Pfänder & Konstanz [Bodensee]

Nun folgt noch der letzte Eintrag. Zum Ende unserer Reise hin fiel uns fast schwer, auszuwählen, was wir machen wollten. Zumal wir nicht allzu viel Zeit hatten. Also wurde kurzer Hand entschlossen nach Österreich zu fahren. Dieses Länder Dreieck (fast Sechseck) ist hier unten einfach herrlich. Kaum ist man in der Schweiz oder in Österreich und schon sprechen auch die Leute ganz anders.

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Im Auto ist der Weg am Bodensee entlang wesentlich entspannter als mit dem Rad. Wir konnten also fast alles, was wir den Tag vorher nur so halb wahrgenommen hatte, noch einmal genauer begutachten. Im Schnelldurchlauf. Dann ging es nämlich schon über die Grenze und hinauf auf den Pfänder.

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Dieser Weitblick ist einfach gigantisch. Obwohl der „Berg“ noch nicht einmal sehr hoch ist (kleiner als der Brocken!), konnten die echten Berge angeschaut werden und der Bodensee lag uns zu Füßen. Es war super voll hier oben. Menschen tummelten sich aneinander. Wäre es etwas ruhiger gewesen, hätten wir sicher noch ein bisschen mehr Zeit hier verbracht. So schauten wir noch einmal kurz in den kostenfreien Wildpark und sagten den Mufflons hallo.

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Nach einem kleinen Snack und späterem Käsekauf am Käsomat, ging es dann auch schon wieder Richtung Deutschland zurück. Die Fahrt nach Konstanz zog sich ewig. Konstanz war ein einziger Stau. Und auf dem Parkplatz erst nach 10 Runden drehen etwas frei. Unsere Laune war im Keller.

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Aber dennoch: Auch wenn wir keine Lust mehr hatten in Konstanz überfüllte Innenstadt, saßen wir einfach ein bisschen am Rhein mit D, den wir hier treffen wollten, und aßen Kuchen. Auch das ganz sehr nett sein.

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Radfahren rund um den Bodensee

An der Ostsee, oben im Norden, da kann man Rad fahren bis zum Abwinken. Da gibt es keine Berge und die Kilometer fliegen nur so dahin. Eigentlich machen wir das immer so. Wenn wir an der See sind oder auf einem Kurztrip unterwegs, dann leihen wir uns Räder und radeln los. Fehmarn, Rügen, Fischland, Zingst, Laboe, usw., alles schon abgeradelt. Also dachten wir uns auch dieses Mal: Drahtesel leihen und los. Bietet sich der See doch gut für an. Aber Wasser ist nicht gleich Wasser und der Süden nicht der Norden.

Von Bodman starteten wir direkt bergauf. Das einzige beruhigende war, dass selbst die Rennradler fix und fertig aussahen. Der Berg zog sich. Nach jeder Kurve dachte man, dass die Qual doch nun endlich zu Ende sein müsste. Sie endete auch, aber eben erst nach 4km. Nie war Radfahren so anstrengend. Schon komplett k.o. ging es dann ja eigentlich erst richtig los.

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Quelle: Google Maps

Der Radsport ist hier hoch im Kurs. Man fährt eigentlich immer in einer Karawane mit anderen Leuten. Leider führt der Weg (nachdem man auf der Straße rumgeeiert ist) immer weiter an der Straße entlang. Es ist ziemlich laut und den See sieht man sehr, sehr lange nicht mehr. Aber irgendwann, kurz vor Wallshausen, wird alles anders. Der Radweg wird freundlicher. Irgendwann taucht auch See wieder auf. Und dann plötzlich die Insel Mainau. Erkennbar nur daran, dass 1 Millionen Menschen versuchen sich eine Karte für die Blumeninsel zu kaufen. Eigentlich sah unser Ziel genau so aus. Auf die Insel und Blumen gucken. Pustekuchen. Viel zu viel los und viel zu teuer befanden wir und fuhren einfach weiter.

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Meersburg ganz klein.

In einem Restaurant kurz vor Staad machten wir einen Halt, blickten aus Wasser und wollten nie wieder aufstehen. Spätestens jetzt waren wir vollkommen am Ende, dabei hatten wir nicht mal die Hälfte des Weges. Die Kaputtheit war allerdings auch der Sonne geschuldet, die ballerte nämlich ordentlich. In Staad ging es dann mit der Fähre nach Meersburg. Anhalten und umgucken war nicht drin. Wir wollten den Weg möglichst schnell hinter uns bringen. Dabei begann hier, zwischen den Weinbergen und Burgen, der schönste Teil der Strecke.

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Kleines Meer

Den Rest des Weges nahm ich gar nicht mehr richtig wahr. Ab und zu blitzte der See durch oder er lag in voller Größe zu Füßen. Die Obstplantagen verströmten ihre Pollen, die Weinberge sahen vom Winter noch ganz kahl aus. Am Ende ging es dann noch durch die kleinen Orte, die wirklich wunderschön waren. Wäre ich nicht so kaputt gewesen, hätte ich eine Erkundungstour gestartet. Aber mittlerweile war es schon später Nachmittag und noch kein Ende in Sicht. Sipplingen, Überlingen, selbst die Namen waren amüsant.

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60km geschafft. Es war eine Herausforderung. Dennoch können wir alle sagen, dass es eine schöne war. Mit vielen kleinen Orten, die verzaubert haben. Nicht umsonst fahren hier so viele Leute Fahrrad. Die meisten allerdings mit E-Bike (was für mich immer ein bisschen schummeln ist).

Premiumwanderweg Seegang [Bodman Bodensee]

Premiumwanderwege gibt es auch bei uns in der Nähe. In Hessen nämlich. Da haben wir schon einige durchlaufen und abgewandert. Zum Beispiel jedes Jahr zur Kirschblüte, das ist einer meiner Lieblingswege. Auch in Bodman (oder eher rund um Bodman herum) gibt es einen Premiumwanderweg. Die Marienschlucht ist leider schon seit längerer Zeit gesperrt-wäre sicher schön gewesen. So begnügten wir uns damit die „heimatliche“ Umgebung zu erkunden. Das hat auch seine Vorteile, zum Beispiel, dass man direkt von der Haustür aus loslaufen kann.

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Bodman in Blüte.

Überall blüht und sprießt es. Die Obstplantagen mit ihren weißen Blütenmeer und die Wiesen voller Butterblumen. Umso höher wir kommen, desto schöner wird die Aussicht. Auf den Bodensee z.B. und auf das kleine schnuckelige Bodman.

Der Weg führt zur Burgruine hinauf, durch schattige Serpentinengelände. Einmal durch den Wald, direkt am Bärlauch vorbei. Da liegt die Burg ganz versteckt zwischen den Bäumen und wartet seelenruhig bis wir endlich bei ihr ankommen und auf Entdeckungstour gehen. Die alten Mauer bieten ein schönes Ambiente und tolle Aussichten auf den See und das Kloster.

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Alte Mauern erzählen eine Geschichte.

Richtig gefreut hatten wir uns auf die Bisons. Aber die weiten Wiesen waren wie leer gefegt. Der Flyer hatte einfach zu viel versprochen. Dennoch ist der Weg hier hoch einen Abstecher wert. Wer mag kann in der Bison-Stube einkehren oder einfach die unendliche Weite und die damit einhergehende Ruhe der Wiesen genießen, bevor es dann wieder bergab Richtung Kloster geht. Dieses wird noch genutzt und hat im Gegensatz zur Burgruine keine großen Aussichten in petto. Für einen kleinen Zwischenstopp ist das ganze aber trotzdem ganz nett. Auf steilen, kurvenreichen Wegen geht es dann wieder hinunter in den Ort.

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Das Kloster ganz klein, der See ganz groß.

Hier wartet die Tapasbar direkt am Seeufer mit einem leckeren Essen auf uns. Und natürlich ein Eis zur Belohnung. (Ob da die geschaffte Wanderung oder das leckere Essen belohnt wird, lassen wir mal außen vor.) Genießen und Schlemmen ist hier zumindest garantiert.

Weil noch ein halber Tag vor uns liegt und das Wasser einfach wunderbar lockt, kramen wir die Paddel des Ruderboots aus und los geht die Fahrt. Einmal bis zum Naturschutzgebiet und weiter bis zum Hafen von Bodman. Bootfahren ist die pure Entspannung. Vor allem wenn jemand anderes (in diesem Fall mein Bruder) rudert und die Sonne einem den Körper wärmt. Das leise Plätschern des Wassers und das Rufen der Vögel sind die schönste Melodie. Wir waren übrigens die einzigen mit einem RUDERboot. Alle anderen hatten Motor- oder Segelboote. Jeden Abend und manchmal auch früh morgens vor dem Bäckerweg zog es mich noch einmal zurück an den Steg. Nur um zu gucken, wie der See so aussah. Lag er im Nebel? War er in Rosé getaucht? Oder zeigte er sich einfach ganz Blau?

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Vielfältig wie ein Chamäleon.

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  • Wanderung durch die Natur.
  • Butterblumenwiesen und Bärlauchfelder.
  • Schlemmen am Ufer.
  • Bootsnachmittag voller Genüsse.

Stein am Rhein [Schweiz]

Noch nicht genug schweizer Luft geschnuppert, also ging es nach dem Bergabstecher noch zu einem meiner bisherigen Lieblingsorte in der Schweiz. Wenn ich das so sage, fällt mir das gar nicht so leicht einen auszusuchen, denn eigentlich ist fast jede Ecke dieses Landes wunderschön. Vor zwei Jahren hatte ich meinem Bruder erzählt, dass das Gras hier grüner ist. Ob ich das wirklich so meinte oder eben als Metapher, weiß ich gar nicht mehr. Ich konnte mich an diesen Satz sowieso nicht mehr erinnern, aber mein Bruder bestätigte die Aussage. Er wurde ebenfalls Fan. Nicht nur vom Säntis, auch von Stein.

Dieses Mal hatte ich ein bisschen mehr Zeit um durch die Gässchen des Ortes zu marschieren. Wir gönnten uns sogar einen Kaffee plus Kuchen direkt auf dem Marktplatz. Von hier aus konnte man sowohl das bunte Treiben beobachten, als auch die wunderschöne „Hauptstraße“ mit den uralten Fachwerkhäusern und deren bunten Fassaden.

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An einen Ort zurück zu kehren, an dem man schon einmal gewesen war, ist immer aufregend. Hat man noch immer alles genau so in Erinnerung? Gibt es den kleinen Laden noch, in dem man die leckere Schokolade gekauft hat? Stellt sich das wohlige Gefühl einer Erkundungstour wieder ein? Alle Antworten sind hier mit einem Wort zu beantworten: Ja. Alles war genau wie damals, genau so schön. Die Schokolade habe ich mir gleich noch einmal gekauft (doppelt, damit sie länger hält) und auch das Entdeckergefühl keimte wieder auf.

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Endlich wurden auch einmal die Nebengassen durchstromert und ein bisschen am Rhein verweilt. Der dicke, mächtige Fluss. Ich bekam ein bisschen Sehnsucht nach dem Mississippi. Diese Sehnsucht schob ich aber schnell wieder beiseite, denn hier am Rhein zu stehen und auf den breiten Fluss zu sehen, das schnell vorbei fließende Wasser zu beobachten und einfach ein bisschen abzuschalten lud alle meine Energieakkus wieder auf. Lasst mich ruhig noch ein bisschen hier stehen… Ich komm‘ gleich nach.

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Lie

  • Käffchen und Kuchen im Gewusel.
  • Bunte Häuschen bestaunen.
  • Eine Stadt so alt wie etliche Leben.
  • Breiter Fluss mit Erholungsfaktor.

Säntis [Schweiz]

Die Schweiz war schon immer eins meiner favorisierten Länder im Süden. Alles ist ganz aufgeräumt, es gibt urige Häuser und viele glückliche Kühe auf den Wiesen. Nur leider ist die Schweiz verhältnismäßig teuer. Zürich ist zwar immer ein Abstecher wert, jedoch einfach nicht bezahlbar. Dafür gibt es jedoch andere Orte, die immer wieder eine Reise wert sind. Mit dem Säntis zum Beispiel hatte ich noch eine Rechnung offen. Letztes Mal (vor zwei Jahren im Spätsommer) hat er sich nicht unbedingt von der schönsten Seite präsentiert: Wolkenverhangen. Man konnte einfach überhaupt nichts sehen.

Dieses Mal war aber alles anders. Alleine die Fahrt zum Säntis ist jedes Mal wunderschön. Hier ist die Welt einfach noch in Ordnung. Es gibt nichts, was auch nur annähernd stört. Da sind die Berge im Hintergrund, die Wiesen im satten Grün und die Kühe grasen vor sich hin. Schon vom Bodensee aus kann man die Berge sehen. Eigentlich ist das ja mein heimliches Ziel gewesen. Sobald ich Berge sehe, blüht mein Herz auf.

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Nach einer ca. 2 Stündigen Fahrt (ohne Vignettenstraße) ist man dann auch am Säntis angekommen. Mit der Seilbahn geht es für 25€ (Ermäßigte) oder 38€ (Erwachsene ab 16 Jahren) den Berg hinauf und später wieder hinunter. Ich konnte leider niemanden dazu gewinnen wieder hinunter zu laufen. Die Fahrt hinauf ist immer schon ein kleines Highlight. Es schwankt und ruckelt und plötzlich ist da diese atemberaubende Aussicht auf der einen Seite und auf der anderen Seite fürchtet man stets gegen die Bergwand zu fahren. Das scheint aber normal zu sein. Direkt am Fuß des Berges lag noch ein bisschen Schnee. Oben verschlimmerte sich der Winter noch etwas, hielt sich aber in Grenzen.

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Dann tritt man also aus der Glastür heraus, direkt auf die Terrasse. Was sieht man? Strahlend blauer Himmel, Bergketten die aussehen wie gemalt, Schnee und 6 Länder. Ja wirklich: Schweiz, Österreich, Deutschland, Lichtenstein, Frankreich, Italien. Man kann bei guten Wetter bis in den Schwarzwald hineinschauen. Der Bodensee erstreckt sich ebenfalls in voller Größe in der Ferne, genau wie der Züri See und der Seealpsee. Selbst eine Richtung hätte mir schon als Ausblick gereicht, aber jede Richtung hat eine kleine Besonderheit. So verbrachten wir sehr viel Zeit mit stehen und gucken.

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Aus dem Staunen kam ich gar nicht mehr hinaus. Diese Ruhe hier oben (ausgenommen der heulende Wind) und dieses Panorama. Wie sehr ich Berge mag, wurde mir hier noch einmal verdeutlicht. Ich liebte es hier. An der Aussicht veränderte sich eigentlich überhaupt nichts und trotzdem wurde es einfach nicht langweilig.

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Unten wieder zurück packten wir unsere Käsebrote aus und machten ein Picknick. Dann ging es noch auf einem kleinen Rundweg (25 Min.) spazieren, um sich die Beine zu vertreten und den Berg noch ein bisschen anzustarren. Hier wurde es allerdings ein bisschen heimtückisch. Wir liefen und liefen auf der teilweise dicken Schneeschicht, bis plötzlich meine Mutter im Schnee versank. Erst da wurde uns bewusst, dass hier an manchen Stellen noch bis zu einem Meter Schnee lag und auch im Frühling noch Winter ist.

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Lie

  • Glückliche Kühe sehen.
  • Berge anstarren.
  • Säntis Panorama.
  • Sechs-Länder-Aussicht.
  • Seilbahnfahrt mit Abenteuer.

Bodman [Bodensee]

Nach fast 2 Jahren südlicher Abstinenz geht es für mich endlich wieder in den Urlaub nach Süddeutschland (und in die Schweiz und nach Österreich). Die Autofahrt runter in den Süden haben wir uns alle etwas tragischer und länger vorgestellt. Umso vergnügter waren wir, als wir nach 6 Stunden ankamen. Nur Stutti war natürlich umgeben von Stau.

Der Süden hat eine ganz besondere Wirkung. Hier sind die Kulturen ganz anders, als bei uns im Norden. Die Menschen sind offener, betreiben mehr Smalltalk und quatschen einfach jeden an. Für uns Norddeutschen ist das immer eine Umstellung, aber dennoch fügen wir uns schnell. Am Ende merkt man nur noch den Dialektunterschied. Letzten Donnerstag ging die Reise also los. 4 Tage Bodensee mit allen drum und dran. Auch hier hatte ich direkt wieder eine Premiere: Eine Wohnung über Airbnb zu buchen. Ich weiß, viele schimpfen darüber (gerade in Amsterdam, Barcelona oder Rom), aber ein Hotel wäre einfach zu teuer gewesen. Außerdem hatte der nette Herr eine Schwimmbadmitbenutzung und ein Ruderboot angepriesen. Also nichts wie hin da!

In Bodman ist die Welt noch in Ordnung. Nach einer sechstündigen Fahrt muss man sich erst einmal noch ein bisschen die Beine vertreten. Also erkundeten wir den Ort, der ziemlich touristisch ist, aber dennoch sehr schön. Wir hatten Glück, denn die Saison hatte noch nicht begonnen und die Gäste, die über den ersten Mai anreisten, kamen erst am Samstag/Sonntag. Perfekt also, um Bodmans Ruhe zu genießen. Entlang der Promenade des Bodensees gibt es schon einiges zu sehen: Hauptsächlich stößt man schnell auf die Touristinfo und auf zahlreiche Cafés, Restaurants und den Dorfladen. Direkt an der Touriinfo verbrachten wir dann doch ein bisschen Zeit. Nicht weil wir so viele Fragen hatten, sondern weil direkt davor ein Mammutbaum wächst. Gigantisch pompös ragt er seelenruhig in den Himmel hinauf.

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Mammutbäume sind meine absoluten Lieblingsbäume. (Daher muss ich auch unbedingt mal in den Redwood Forest in den USA.) Aber nicht nur Bäume gibt es hier zu bestaunen. Die eigentliche Schönheit, weswegen wir herkamen, war doch eigentlich das kleine Meer: Der Bodensee. Er glitzerte unfassbar schön in der Sonne. Man musste sogar ein bisschen die Augen zusammen kneifen, um etwas zu erkennen. Der Himmel änderte sich allerdings gefühlt alle 30 Sekunden. Wenn man die Augen noch weiter zusammenkniff, konnte man vielleicht das Ende des Sees erahnen – ist natürlich kompletter Humbug. Der ist einfach viel zu riesig. Ein kleines Meer eben.

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Ein weiteres Highlight bei diesem Spaziergang wurde durch Zufall entdeckt. Wir schlenderten also an der Promenade entlang und schauten, wohin uns die Füße trugen. Am Ende kamen wir im Schlossgarten an. Den durchstöberten wir dann auch direkt. Es ist zwar nur ein „kleiner“ Teil des Gartens begehbar, weil der Rest noch von der Familie genutzt wird, aber dennoch gab es wunderschöne Ausblicke, Wildblumenwiesen, Bärlauchfelder, selbstfahrende Rasenmäher und eine urig eingewachsene Kapelle. Es war ein bisschen wie im Märchen.

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Zurück ging es dann, endlich ausgelastet nach der Fahrt, wieder an der Promenade entlang direkt in die Ferienwohnung Seegarten. Da wurde selbstredend erst einmal geschaut, wo das Schwimmbad und das Ruderboot zu finden waren.

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Museumstage [Wien]

Wenn Wien für eines bekannt ist, dann wohl für seine Museen. An jeder Ecke lässt sich, für jeden Geschmack, ein Museum finden. Weltmuseum, Wienmuseum, Kriegsmuseum oder doch lieber die pathologisch-anatomische Sammlung. Wer hier nicht fündig wird, der ist wirklich ein Kulturbanause.

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Der Narrenturm. Endlich wieder ausgepackt. Zumindest fast. Er glänzt in ganz neuer, weißer Farbe. Ja, er strahlt quasi in der Sonne. Es ist schön zu sehen, dass er sich so herausgeputzt hat, im Gegensatz zum letzten Mal. Dafür lohnt es sich noch einmal wiederzukommen. Und auch für die Ausstellung im Inneren. Wer sich ein bisschen für den menschlichen Körper interessiert, der ist hier genau richtig.

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Im unteren Flur kann man sich zwischen den einzelnen Ausstellungsstücken frei bewegen. Nachteil: Man muss selber lesen. Aber man kann sich auch gleichzeitig so viel Zeit lassen, wie man möchte. Derzeit ist der Narrenturm leider nur eingeschränkt zu besichtigen, da die Renovierungsarbeiten im Inneren noch laufen. Dafür gibt’s vergünstigten Eintritt. So viel über Tuberkulose und Rachitis habe ich in so kurzer Zeit bisher noch nicht gelernt.

Die Führung machten wir dann auch direkt noch mit. Die Wiener Medizinstudenten sind flott unterwegs. Die Ausstellung im 1. Stock ist riesig und man könnte hier alleine schon einen ganzen Tag verbringen. Oder mehrere. Außerdem ist das Ambiente der alten psychiatrischen Klinik wirklich ein bisschen gruselig. Aber leider sind die Studenten sehr schnell, erklären zwar sehr viel und alles ist auch sehr anschaulich mit den ausgestellten, eingelegten Körperteilen oder den Wachsnachbildungen, aber dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr Zeit gewünscht. Und ein paar Infos zur Vorgeschichte des Gebäudes. Denn das ist ja das eigentlich spannende.

Der Narrenturm ist etwas schwierig zu finden, wenn man ihn das erste Mal sucht. Direkt auf dem Campus gelegen, versteckt er sich ganz gut. Am Besten man kommt von der Spitalgasse über die Sensengasse die kleine Treppe hinauf.
Der Eintritt liegt bei 6€ (ohne Führung und ohne Ermäßigung).

Heeresgeschichtliches Museum

Das Heeresgeschichtliche Museum… Ja, liebe Leute, da kann ich wirklich nicht viel von erzählen. Sie haben eine tolle Eingangshalle. Der Audioguide ist kostenfrei. Eine Fotoerlaubnis kann man sich für 2€ dazu erwerben. Ansonsten ist der Eintritt mit 4€ ermäßigt wirklich human. Die Ausstellung ist riesig und ich habe leider nur die Hälfte-wenn überhaupt-gesehen.

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Eigentlich nur die Sisi und Franz Zeit und alles vorab. Dann hatte sich mein Audio Guide aufgehangen und ich wusste: Es wird kein guter Tag für mich. Auf den 1. Weltkrieg konnte ich mich leider nicht konzentrieren. Aber ich kann euch sagen: Das Aufsichtspersonal ist unglaublich nett und sehr bemüht einem auch in den schlimmsten Situationen mit einem Witz zur Seite zu stehen. Vielen Dank, falls einer von euch das liest.

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Ich werde sicher noch einmal wiederkommen. Das nächste Mal. Oder übernächstes Mal. Denn immerhin muss ich ja noch den Panzergarten und den 2. Weltkrieg anschauen.

Restaurants,Kaffeehäuser & Hotel [Wien]

Caffe latte

Das Café am Hernalser Gürtel ist wunderbar. Auch letztes Jahr habe ich es schon angetestet und war direkt verliebt. In den wohl weltbesten Cheesecake! Ich kann den Genuss gar nicht in Worte fassen, so lecker ist er. Also musste natürlich auch dieses Jahr wieder einer verzehrt werden. Zusätzlich gab es dann an einem Abend noch leckeren Quinosalat mit Ziegenkäse und Erdäpfellocken. Yummy.

Auch das Ambiente ist sehr nett und der Innenhof bei warmen Tagen sehr wunderbar zu nutzen. Außerdem ist das Personal durchgehend freundlich.

Adresse: Caffe latte, Hernalser Gürtel 43, 1170 Wien

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Cafe Klimt

Direkt am Michaelertor liegt das Café Klimt. Die Sachertorte dort ist ein äußert lecker. Einen Klimt-Shop kann man im Anschluss auch noch besuchen. Das Café ist mehr dem „alten“ Kaffeehausstil angelehnt, allerdings noch lang nicht so gemütlich wie z.B. das Café Sperl. Überhaupt ist das Café Klimt sehr hektisch und touristisch, aber das ist wohl der Lage zu verdanken.

Adresse: Cafe Klimt, Michaelerplatz 2, 1010 Wien

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Restaurant Rebhuhn

Wenn man Siggi Freud einen Besuch abgestattet hat, stolpert man an der Ecke quasi direkt ins Restaurant Rebhuhn. Wer Hunger hat, sollte das auch tun. Das Angebot ist wirklich lecker, vor allem die Käsespätzle sind sehr zu empfehlen.

Adresse: Gasthaus Rebhuhn, Berggasse 24, A-1090 Wien

Hofzuckerbäcker Demel

Es gibt wohl schon sehr lange diesen Streit, woher die Sachertorte eigentlich wirklich kommt. Der Herr, der diese im Hotel Sacher ganz ursprünglich verkauft hat, hat im Demel gelernt und das Rezept am Ende einfach mitgenommen. Nun, egal wer es von den beiden Herren jetzt wirklich war: Eine originale Sachertorte findet man entweder hier im Demel oder im Hotel Sacher. Aber auch sonst gibt es Kuchen und Torten in Massen. Also eigentlich weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Mit gucken und mit essen.

Adresse: K. u. K. HOFZUCKERBÄCKER, CH. DEMEL‘ S SÖHNE GmbH, Kohlmarkt 14, A-1010 Wien

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Hotel Donauwalzer

Gar nicht so weit weg und mit guter Straßenbahnanbindung, befindet sich das Hotel Donauwalzer. Dies ist mein zweiter Aufenthalt dort gewesen und ich war beide Male sehr zufrieden. Die Zimmer sind nicht die modernsten, aber alles ist sehr nett gestaltet. Besonders zu loben ist das Frühstücksbuffet. Einfach klasse, was es für eine Auswahl an Leckereien gibt. Von Marktkäse bis zur selbstgemachten Bärlauchpesto. Die Hotelinhaberin begrüßt Sonntags die Gäste persönlich und fragt, ob alles wünschenswerte vorhanden ist.

Überhaupt gibt es Live-Musik zum Frühstück. Einen Morgen wurden Walzerstunden angeboten und jeden Tag kann man an dem Gewinnspiel teilnehmen: Das Hotel bewerten und gewinnen. Wir ließen uns also am Sonntagmorgen von der Fiaker direkt vom Hotel abholen und bis zum Graben kutschieren. Ein herrlich schöner Start in den Tag.

Adresse: Hernalser Gürtel 27, 1170 Wien, Österreich

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Rund um die Hofburg [Wien]

Der neuste Trend in Großstädten mit vielen Sehenswürdigkeiten sind die Free Walking Touren. Habe ich mir sagen lassen. Ich hatte zwar die Befürchtung, dass es nicht allzu viel Neues für mich rund um die Burg zu sehen gibt, aber dennoch freute ich mich auf das Wienerische. Leider Fehlanzeige. Die Dame war Polin und hatte keinerlei österreichischen Akzent. Dennoch machten wir uns mit der Gruppe auf den Weg. Start war der Albertina Platz an der Staatsoper. Das tolle an den Free Walking Touren ist, dass man jeder Zeit aussteigen kann und am Ende so viel gibt, wie man für richtig hält. Wir begleiteten die Gruppe für die gesamten 2,5 Stunden.

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Es war zwar sonnig, aber dennoch ziemlich kalt. Auf dem Albertina Platz lernten wir dann direkt auch erst einmal was über die Grundmauern der Stadt und die Staatsoper, die von den Österreichern zuerst gehasst wurde und dann, nach der Zerbombung, doch wieder genau so aufgebaut wurde. Weiter ging es Richtung Palmenhaus. Wieder haben wir es nicht geschafft, hier einen Kaffee trinken zu gehen. Durch den Garten, an all den Denkmälern vorbei. Bei Mozart verweilten wir dann etwas länger.

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Richtung Heldenplatz, ein paar neue Infos über Sissi und Franz, den Knabenchor, den es schon lange in der Hofburg gibt und in dem selbst Falco damals sang. Wir schlängelten uns durch die riesigen Tore der Burg, bis hin zur Hofreitschule. Die allerdings für eine einzelne Besichtigung dann doch etwas zu teuer war.

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Zum Abschluss erfuhren wir noch einiges über die Sachertorte und das Cafe Demel. Dann ging es über den Kohlmarkt durch den Graben bis zum Stephansdom. Hier endete die Tour.

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Wir waren total durchgefroren, aber dennoch mit ein bisschen mehr Wissen als vorab. Vor allem die uralten Toiletten mussten wir dann noch testen. Hätten wir die Tour nicht mitgemacht, hätten wir das wahrscheinlich nie mitbekommen. Diese hübschen, alten, öffentlichen Toiletten, direkt unter dem Graben.

Sightseeing [Wien]

Wer bereits in dieser Stadt war, der weiß, dass man sich die Sehenswürdigkeiten, die man eigentlich schon 20x gesehen hat, ruhig auch noch ein weiteres Mal anschauen kann. Denn irgendwie ist es ja doch immer anders. Die Sonne steht anders, es sind andere Menschen unterwegs, mal mehr mal weniger. Aber eins ist immer gleich: Die Schönheit, der Prunk und Protz dieser Stadt.

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Rathaus & Burgtheater

Für mich immer noch einer der Orte, an denen ich erkannt habe, wie viel Liebe und Ehrfurcht diese Stadt verdient. Da steht man auf diesem Platz zwischen diesen zwei großartigen Gebäuden: Das Burgtheater und das Rathaus. Eigentlich kann man sich auch direkt in die Mitte stellen und den ganzen Tag nur von links nach rechts wenden, um zu staunen. Im Frühling lädt der Volksgarten nebenan zum Schlendern und Verweilen ein. Ende März war allerdings vom Frühling leider noch nicht viel zu bemerken.

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Heldenplatz & Nationalbibliothek

Ein Stückchen weiter, direkt durch den Volksgarten hindurch geschlendert, landet man unvermeidlich auf dem Heldenplatz. Zu lange darüber nachdenken, was sich hier damals abgespielt hat, sollte man jedoch nicht, denn dann möchte man eigentlich nur noch schnell weitergehen. Aber jetzt, wo die Nationalbibliothek in dem riesigen Gebäude schon seit 650 Jahren wohnt, konzentriert man sich lieber auf das Ambiente und die Größen der Gebäude.

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  • Auf den Spuren der Geschichte.
  • Staunen im Mittelpunkt der Stadt.