denkt immer dran: Genießen und ruhig mal das tun, was einem gut tut.

Museumstage [Wien]

Wenn Wien für eines bekannt ist, dann wohl für seine Museen. An jeder Ecke lässt sich, für jeden Geschmack, ein Museum finden. Weltmuseum, Wienmuseum, Kriegsmuseum oder doch lieber die pathologisch-anatomische Sammlung. Wer hier nicht fündig wird, der ist wirklich ein Kulturbanause.

Narrenturm

Der Narrenturm. Endlich wieder ausgepackt. Zumindest fast. Er glänzt in ganz neuer, weißer Farbe. Ja, er strahlt quasi in der Sonne. Es ist schön zu sehen, dass er sich so herausgeputzt hat, im Gegensatz zum letzten Mal. Dafür lohnt es sich noch einmal wiederzukommen. Und auch für die Ausstellung im Inneren. Wer sich ein bisschen für den menschlichen Körper interessiert, der ist hier genau richtig.

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Im unteren Flur kann man sich zwischen den einzelnen Ausstellungsstücken frei bewegen. Nachteil: Man muss selber lesen. Aber man kann sich auch gleichzeitig so viel Zeit lassen, wie man möchte. Derzeit ist der Narrenturm leider nur eingeschränkt zu besichtigen, da die Renovierungsarbeiten im Inneren noch laufen. Dafür gibt’s vergünstigten Eintritt. So viel über Tuberkulose und Rachitis habe ich in so kurzer Zeit bisher noch nicht gelernt.

Die Führung machten wir dann auch direkt noch mit. Die Wiener Medizinstudenten sind flott unterwegs. Die Ausstellung im 1. Stock ist riesig und man könnte hier alleine schon einen ganzen Tag verbringen. Oder mehrere. Außerdem ist das Ambiente der alten psychiatrischen Klinik wirklich ein bisschen gruselig. Aber leider sind die Studenten sehr schnell, erklären zwar sehr viel und alles ist auch sehr anschaulich mit den ausgestellten, eingelegten Körperteilen oder den Wachsnachbildungen, aber dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr Zeit gewünscht. Und ein paar Infos zur Vorgeschichte des Gebäudes. Denn das ist ja das eigentlich spannende.

Der Narrenturm ist etwas schwierig zu finden, wenn man ihn das erste Mal sucht. Direkt auf dem Campus gelegen, versteckt er sich ganz gut. Am Besten man kommt von der Spitalgasse über die Sensengasse die kleine Treppe hinauf.
Der Eintritt liegt bei 6€ (ohne Führung und ohne Ermäßigung).

Heeresgeschichtliches Museum

Das Heeresgeschichtliche Museum… Ja, liebe Leute, da kann ich wirklich nicht viel von erzählen. Sie haben eine tolle Eingangshalle. Der Audioguide ist kostenfrei. Eine Fotoerlaubnis kann man sich für 2€ dazu erwerben. Ansonsten ist der Eintritt mit 4€ ermäßigt wirklich human. Die Ausstellung ist riesig und ich habe leider nur die Hälfte-wenn überhaupt-gesehen.

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Eigentlich nur die Sisi und Franz Zeit und alles vorab. Dann hatte sich mein Audio Guide aufgehangen und ich wusste: Es wird kein guter Tag für mich. Auf den 1. Weltkrieg konnte ich mich leider nicht konzentrieren. Aber ich kann euch sagen: Das Aufsichtspersonal ist unglaublich nett und sehr bemüht einem auch in den schlimmsten Situationen mit einem Witz zur Seite zu stehen. Vielen Dank, falls einer von euch das liest.

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Ich werde sicher noch einmal wiederkommen. Das nächste Mal. Oder übernächstes Mal. Denn immerhin muss ich ja noch den Panzergarten und den 2. Weltkrieg anschauen.

Restaurants,Kaffeehäuser & Hotel [Wien]

Caffe latte

Das Café am Hernalser Gürtel ist wunderbar. Auch letztes Jahr habe ich es schon angetestet und war direkt verliebt. In den wohl weltbesten Cheesecake! Ich kann den Genuss gar nicht in Worte fassen, so lecker ist er. Also musste natürlich auch dieses Jahr wieder einer verzehrt werden. Zusätzlich gab es dann an einem Abend noch leckeren Quinosalat mit Ziegenkäse und Erdäpfellocken. Yummy.

Auch das Ambiente ist sehr nett und der Innenhof bei warmen Tagen sehr wunderbar zu nutzen. Außerdem ist das Personal durchgehend freundlich.

Adresse: Caffe latte, Hernalser Gürtel 43, 1170 Wien

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Cafe Klimt

Direkt am Michaelertor liegt das Café Klimt. Die Sachertorte dort ist ein äußert lecker. Einen Klimt-Shop kann man im Anschluss auch noch besuchen. Das Café ist mehr dem „alten“ Kaffeehausstil angelehnt, allerdings noch lang nicht so gemütlich wie z.B. das Café Sperl. Überhaupt ist das Café Klimt sehr hektisch und touristisch, aber das ist wohl der Lage zu verdanken.

Adresse: Cafe Klimt, Michaelerplatz 2, 1010 Wien

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Restaurant Rebhuhn

Wenn man Siggi Freud einen Besuch abgestattet hat, stolpert man an der Ecke quasi direkt ins Restaurant Rebhuhn. Wer Hunger hat, sollte das auch tun. Das Angebot ist wirklich lecker, vor allem die Käsespätzle sind sehr zu empfehlen.

Adresse: Gasthaus Rebhuhn, Berggasse 24, A-1090 Wien

Hofzuckerbäcker Demel

Es gibt wohl schon sehr lange diesen Streit, woher die Sachertorte eigentlich wirklich kommt. Der Herr, der diese im Hotel Sacher ganz ursprünglich verkauft hat, hat im Demel gelernt und das Rezept am Ende einfach mitgenommen. Nun, egal wer es von den beiden Herren jetzt wirklich war: Eine originale Sachertorte findet man entweder hier im Demel oder im Hotel Sacher. Aber auch sonst gibt es Kuchen und Torten in Massen. Also eigentlich weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Mit gucken und mit essen.

Adresse: K. u. K. HOFZUCKERBÄCKER, CH. DEMEL‘ S SÖHNE GmbH, Kohlmarkt 14, A-1010 Wien

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Hotel Donauwalzer

Gar nicht so weit weg und mit guter Straßenbahnanbindung, befindet sich das Hotel Donauwalzer. Dies ist mein zweiter Aufenthalt dort gewesen und ich war beide Male sehr zufrieden. Die Zimmer sind nicht die modernsten, aber alles ist sehr nett gestaltet. Besonders zu loben ist das Frühstücksbuffet. Einfach klasse, was es für eine Auswahl an Leckereien gibt. Von Marktkäse bis zur selbstgemachten Bärlauchpesto. Die Hotelinhaberin begrüßt Sonntags die Gäste persönlich und fragt, ob alles wünschenswerte vorhanden ist.

Überhaupt gibt es Live-Musik zum Frühstück. Einen Morgen wurden Walzerstunden angeboten und jeden Tag kann man an dem Gewinnspiel teilnehmen: Das Hotel bewerten und gewinnen. Wir ließen uns also am Sonntagmorgen von der Fiaker direkt vom Hotel abholen und bis zum Graben kutschieren. Ein herrlich schöner Start in den Tag.

Adresse: Hernalser Gürtel 27, 1170 Wien, Österreich

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Rund um die Hofburg [Wien]

Der neuste Trend in Großstädten mit vielen Sehenswürdigkeiten sind die Free Walking Touren. Habe ich mir sagen lassen. Ich hatte zwar die Befürchtung, dass es nicht allzu viel Neues für mich rund um die Burg zu sehen gibt, aber dennoch freute ich mich auf das Wienerische. Leider Fehlanzeige. Die Dame war Polin und hatte keinerlei österreichischen Akzent. Dennoch machten wir uns mit der Gruppe auf den Weg. Start war der Albertina Platz an der Staatsoper. Das tolle an den Free Walking Touren ist, dass man jeder Zeit aussteigen kann und am Ende so viel gibt, wie man für richtig hält. Wir begleiteten die Gruppe für die gesamten 2,5 Stunden.

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Es war zwar sonnig, aber dennoch ziemlich kalt. Auf dem Albertina Platz lernten wir dann direkt auch erst einmal was über die Grundmauern der Stadt und die Staatsoper, die von den Österreichern zuerst gehasst wurde und dann, nach der Zerbombung, doch wieder genau so aufgebaut wurde. Weiter ging es Richtung Palmenhaus. Wieder haben wir es nicht geschafft, hier einen Kaffee trinken zu gehen. Durch den Garten, an all den Denkmälern vorbei. Bei Mozart verweilten wir dann etwas länger.

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Richtung Heldenplatz, ein paar neue Infos über Sissi und Franz, den Knabenchor, den es schon lange in der Hofburg gibt und in dem selbst Falco damals sang. Wir schlängelten uns durch die riesigen Tore der Burg, bis hin zur Hofreitschule. Die allerdings für eine einzelne Besichtigung dann doch etwas zu teuer war.

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Zum Abschluss erfuhren wir noch einiges über die Sachertorte und das Cafe Demel. Dann ging es über den Kohlmarkt durch den Graben bis zum Stephansdom. Hier endete die Tour.

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Wir waren total durchgefroren, aber dennoch mit ein bisschen mehr Wissen als vorab. Vor allem die uralten Toiletten mussten wir dann noch testen. Hätten wir die Tour nicht mitgemacht, hätten wir das wahrscheinlich nie mitbekommen. Diese hübschen, alten, öffentlichen Toiletten, direkt unter dem Graben.

Sightseeing [Wien]

Wer bereits in dieser Stadt war, der weiß, dass man sich die Sehenswürdigkeiten, die man eigentlich schon 20x gesehen hat, ruhig auch noch ein weiteres Mal anschauen kann. Denn irgendwie ist es ja doch immer anders. Die Sonne steht anders, es sind andere Menschen unterwegs, mal mehr mal weniger. Aber eins ist immer gleich: Die Schönheit, der Prunk und Protz dieser Stadt.

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Rathaus & Burgtheater

Für mich immer noch einer der Orte, an denen ich erkannt habe, wie viel Liebe und Ehrfurcht diese Stadt verdient. Da steht man auf diesem Platz zwischen diesen zwei großartigen Gebäuden: Das Burgtheater und das Rathaus. Eigentlich kann man sich auch direkt in die Mitte stellen und den ganzen Tag nur von links nach rechts wenden, um zu staunen. Im Frühling lädt der Volksgarten nebenan zum Schlendern und Verweilen ein. Ende März war allerdings vom Frühling leider noch nicht viel zu bemerken.

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Heldenplatz & Nationalbibliothek

Ein Stückchen weiter, direkt durch den Volksgarten hindurch geschlendert, landet man unvermeidlich auf dem Heldenplatz. Zu lange darüber nachdenken, was sich hier damals abgespielt hat, sollte man jedoch nicht, denn dann möchte man eigentlich nur noch schnell weitergehen. Aber jetzt, wo die Nationalbibliothek in dem riesigen Gebäude schon seit 650 Jahren wohnt, konzentriert man sich lieber auf das Ambiente und die Größen der Gebäude.

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Lie

  • Auf den Spuren der Geschichte.
  • Staunen im Mittelpunkt der Stadt.

Das taugt mir. [Wien]

Nightjet ÖBB

Es ist ein bisschen wie damals auf Klassenfahrt. Sachen zusammengestopft und nachts auf Reisen gegangen. In ein winzig kleines Abteil des Nachtzugs der ÖBB. Die Deutsche Bahn hat ihre Nachtzüge ja schon vor einiger Zeit abgeschafft. Die ÖBB ist aber auch eine starke Konkurrenz. Es ist schon etwas komisch, sich auf die unbequemen Liegen zu legen und zu hoffen, dass man nicht von oben nach unten im Schlaf hinunterfällt. Allerdings ist die Sorge wirklich unbegründet, denn eigentlich kann man wegen der ganzen Geräusche und des andauernden Gewackels eh nicht schlafen. Also höchstens ein paar Stunden. Morgens früh bringt der Schaffner dann jedoch noch ein kleines Frühstück „ans Bett“. Wer früh genug bucht, bekommt ein 4er Liegeabteil schon für ca. 80€. Einmal im Leben muss man das gemacht haben.

Wien

Diese außerordentlich schöne Stadt Wien. Herrlich ist es wieder hier zu sein. Bezaubernd und das obwohl alles Grau ist und irgendwie auch ganz schön kalt. (Vielleicht ist das auch nur der Schlafmangel.) Im Hotel können wir so früh noch nicht einchecken und somit gebe ich den Reiseleiter und lege unsere Tagesroute fest. Ein bisschen umherwandern und genießen steht an erster Stelle.

Das Museum hat ebenfalls noch geschlossen. Also schauen wir uns im 9. Bezirk etwas näher um. Auch hier komme ich aus dem Staunen nur langsam wieder raus. Die Häuserfassaden, die kleinen Gassen und selbst die breiten Straßen, alles ist einfach nur wunderschön. Wien ist wieder rausgeputzt bis zum geht nicht mehr.

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Der Donaukanal liegt direkt um die Ecke. Selbstverständlich schlendern wir auch hier ein bisschen entlang und werfen dann noch einen Blick auf einen der vielen Flaktürme, die noch immer in Wien stehen und irgendwie nicht so recht hineinpassen wollen in diese Stadt. Plump und unverschnörkelt, ohne Zierde und ganz braun. Aber auch das hat irgendwie was. Es gehört schließlich auch zur Geschichte dazu.

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Sigmund Freud Museum

Wir alle haben in irgendeiner Weise mit Sigmund Freud zu tun. Der bekannteste Grundsteinleger für die Psychoanalyse. Da haben wir nicht lange gezögert und uns in die Berggasse 19 aufgemacht. Schon nach dem Drücken des Klingelknopfes hätte es mich nicht gewundert, wenn mir Prof. Dr. Freud höchstpersönlich aufgemacht hätte. Der Eintritt ist etwas hoch, im Vergleich zu anderen Museen, dennoch kann man sich das ganze gut und gerne einmal ansehen.

Zum Beispiel ist es ja auch ziemlich cool im Warte- und Arbeitszimmer herumzulaufen. Die alten Möbel zu betrachten. Noch einmal ganz vieles neues über ihn zu lernen. Nicht nur über ihn, sondern auch über seine Tochter, die ja direkt in seine Fußstapfen getreten ist. Es war sicher keine einfache Zeit damals, gerade für Freud als Jude. Vor allem dann, als sie aus Wien fliehen mussten. Eine spannende Zeitreise kann man hier auf jeden Fall erleben.

Prater

Lieber guter Himmelsvater
einmal möcht ich noch im Prater
fahren mit der Grottenbahn
und möchte am Ringelspiel mich drehen
die Wiener Madln sehen

-Wanda: Ein letztes Wienerlied

Der Prater. Man kann einiges über ihn sagen. Letztes Jahr war ich am 1. Mai dort und wurde von Menschen überrannt, denn der 1. Mai ist auch in Österreich Feiertag und das zeigen die Wiener gerne. Besonders schön blieb er mir da nicht in Erinnerung. Doch dieses Jahr, fast ein Jahr später, war alles anders. Der Prater war ausgestorben. Es war fast ein bisschen gruselig. Die Fahrgeschäfte dudelten vor sich hin und es war fast kein Mensch zu sehen. Treibt man sich nicht unbedingt direkt am Praterstern herum, wo sich der Rummel befindet, ist der folgende Park eigentlich ganz tauglich für einen erfrischenden Spaziergang. Laufen kann man zumindest bis unendlich.

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Kunsthaus & Hundertwasserhaus

Auch hier war ich letztes Jahr schon einmal. Stand vor diesen wunderschönen Häusern in der Sonne und war begeistert von den Farben, der interessanten Gestaltung und der Kombination mit der Natur. Dieses Jahr wirkte es ganz anders. Auch sehr schön, aber ein bisschen weniger fröhlich. Die Sonne hat leider ein bisschen gefehlt. Hinzu kam der Schlafmangel. Dennoch: Hundertwasser ist einfach ein begnadeter Künstler gewesen. Das Fernwärmewerk in Wien wurde ebenfalls von ihm gestaltet. Welche Stadt kann sowas noch von sich behaupten?

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Lie

  • Nachtzug fahren.
  • Endlich wieder in der Lieblingsstadt schlendern.
  • Siggi Freud besuchen.
  • Neue Bezirke erkunden.
  • Kunst und Kultur.