Premiumwanderweg Seegang [Bodman Bodensee]

Premiumwanderwege gibt es auch bei uns in der Nähe. In Hessen nämlich. Da haben wir schon einige durchlaufen und abgewandert. Zum Beispiel jedes Jahr zur Kirschblüte, das ist einer meiner Lieblingswege. Auch in Bodman (oder eher rund um Bodman herum) gibt es einen Premiumwanderweg. Die Marienschlucht ist leider schon seit längerer Zeit gesperrt-wäre sicher schön gewesen. So begnügten wir uns damit die „heimatliche“ Umgebung zu erkunden. Das hat auch seine Vorteile, zum Beispiel, dass man direkt von der Haustür aus loslaufen kann.

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Bodman in Blüte.

Überall blüht und sprießt es. Die Obstplantagen mit ihren weißen Blütenmeer und die Wiesen voller Butterblumen. Umso höher wir kommen, desto schöner wird die Aussicht. Auf den Bodensee z.B. und auf das kleine schnuckelige Bodman.

Der Weg führt zur Burgruine hinauf, durch schattige Serpentinengelände. Einmal durch den Wald, direkt am Bärlauch vorbei. Da liegt die Burg ganz versteckt zwischen den Bäumen und wartet seelenruhig bis wir endlich bei ihr ankommen und auf Entdeckungstour gehen. Die alten Mauer bieten ein schönes Ambiente und tolle Aussichten auf den See und das Kloster.

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Alte Mauern erzählen eine Geschichte.

Richtig gefreut hatten wir uns auf die Bisons. Aber die weiten Wiesen waren wie leer gefegt. Der Flyer hatte einfach zu viel versprochen. Dennoch ist der Weg hier hoch einen Abstecher wert. Wer mag kann in der Bison-Stube einkehren oder einfach die unendliche Weite und die damit einhergehende Ruhe der Wiesen genießen, bevor es dann wieder bergab Richtung Kloster geht. Dieses wird noch genutzt und hat im Gegensatz zur Burgruine keine großen Aussichten in petto. Für einen kleinen Zwischenstopp ist das ganze aber trotzdem ganz nett. Auf steilen, kurvenreichen Wegen geht es dann wieder hinunter in den Ort.

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Das Kloster ganz klein, der See ganz groß.

Hier wartet die Tapasbar direkt am Seeufer mit einem leckeren Essen auf uns. Und natürlich ein Eis zur Belohnung. (Ob da die geschaffte Wanderung oder das leckere Essen belohnt wird, lassen wir mal außen vor.) Genießen und Schlemmen ist hier zumindest garantiert.

Weil noch ein halber Tag vor uns liegt und das Wasser einfach wunderbar lockt, kramen wir die Paddel des Ruderboots aus und los geht die Fahrt. Einmal bis zum Naturschutzgebiet und weiter bis zum Hafen von Bodman. Bootfahren ist die pure Entspannung. Vor allem wenn jemand anderes (in diesem Fall mein Bruder) rudert und die Sonne einem den Körper wärmt. Das leise Plätschern des Wassers und das Rufen der Vögel sind die schönste Melodie. Wir waren übrigens die einzigen mit einem RUDERboot. Alle anderen hatten Motor- oder Segelboote. Jeden Abend und manchmal auch früh morgens vor dem Bäckerweg zog es mich noch einmal zurück an den Steg. Nur um zu gucken, wie der See so aussah. Lag er im Nebel? War er in Rosé getaucht? Oder zeigte er sich einfach ganz Blau?

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Vielfältig wie ein Chamäleon.

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  • Wanderung durch die Natur.
  • Butterblumenwiesen und Bärlauchfelder.
  • Schlemmen am Ufer.
  • Bootsnachmittag voller Genüsse.
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Cherry Blossoms

Du solltest den Wolf von der Tür fern halten, er kommt jede Nacht ein kleines Stückchen näher und wie er erst nach dem Blut bettelt. Genau dieses Gefühl, welches Mumford and Sons in „The Wolf“ so schön beschreiben, hatte ich die letzten Wochen. Der Wolf stand direkt vor meiner Tür. Immer bereit, dass ein Fehler passiert. Ich schwach werde. Er lauerte, wartete auf den kleinen Ausrutscher, der mir irgendwann unterlaufen würde.

Aber die Fehler, die Ausrutscher, all das blieb aus. Es war eine Woche auf dem Drahtseil. Die Wendungen kamen einfach so. Alles überschlug sich. Ich wartete auf den großen Knall. Auf das Ende dieser kleinen Glückssträhne. Sie blieb bisher aus. Es hat sich nur etwas beruhigt. Das ist auch gut so. Das Leben schreibt einfach die besten Geschichten.

Ausgelaugt und nach einer Woche mit sehr wenig Schlaf, musste ich dann gestern unbedingt etwas für mich tun: Raus an die Luft. Einmal wieder zu Atem kommen und die Woche verarbeiten. Im positiven Sinne. Ab nach Hessen, ins Kirschland. Da stand ich also zwischen Hunderten Bäumen, die aussahen, als hätten sie kleine Schneebälle in ihren Ästen. Oder Wolken. Ich weiß nicht, ob nur ich es bin, aber die Kirschblüte fasziniert mich jedes Jahr aufs neue.

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Einfach ein bisschen durch die Gegend laufen. Die Sonne wahrnehmen. Lächeln aus so vielen Gründen. Und obwohl ich gestern wohl die müdeste Person dieser Welt war, habe ich es einfach nur genossen. Alleine diese Idylle und Ruhe. Nur Vogelgezwitscher war zu hören und die die Schritte auf dem Feldweg.  Es sah ein bisschen aus wie im wahr gewordenen Märchenland.

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Der Frühling ist und bleibt mit seinen Farbexplosionen einfach die schönste Jahreszeit. Dieses zarte Hellgrün, das weiß in den Bäumen und das Gelb auf der Wiese. Natürlich nicht zu vergessen das Blau des Himmels. Und plötzlich war ich gar nicht mehr so erschöpft. Alles hatte sich etwas entspannt.

Teneriffa: Barranco del Infierno

Es gibt da einen der schönsten und vielleicht auch gefährlichsten Wanderwege auf Teneriffa. Dieser eine, der vor zwei Jahren immer wieder gesperrt war, weil durch Steinschlag einige Menschen ums Leben gekommen sind. Nun war der Barranco del Infierno schon längere Zeit wieder freigegeben. Mit einigen Sicherheitsvorkehrungen und Anmeldung, versteht sich.

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Vormittags um 10 Uhr ging es los. Erst einmal durchs halbe Dorf, steil bergauf geht es. Parkplätze am Eingang sind rar. Es einmal gibt es eine Sicherheitseinweisung, dann die Helme und dann geht es eigentlich schon fast los. Die Helme müssen die ganze Zeit aufbleiben. Stehen bleiben ist nur an den Aussichtspunkten und Infotafeln erlaubt. Ansonsten gibt es am hinteren Teil noch zwei „Ranger“ die ein bisschen aufpassen, dass nichts passiert (ist).

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Die erste Kilometer geht es gerade aus am Berg entlang, mitten in der Sonne. Es sind wunderschöne Aussichten ins Tal und in die Schlucht. Kakteenarten wachsen überall. Überhaupt ist die Flora und Fauna hier -trotz heißem, sonnenlastigen Süden- sehr abwechslungsreich. 300 Leute dürfen hier am Tag nur rein. Gut so, denn sonst wird der schmale Weg auch einfach zu voll. So kann man die Ruhe im Tal sehr schön genießen.

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Am Ende erwartet einen dann noch einmal ein kleines Highlight. Es sind nicht die Niagarafälle, wurde gesagt. Wir rechneten mit einem kleinen Rinnsal. Aber dann war es doch wunderschön. Ein kleiner, aber sehr schöner Wasserfall am Ende der Schlucht. Für ein kleines, verbotenes Picknick, verweilten wir dann noch kurz im Schatten der Berge. Dann ging es die 3,6 km wieder zurück in den kleinen Ort.

 

Teneriffa: Teide & Los Gigantes

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Was passiert, wenn man die Zeit vergisst? Ganz genau: Man steht vor einer geschlossenen Seilbahn, weil die Spanier ab und zu auch mal Feiertage haben. Zeitlich bin ich also nicht wirklich orientiert gewesen, örtlich umso mehr. Damit es sich auch gelohnt hat, wieder einmal auf den Berg zu fahren, wird kurzerhand eine Wanderung daraus gemacht. Eigentlich hatte ich mir nach der einmaligen Wanderung hier oben gesagt, dass es auch die einzige bleiben wird. Aber nun stehe ich wieder hier oben. In der strahlenden Sonne, mit etwas wenig Sauerstoff. Luft holen. Ausatmen. Luft holen. Ausatmen. Es ist kalt hier oben.

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Die Rockys. So hatten wir die Steinformationen getauft, vor denen wir nun standen. Aber ob diese wirklich solch‘ einen Namen hatten? „Es sieht aus wie in Amerika!“, sagte mein Bruder ständig und tausende Male antwortete ich darauf: „Nein, in Amerika ist es grüner. Und wirklich. Ich habe lange nach Bildern gesucht, die ein bisschen pflanzengrüne Tupfer hatten. Allerdings sind diese eher zu erahnen, als dass man sie wirklich sehen könnte. Ein bisschen Grün fand ich dann doch noch: Der Wanderwegweiser.

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Die Wanderung ist eine sehr leichte. Wenn sie eben nicht in 2500 Metern wäre, denn da ist jedes bergauf laufen schon ziemlich anstrengend. Aber wir liefen so vor uns her, schauten mal hier und da und genossen einfach die Steine. Erst ab der Mitte der Wanderung kamen uns etliche Menschen entgegen und es wurde etwas turbulenter.

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Los Gigantes

Einer der Urlaubstage wurde dazu genutzt in den Süden zu fahren. Mit eindeutigem Ziel: Delfine oder Wale sehen. Mein Vorschlag einer Kanutour wurde nicht erhört und so saßen wir wenig später in einem der Speedboote Richtung offenem Meer. Festhalten, festklammern, Sonnenbrille nicht verlieren. Das Meer glitzert einem strahlend schön ins Gesicht. Der Motor verstummte, wir tuckerten umher und plötzlich waren sie überall. Delfine sprangen, tobten quasi durch die Wellen. Fort vom Boot und das rasend schnell. Es waren etliche. Große Gruppen, manchmal nur zu zweit. Aber nie alleine.

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Sie zogen flitzend und fast lautlos durch das Meer. Nur das Prusten beim Auftauchen war zu hören. An dieses Geräusch erinnere ich mich gerne. Es klingt beinah wie ein verkniffendes Lachen. Als würden die kleinen Delfine uns dummen Touristen in dem kleinen Boot auslachen, bevor sie wieder unter der Wasseroberfläche verschwanden. Zu recht, wie ich fand. Beim Bilder sichten, hatte ich 399x das Meer fotografiert und vielleicht 3x einen Delfin erwischt. Nie ganz. Sie waren einfach zu flink.

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Wie es auch beim letzten Mal war, fuhren wir noch auf einen kleinen Abstecher an der Masca Bucht entlang und fühlten uns neben den riesigen Giganten wieder einmal winzig klein.

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  • Steinwanderung
  • Höhenluft schnuppern
  • Delfine anschauen
  • Sonne genießen
  • Zeit vergessen

Klippenblick

Es ist Pfingstsonntag. Die kleinen Städte sind ausgestorben, die Natur voll von Menschen. Überall sind die Leute draußen unterwegs. Ob sie nun mit dem Rad durch die Felder fahren, mit den Wanderschuhen die Beine auf Wanderwegen vertreten oder mit dem Kajak auf dem Fluss unterwegs sind. Jeder genießt das Wetter, die freie Zeit und die Natur.  Meine Schuhe wurden geschnürt, es hörte auf zu regnen und ich lief los. Mit Proviant und viel Hoffnung auf Ruhe, irgendwo in der Hessischen Schweiz.

Auf dem Wanderweg P4 ging es für mich vorbei an der Salzfrau, dem Wolfstisch und dem Kalkbrennofen. 13km durch den Wald, weit oben. Es taten sich Aussichten auf, die zum kurzen Innehalten einluden. Einfach mal den Blick schweifen lassen, über dieses Land mit den sanften Hügeln, dem satten Grün, kleinen Dörfern und dem breiten Fluss. Breite Wege führten mich entlang der Klippen. Irgendwann wurden die Wege zu schmalen Pfaden. Die Sonne verfing sich in den Baumkronen und spielte mit den Blättern der Bäume. Sonne und Schatten zauberten einen wahren Genuss.

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An jedem noch so kleinen Aussichtspunkt blieb ich stehen. Holte tief Luft. Tat mal gar nichts, außer gucken und der Stille zuhören. Das Rauschen des Windes in den Bäumen, ein kleiner Vogel weit über mir. Ein aufgeschrecktes Reh. Ganz weit oben ein Flugzeug. Vereinzelt ein paar menschliche Stimmen. Die Bewegung tat mir gut. So viel aufgestaute Energie.

Da stand ich an der Klippe und schaute auf dieses Land. Wo irgendwo die Werra die Fulda küsst und die Weser entsteht, die weit im Norden in der See endet. Wenn ich ganz fest die Augen zusammenkniff und mich konzentrierte, konnte ich mir das Meer hinter dem nächsten Berg einbilden. Ich stand an der Klippe und warf all meinen Stress und meine Sorgen den Abgrund hinunter. Dann lief ich weiter.

Verloren im Wacholderbusch (Naturpark Meißner)

wa4Es gibt jedes Jahr einen Sonntag, an dem wir bis in den Süden Niedersachsens fahren und noch viel weiter. Nämlich bis nach Hessen. Die haben einfach eine bezaubernd schöne Kirschblüte. Für mich ist das jedes Jahr ein Highlight. Ich freue mich tatsächlich jeden Frühling wieder auf die kleinen, schneeweißen Blüten. Doch dieses Jahr kam alles anders.

Leider ist es nicht so ganz einfach die Kirschblüte abzupassen. Wir schauen zwar immer im Liveticker, wann es in voller Pracht blühen wird, aber leider können die das auch meist nicht so ganz genau sagen. So sollte zum Beispiel eigentlich erst in der 17. KW die volle Blüte zu begutachten sein. Stattdessen erstrahlten die Kirschen heute schon in voller Pracht. Wir hatten jedoch eine andere Route im Kopf.

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Aussicht ins Grüne

Der Premiumweg 8 führt malerisch schön durch die Landschaft. Auf breiten Pfaden durch den Wald und über Wiesen, ein kleiner Abstecher bei der Rosstrappe und am Ende durch einen Wacholderbuschwald. Genau jetzt ist der Frühling für mich das Schönste, was ich mir vorstellen kann. Die Sonne scheint, die Natur schiebt alle möglichen Sprößlinge, Pflanzen, Knopsen hervor und ich kann vom Gucken gar nicht genug bekommen.

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Weites Wiesen, weites Land. Weite Liebe.

So auch heute. Auch die dritte Jacke hatte ich irgendwann im Rucksack verstaut. Das einzige Geräusch, welches zu hören war, waren die Vögel und mein eigener dumpfer Schritt auf dem Wiesenboden. Weite Wiesen, so grün und satt, wecken in mir jedes Mal das Bedürfnis loszulaufen und laut zu jubeln. Was da verquer ist bei mir, weiß ich auch nicht.

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Verloren im Wacholderbuschwald

Das Leben kann so schön sein. Solche Sonntage sind zum lieben da. Mit jeder Faser des Körpers. Laufen, genießen und später gerne daran zurückerinnern.

Tal der Stille (Mallorca)

Kennt ihr das Geräusch der Stille? Wenn sie so laut in den Ohren rauscht, dass man weiß, dass das hier und jetzt der stillste Ort der Welt ist? Im Tal des Galatzos habe ich diese Stille gefunden. Manchmal durchbrach Vogelgezwitscher die Ruhe oder meckernde Ziegen, aber ansonsten konnte man einfach nur da stehen und lauschen, wie friedlich die Welt sein kann. Solche Orte sollte es öfter geben. Für jeden von uns.

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Ein bisschen turbulenter ging es bei der Finca de Galatzo zu. Hier wurde gerade Frühjahrsputz im Garten der Finca gehalten. Spanier unterhielten sich lautstark in einer mit vollkommen unverständlichen Sprache: Nämlich in Spanisch, wenn nicht gar mallorcinisch. Aber auch dieses laute Männerlachen, die Scherze auf einer anderen Sprache und gleichzeitig die warme Sonne im Gesicht zu haben ist Urlaub.

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Hinter der Finca beginnt dann das weite Tal und der absolute Frieden. Es ist wirklich wie im Bilderbuch: Malerisch schön. Die Bergketten rahmen das Tal ein und man fühlt sich sehr behütet. Ein paar Stopps gibt es zwischendrin auch noch. Die Quelle (die man allerdings nur erreicht, nach dem man 34 Meter durch einen stockdunklen Tunnel läuft) und die alten Kohleöfen. Ach, man kann noch Stunden laufen. STUNDEN.

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Am Ende hatte ich meine Lieblingsecke dann aber doch schnell entdeckt. Dort wo die Sonne am hellsten schien, die Blumen blühten (die im übrigen immer leicht wie Katzenpipi riechen) und man einen fabulösen Blick auf den Berg hatte. Rundum Panorama garantiert.

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Puig de Galatzo (Mallorca Tag 6)

Da haben wir es endlich. Klarer Himmel und Sonnenschein. Somit ist am zweiten Weihnachtsfeiertag gleich klar gewesen, wohin die Wanderung gehen sollte. Nämlich auf den Galatzo. Endlich!

Wisst ihr, liebe Menschen, es ist immer schwierig zu entscheiden, welche Fotos ich für den Blog nehmen soll, damit ihr einen realistischen Eindruck bekommen könnt. Dieses Mal war es besonders schwierig. Sehr. Ja, wirklich. Ich bin in Entscheidungen treffen nie gut, aber nun war es wirklich eine echte Herausforderung. Hoffentlich könnt ihr die Schönheit des Weges, des Gipfels und des Ausblickes wenigstens ein bisschen erahnen. (Aber wie ihr wisst: Die Schönheit der Realität ist nicht zu toppen.)

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Kaum gelaufen und schon so ein Ausblick.

Eigentlich möchte ich gar nicht viel dazu sagen. Der Weg war beschwerlich. er führte immer bergauf (hat keiner erwartet, bei einer Gipfelbesteigung, haha), er wurde teilweise sehr, sehr schmal, führte über hinabgerutsche Steinfelder, entlang am Berghang, hinauf auf den Gipfel, durch dünne Spalten.

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Am Bischoff vorbei, direkt am Hang entlang.

Insgesamt brauchten wir ca. 1 Std und 45 Min. Wir hielten jedoch immer mal wieder an, staunen über den Ausblick und machten Fotos in alle Richtungen. Also es geht definitiv auch schneller. Der Weg ab dem 25 Min. Hinweisschild wird allerdings wirklich sehr steil und kraxelig. Beim runtergehen mit dem ganzen Rollsplit wirklich eine Herausforderung.

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Einer der wenigen entspannten Teile der Wanderung.

Doch was eigentlich zählt ist ja das Ankommen oben auf dem Gipfel. Alleine ist man hier wohl nie. Leider bevölkerten die nervigsten Landsmänner, die man sich vorstellen kann, den Gipfel. Aber ist ja egal, wenn man nach der Anstrengung mit dieser Aussicht belohnt wird. Da kann man auch das nervige Snob-Gerede ausblenden.

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„Geht schon mal ohne mich zurück, ich komme dann nach. Irgendwann.“

360 Grad Rundblick. Und nochmal. Und nochmal. Und vielleicht nochmal schnell einmal drehen. Danach geht’s irgendwann, nach Picknick und Sonne tanken (22 Grad!) wieder nach unten. Achtung, Rollsplit! Blaue Knie auf dem Spielplatz Natur geholt. Aber dafür ist es immer noch der größte und schönste Spielplatz.

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  • Einfach alles: Von der Aussicht bis zum Weg
  • Den Körper herausfordern und oben belohnt werden
  • Sommer im Winter

Port de Soller (Mallorca Tag 5)

Da stehe ich in der Bucht, direkt vor mir schwappt das Meer an den Strand. Nach dem Unwetter sieht man vor lauter Bambus gar keinen Sand mehr. Mich interessiert jedoch nur diese kleine Stadt, die sich in die Bucht schmiegt, eingerahmt von den beiden Leuchttürmen. Port de Soller ist auch dieses Mal wieder wunderschön.

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Es dauert seine Zeit, bis wir den Rundweg zum Leuchtturm und wieder zurück in die Bucht gefunden haben. Doch er lohnt sich alle Male. Zuerst geht es bergauf und plötzlich liegt ein wunderschöner Olivenhain vor uns. Alle zwei Meter muss ich stehen bleiben und die alten Bäume fotografieren. Ich kann nicht einmal genau sagen, was sie so faszinierend macht. Vielleicht ist es diese Ruhe, die sie ausstrahlen. Sie stehen einfach da, winden sich um sich selbst und überhaupt in alle Himmelsrichtungen und gucken gelassen auf Port de Soller.

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Der Weg führt uns weiter und weiter durch an all den alten Olivenbäumen entlang. Eigentlich kann man ihn als Olivenbegutachtungsweg deklarieren. Wer meint, dass das ziemlich schnell, ziemlich langweilig kann, dem möchte ich kurz sagen: Nein. Wird es nicht. Nicht nach 30 Minuten und nicht nach 1 Stunde.

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Das ist auch ungefähr die Zeit, die wir brauchen, um am Refugi de Muleta anzukommen. Der Leuchtturm steht strahlend weiß vor dem blauen Himmel. Es sieht aus als würde jemand mit schneeweißem Lächeln vor uns stehen. Hier oben am Leuchtturm gibt es ein Hostel und Picknickplätze. Wer sein Picknick auspackt ist schnell umringt von vielen, vielen bettelnden Katzen. Ein bisschen Weihnachtssekt bekommen wir dann auch noch geschenkt, bevor es wieder, auf der breiten Straße, runter in die Stadt geht. Ein kleiner, aber sehr lohnenswerter Spaziergang.

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Lie

  • Baumruhe genießen
  • Port de Sollers Feeling
  • Leuchtturmbetrachtung
  • Picknick mit Katzen

Na Foradada (Mallorca Tag 4)

Da will man einmal auf den Galatzo hoch, schon hängen Wolken um den Berg. Somit musste eine Alternative gefunden werden. Da die Insel noch gefühlte 2 Millionen davon hatte, viel die Auswahl gar nicht so leicht. Dennoch hatten wir dann zeitnah einen guten Plan aufgestellt.

Galilea

Zuerst ging es in den kleinen Ort Galilea. Im Sommer war der Ort total überlaufen. Dieses Mal jedoch bekamen wir auf dem winzigen Parkplatz an der Kirche direkt ein Plätzchen, bestaunten noch schnell den dicken Baum und liefen dann auf den kleinen Platz hinter der Kirche zu. Von der Mauer aus konnte man auf den kleinen Ort schauen. Das Bergdorf ist wirklich niedlich. Allerdings war’s das dann auch schon: Wirklich viel zu sehen gab es nicht.

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Kleiner Ort, der schnell durchlaufen ist.

Na Foradada

Unser nächster Schritt führte uns nach na foradada. Hier wollten wir eine Wanderung zum berühmten Loch im Stein machen. Endlich waren auch die Wolken vom Himmel verschwunden und so hatten wir einen fabelhaften Ausblick auf den Fels. Bevor es los ging mussten wir dann doch noch wenigsten einen kleinen Abstecher in das Herrenhaus machen. Hierüber hatte ich aber schon einmal berichtet.

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Herrenhäuslicher Ausblick.

Dann ging es endlich los. Ausnahmsweise Mal bergab. Vorerst an Schafen, Eseln und wunderbar alten Olivenbäumen vorbei. Sie schlängeln sich immer so herrlich um sich selbst. Als würden sie sich mit ihren knorrigen Ästen selber umarmen. Dann führte der breite Weg in Schlangenlinien den Berg hinunter. Alle paar Meter erhaschten wir dann doch noch einmal einen Blick auf das Loch. Irgendwann wurde dann der Weg gerade, wir kamen unten in der Bucht an. Nun noch einmal um den Fels herum und dann..

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… blieb uns kurz die Luft weg. Das Loch im Fels konnten wir von hier unten, jetzt wo wir so dicht dran waren, gar nicht mehr sehen. Das Restaurant hatte ebenfalls geschlossen (von da hätte man sicher einen guten Blick auf’s Loch gehabt). Allerdings war das alles nicht so wichtig, denn der Ausblick auf das offene Meer, welches tiefblau in der Sonne glitzerte ließ den Rest vergessen. Das Meer schmiegte sich an die Westküste der Insel.

Nur herumsitzen und essen gibt es bei uns allerdings kaum. Nach einem Picknick machten mein Bruder und ich uns auf den Weg den schmalen Pfad hinauf auf den Berg. Angeblich konnte man diesen begehen und hatte von oben einen tollen Ausblick. Mir ging sowohl bei der Kletterei hoch, als auch später beim Rückweg ganz schön die Flatter. Bevor man auf dem breiten Bergkamm ankam musste man zuerst fußbreite Pfade hinaufklettern. Alles kein Problem, wenn man nicht ungesichert und so weit oben hängen würde.

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Wir schafften es dann aber doch noch bis zum Messpunkt. Zumindest fast. Eigentlich bis zur Spitze, aber dort saßen bereits Leute und da die Spitze des Berges nur durch einen Sprung über eine Spalte erreichbar ist, ließen wir das dann doch bleiben. Der Ausblick, die Stille und herrlich schöne Westküste konnte man schließlich auch vom (doch nicht ganz so breiten) Bergkamm genießen.

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Ein letzter Blick zurück auf das Loch und den Bergkamm.

Spaßig wurden dann der Abstieg in die Bucht und der Aufstieg zurück zum Herrenhaus. Die Knie sagten Danke. Einen letzten Blick auf na foradada mussten wir dennoch von oben werfen. Erst jetzt wurde uns klar, wo genau wir da vorhin herumgeirrt waren. Auf dem Kamm des Berges, direkt über dem Loch. Von oben sah man weder Weg, noch Pfad.

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  • Alten Oliven umarmen
  • Flauscheohren treffen und knuddeln
  • Ausblicke genießen
  • Stille hören
  • Von der Schönheit der Natur sprachlos gemacht werden