Venedig und Verona

Venedig

Der Wecker klingelte früh. Nach einem kleinen Frühstück im B&B Miotto brachen wir auch schon wieder auf. Wir hatten ein Ziel: Venedig. Was hatte ich nicht alles über diese Stadt gehört. Stinken solle sie, Menschenmassen belagern die Gassen, alles ist laut und dreckig und im Herbst sind die meisten Plätze überschwemmt. Hinzu kommt, dass alles ausgesprochen teuer sein soll. Gut, dass ich mir aus solchen Vorankündigungen nichts mache, denn meine Devise: Immer erst mal selber schauen.

Zwei Sachen kann ich bestätigen: Die Stadt ist voll von Menschen und sie ist teuer. Wer mit dem Auto anreist, kann höchstens für viel, viel, viel Geld in den Parkhäusern parken. 26 € am Tag sind da nichts. Oder man parkt außerhalb Venedigs und fährt mit dem Boottaxi oder der Bahn in die Stadt. Alles machbar.

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Hart umkämpfter Fotoplatz am großen Kanal

Mein erster Eindruck von Venedig war also eher unbefriedigend, die Parkplatzsuche war lang und als wir aus dem Parkhaus stolperten wurde mir gleich klar, dass hier kein Schlendern angesagt war. Hinein in die Stadt kamen wir dann über die riesige Brücke. Hinter den Ständen der Boottaxen wurde es zum Glück ruhiger und ich konnte endlich ein bisschen Luft holen (feststellen, dass es hier nicht stank) und die Häuser betrachten.

Wasser macht immer viel aus. Dazu alte Häuserfassaden und das Bild ist Postkarten reif. Ich hätte Venedig wahrscheinlich auf meiner Reiseliste noch ewig weiter nach hinten verschoben, dabei weiß ich gar nicht warum eigentlich. Denn es ist nicht umsonst eine so gutbesuchte Stadt. Sie ist alt. Sie ist voll. Sie ist bunt und turbulent. Sie ist wunderschön. Sie bezaubert mit ihrem Flair, den kunterbunten Häusern, die sich dicht an dicht schmiegen, gleichzeitig mit ihren riesigen Plätzen, auf denen die wirklich imposanten Bauwerke zu finden sind und natürlich mit ihren ganzen Kanälen.

Wer sich etwas abseits vom San Marco Platz aufhält, der hat sogar gute Chancen ein paar Gassen, Brücken und Kanäle für sich ganz alleine zu finden. Ansonsten gilt hier: Wer zuerst kommt ist König. So ist es, wenn man auf die Seufzerbrücke schaut und verzweifelt versucht ein halbwegs gerades Foto zu schießen, obwohl man ständig von anderen Touristen angerempelt wird. So ist es auch, wenn man auf dem San Marco fast umgerannt oder von Tauben umgeflogen wird. So ist es, wenn man mal kurz stehen bleibt, um den Grand Canale zu fotografieren, in der Hoffnung nicht dem halben Kopf der Asiatin mit drauf zu haben. So ist es, wenn man schnell eine Postkarte kaufen will, die nicht 5€ kostet.

So ist Venedig.

Verona

Nach einer Packung Pasta to go, unzähligen Fotos, noch unzähligeren hübschen Gassen, dem Postkartenkauf und einem überteuerten Cappuccino ging es wieder zum Wagen zurück. Der stand noch immer artig im 26€ teuren Parkhaus und brutzelte in der Sonne. Unser nächster Stopp war Verona.

Hier war ich vor 8 Jahren schon einmal gewesen. Acht Jahre ist eine so lange Zeit. Mit den ersten Schritten in die Stadt, vorbei an dem großen Tor, Mitten auf den riesigen Platz bei der Arena, wurde mir aber schnell klar, dass acht Jahre eigentlich gar nichts sind. Alles sieht noch genauso aus wie damals. Ich konnte mich sogar noch orientieren, wusste wohin wir zu gehen hatten, um wenigstens die schönsten Ecken (und somit auch vollsten) zu begutachten.

Erst einmal ist in Verona natürlich die unübersehbare Arena. Riesig und pompös ragt sie einfach so in der Stadt auf. Wer Zeit hat, dem empfehle ich immer einen Besuch, denn es ist schon spannend auf den oberen Rängen zu sitzen und über die Dächer der Stadt schauen zu können.

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Stadtbild wie damals

Nächster Anlaufpunkt war natürlich der Balkon von Julia. Dafür musste erst mal die Innenstadt mit den zwar relativ breiten, aber sehr vollen Gassen durchquert werden. Geschäfte höchster Klasse reihen sich hier aneinander. Mein Herz pochte vor Aufregung und Erwartung. Und da hing er, der Balkon. Immer noch genau wie vor Jahren. An den Wänden noch immer die ganzen Liebesschwüre, die Namen, Zettel und Pflaster. Trotz Tourifalle ist dieser Ort doch irgendwie besonders schön und romantisch. An die Brüste der Julia kamen wir dieses Mal jedoch nicht heran. Dafür waren einfach zu viele Leute da.

Im großen Bogen, mit Abstecher auf den kleinen, wirklich herrlich schönen Marktplatz, ging es dann wieder zu Auto zurück. Vorher wurde sich noch ein italienisches Eis gegönnt. Hier ist das komischerweise noch bezahlbar, während in Bologna und Venedig die Eispreise bis in den Himmel reichen.

Diese Stadt fand ich beim letzten Besuch schon klasse. Dieses Mal hat sich mein Eindruck noch einmal bestätigt, die Erinnerungen wurden aufgefrischt und es ist irgendwie beruhigend zu wissen, dass noch alles an seinem Fleck ist. Die große Arena, der kleine Balkon, die Romantik, die teuren Geschäfte und der wundervolle Marktplatz. Verona, du bist eine Herzensstadt.

Dann endete unser Italien Roadtrip auch schon wieder. In zwei Tagen haben wir so viel wie möglich gesehen und ordentlich an Strecke zurückgelegt. Über Mailand ging es wieder zurück durch die Schweiz bis nach Konstanz.

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Fahrtzeit von Montegalda nach Venedig ca. 45 Min, von Venedig nach Verona ca. 1 3/4 Std. und von Verona zurück nach Konstanz ca. 5 Std. (Quelle: Google Maps)

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  • Venedig kennenlernen
  • Hart umkämpfte Fotos knipsen
  • Touristenhochburg entdecken
  • Verona wiedersehen
  • Zufrieden feststellen, dass alles am alten Fleck ist
  • Italienisches Eis essen
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Bologna, meine Stadt

Schweiz

Nach einem ausgedehnten Frühstück und mit viel Reiseproviant im Gepäck geht es los. Immer weiter Richtung Süden. Schon direkt hinter Konstanz beginnt die Schweiz. Als Kind bin ich schon einmal hier gewesen, erinnern kann ich mich nicht.

Sobald wir auf den Straßen der Schweiz sind, fühlt sich alles ganz anders an. Ob es an der bergigen, weiten Landschaft liegt oder doch eher an den einwandfreien Straßen? Die Schweiz ist was für Autofahrer-alle Strecken sind super ausgebaut, alles sieht aus wie aus dem Ei gepellt. Es ist sauber, frisch und wunderschön. Nur das Wetter könnte ein bisschen besser sein…

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Auch mit schlechtem Wetter schön: Die Schweiz

Die Wolken hängen tief in den Bergen, über den Tälern und den Seen. Die Schönheit der Schweiz lässt sich dadurch jedoch nicht trüben. Wenn wir nicht gerade durch Tunnel fahren (und davon hat das Land wirklich genug) bietet uns die Autofahrt viele schöne Ausblicke auf die Berge, kleine Städtchen und riesige Seen. Auch den Gotthardtunnel müssen wir mit seinen 16,9km durchqueren. (Nach 8km wird mir immer ein bisschen komisch, so unter Berge.) Wir durchqueren einmal das Land, kommen irgendwo an der Grenze heraus, zwischen Como und Mailand. Hier beginnt der Stress.

Italien: Bologna

Die Italiener und ihre Mautstraßen. Sie nehmen nicht gerade wenig dafür, aber wenn man schnell vorankommen will, muss man da eben durch. Und das wollen wir ja schließlich, denn Bologna wartet auf uns! Es wird gerast und gehupt, die Italiener kennen da nichts.

Irgendwann kommen wir dann aber doch in Bologna an. Ich konnte mir unter dieser Stadt gar nichts vorstellen, hatte vorher mal kurz gegooglet, vertraute aber auf Wanda, die diese Stadt ja scheinbar lieben. Zu Recht! Wenn man erst einmal eins der Parkhäuser gefunden hat, kann man Bologna wunderbar erkunden. Es lohnt sich wirklich.

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Zuerst war mir die Stadt irgendwie zu voll. Überall waren da Menschen und sie strömten ohne aufzupassen in alle Richtungen. Aber sobald wir in Richtung Innenstadt unterwegs waren, war mir das einfach egal. Denn man ließ sich einfach mit dem Strom treiben. Es ist nun mal eine Studentenstadt und das merkt man sofort. Überwiegend junge Leute ziehen durch die Straßen.

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Amore an jeder bunten Häuserwand.

Wir ließen uns bis zur Piazza del Podesta treiben und schauten uns den großen Platz an. Der Weg dorthin führt durch wunderschöne Arkaden, in denen eine Vielzahl von Geschäften ihre Türen geöffnet haben. Weicht man von der Piazza ab, sieht man die zwei schiefen Türme. Ein bisschen weiter geschlendert und überall findet man bunte, enge Gassen, in denen Gemüseläden ihre Ware anbieten. Auch Schinken- und Nudelgeschäfte dürfen in Italien natürlich nicht fehlen.

Leider hatten wir nur Zeit für eine Stippvisite, aber ich bin immer schon einmal froh, wenn ich einen kleinen Eindruck von einer Stadt gewinnen kann. Es reicht anfangs einmal kurz hinein zu schnuppern. Zu gucken wie die Menschen sind, was die Stadt für ein Flair verströmt und was sie zu bieten hat. Bologna hat so viele Ecken, die ich nicht sehen konnte, wobei ich wirklich gerne noch etwas weiter durch die Gassen gezogen wäre. Leider hat die Zeit nicht gereicht. Beim nächsten Italienbesuch steht Bologna nun aber an oberster Stelle. Amore, meine Stadt. Danke Wanda, für den tollen Reisetipp.

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Einfach nur pure Amore, Amore, Amore!

Von Bologna ging es dann nach Montegalda, ein kleiner Ort zwischen Verona und Venedig. Hier übernachteten wir im Bed & Breakfast Miotto. Für den Zwischenstop einfach ideal.

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Fahrtzeit bis nach Bologna ca. 7 Std., bis nach Montegalda ca. 2 Std.

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  • Durchquerung der Schweiz
  • Gotthardtunnel
  • Mit dem Mautsystem der Italiner klarkommen
  • BOLOGNA!
  • Niedliches B&B mit super nettem Gastgeber

Strandtag (USA Tag 9)

Roadtrip Part VII: Tampa-Clearwater Beach-Saint Petersburg-Longboat Key-Fort Myers-Pine Island

Clearwater Beach & Saint Petersburg

Da macht der Sunshine State dann doch noch seinem Namen alle Ehre und zeigt sich von der schönsten Seite. Es ist warm, sonnig und perfektes Strandwetter. Deswegen packen wir unsere Sachen und fahren zum Clearwater Beach. Angeblich einer der schönsten Strände Floridas. Tatsächlich haben wir Glück und bekommen noch einen Parkplatz. Zum Schwimmen ist uns dann aber doch nicht zumute, deswegen laufen wir ein bisschen am Strand und durch den kleinen Ort.

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Clearwater Beach ist wahrhaftig einer der schönsten Strände Floridas (allerdings ist das nicht schwierig, die meisten Strände hier sind 1a). Weiß breitet sich ewig lang der Sand aus und das Wasser des Golfs ist so klar und türkis wo selten woanders.

Für uns geht es weiter nach Saint Petersburg. Einmal schnell die Stadt erkunden. Die Stadt, wo die Reichen es sich bequem gemacht haben. Nicht schlecht, Herr Specht. Der Tampa Bay kehren wir damit den Rücken, weiter geht es von hier 2 ½ Stunden nach Fort Myers. Zwischendurch gebe ich dann aber doch noch mal diese kleine Insel ins Navi ein.

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Longboat Key, Fort Myers & Pine Island

Wir landen in Longboat Key, bekommen den letzten freien Parkplatz am Strand und düsen runter zum Meer. Hier bleibt uns erst einmal der Atem stehen: Das ist definitiv ein viel schönerer Strand als Clearwater Beach! Noch weißer, noch türkiser. Mir war nicht klar, dass das möglich ist. 20 Minuten dümpeln wir also mit unseren Sonnenhüten in der Mittagshitze im Golf von Mexiko herum und lassen die Seele baumeln. Schöner geht es nicht. Ich liebe das Salzleben, ich liebe Florida.

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In Fort Myers kommen wir dann gegen Nachmittag an. Halb verhungert checken wir ein und fahren dann noch eine Stunde weiter bis nach Pine Island. Allerdings ist heute nicht unser Tag und so finden wir kein Restaurant, welches nicht unbedingt eine Tourifalle ist. Fancy soll es gleichzeitig aber doch auch schon irgendwie sein-wir haben halt riesige Ansprüche. Pine Island muss man dennoch mal gesehen haben: Eine kleine Insel mit bunten Häusern. Schade, dass wir es dann nicht mehr nach Coral Island an die Muschelstrände geschafft haben. Wir haben wirklich immer an den falschen Stellen Abstriche gemacht…

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Rainy sunshine State (USA Tag 7&8)

Roadtrip Part V: Pensacola-Gulf Breeze-Navarre-Miramar Beach-Panama City Beach-Mexico Beach-Apalachiccola-Port St. Joe-Panacae-Tallahassee (Fahrtzeit 6- 7 1/2 Std.)

Das war’s vorerst mit dem Sunshine State. Vielen Dank für den ganzen Regen, Florida. Wir starteten, wir fuhren an den schönsten Stränden entlang, wir hielten zum Kaffee trinken, wir kamen in Tallahassee an und das alles im REGEN! Von morgens bis abends! Wie ist denn sowas möglich. Daher kann ich zu diesem Abschnitt des Weges gar nicht viel sagen.

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Ich denke all die Orte und Strände wären herrlich gewesen, hätten wir sie in der Sonne genießen können. So sahen wir das bestgehütetes Geheimnis eben im Regen. Aber einen Abstecher auf die kleine Insel mussten wir dennoch machen.

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Von Tallahassee sahen wir auch nur noch ein paar Straßenzüge. Gerne wäre ich einmal durch die Stadt gebummelt und hätte mir Postkarten gekauft. Aber leider war das bei diesem Wetter nicht drin und am nächsten Tag fehlte uns die Zeit.

Roadtrip Part VI: Tallahassee-Otter Creek-Creek River-Hudson-Palm Harbour-Clearwater Beach-Tampa (Fahrtzeit ca. 6 Std.)

Nächster Tag: Sonnenschein, 30 Grad im Schatten. Und was machen wir? Sitzen 6 Stunden im Auto und werden beinahe kirre, wo wir das schöne Wetter sehen, aber keinen Strand. Denn auf dem Weg nach Tampa haben wir es verbockt und sind im Landes inneren gefahren.

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Immerhin konnten wir kurz mal im Crystal River State Park aussteigen. Hier begegneten wir ganz niedlichen, kleinen Krebsen, die überall herumliefen. Es gingen von der Straße bezaubernd schöne Trails ab, auf denen man sicher wunderbar wandern gehen kann. Wir gönnten uns jedoch nur die kurze Verschnaufpause und fuhren dann weiter bis nach Tampa.

Sweet home Alabama (USA Tag 6)

Roadtrip Part IV: Louisiana-Mississippi-Alabama-Florida.
Baton Rouge bis Pensacola (Fahrtzeit ca. 6 Stunden)

Dem Mississippi wollte ich unbedingt noch auf Wiedersehen sagen, bevor wir ihm endgültig den Rücken kehren würden. Also ab ins Auto und noch bis zum Ende auf der Great River Road entlang düsen. Das blöde daran: Den Mississippi bekamen wir trotzdem nicht zu Gesicht, er versteckte sich hinter einem dicken Damm. Aber gewitzt wie ich bin, bog ich kurzerhand zur Fähre ab und fuhr bis zum Wasser vor. Die Grillen auf den Wiesen zirpten, die Sonne schien ins Gesicht und der Fluss zog an uns vorbei. Ein Ort, den man gerne entdeckt.

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Die Great River Road beendeten wir also. Dann ging es weiter Richtung Pensacola. Nachdem wir noch kurz von Polizisten durchgecheckt wurden-innerlich starb ich vor Aufregung-verließen wir Louisiana, durchquerten Mississippi noch ein weiteres kleines Stück und landeten dann in Alabama.

Sweet home Alabama! Wisst ihr was? Dieser Satz ist keine Lüge. Wir fuhren durch so viele kleine Orte, die alle so wunderbar bezaubernd aussahen. Möglichst an der Küste entlang versteht sich. In Fairhope wollten wir dann doch noch mal eben den Gulf of Mexico begrüßen. Die beste Idee die wir hatten. Durch ein ruhiges, gemütliches Wohngebiet gelangten wir an einen wunderbaren, kleinen Strand. Ganz versteckt und ganz bezaubernd.  Auf der Seebrücke vertraten wir uns kurz die Beine und am Strand zurück ließen wir die Seele in der Hollywoodschaukel baumeln. Ich hätte nicht unbedingt weiterfahren müssen, der Ort war Urlaub genug.

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Aber der vierte Staat an diesem Tag fehlte uns ja noch: Sunshine State Florida. Kurz nach Mobile begann das Sonnenscheinleben. Überall weiße Strände, die Leute locker und munter wie nirgends sonst auf der Welt. Orte, die nicht farbenfroher hätten sein können. Es ist schön wieder zurück zu sein, Florida. Erst jetzt merke ich, wie sehr ich das Salzleben vermisst habe.

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Das Hangout Festival versperrte uns für einen Moment die Weiterfahrt, aber es gab so viel zu beobachten, dass es nicht langweilig wurde. Am Orange Beach hielten wir dann auch noch einmal kurz an, um das Meer zu sehen. Am weißesten Strand, der nun am späten Nachmittag schon fast menschenleer war, hielten wir mal kurz unsere Füße ins Wasser. Ach wie herrlich warm, wie herrlich sommerlich, wie herrlich lebendig wir uns fühlten!

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Die restliche Fahrtzeit bis nach Pensacola flog so dahin und wir checkten mit sandigen Beinen und einem breiten Lächeln im Gesicht im Hotel ein.

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  • Vier Staaten durchqueren
  • Dem Mississippi folgen
  • Geheime Orte durch Zufall entdecken
  • Sonnenschein, Strand und der Gulf of Mexico
  • Salzleben

Musikerstadt (USA Tag 5)

New Orleans

Mein guter Freund T beneidete uns schon im Vorfeld wegen unseres Tages in New Orleans. Zu manchen Städten habe ich einfach keine Vorstellung. Überhaupt keine. Ob es bunt oder eher einfarbig ist, groß oder klein. Umso überraschte bin ich dann, wenn ich in solche Städte wie New Orleans komme.

City Park

Diese Stadt ist wunderschön. Sie ist riesig (gefühlt zumindest), sie ist bezaubernd, laut und vor allem ist sie bunt. An jeder Ecke warten kleine Läden oder Cafés darauf, dass man sie betritt. Mit dem Auto fuhren wir jedoch, nach dem wir uns kurz in der frenchmen street umgeschaut hatten, zum City Park. Hier wurde erst einmal ein bisschen geschlendert und Fotos von den märchenhaften Bäumen gemacht. Das Louisianamoos hängt ihnen von den Ästen wie alten Männern der Bart vom Kinn. Alt sind sie gewiss schon, so majestätisch wie sie aussehen.

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Alter Mann mit Bärten

Bourbon Street & Royal Street

Nach einer etwas mühseligen Parkplatzsuche ging es dann zur Bourbon Street. Bekannt, berüchtigt. Aber dennoch tagsüber angenehm. Hier tummeln sich nur die Geschäftsleute, die im Café schnell einen Kaffee holen und die Touris, die alles erforschen und erkunden. Für mich ist die Straße nichts besonders. Apropos, da habe ich Caspers Zeile im Ohr:

„Wette, du bist noch in der Bourbon Street und lachst über Touristen jede Nacht,
in den Bars, die du sonst hasst.“

-Casper//Ariel

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Für immer lebende Legenden, Bourbon Street

Viel angetaner war ich von der benachbarten Royal Street, auf der man super schöne Häuser mit Balkonen, bunte Läden und kleine, süße Cafés erkunden kann. Eine Galerie reiht sich an die andere. Eine herrlich schöne Straße!

French Quater; Mississippi

Das French Quater ist so oder so ein absolutes Muss, wenn man in New Orleans die schönen Ecken entdecken will. Nachdem wir zum Auto zurückgerast waren, mussten wir ein paar Meter weiter schon wieder anhalten. Hier tanzte der Bär! Wir bekamen sogar einen guten Parkplatz, sprangen aus dem Auto und liefen die Straßen entlang. Künstler, Musiker und das bunter Volk mischten sich. Der Park war voll mit Menschen, die Kirche wurde mindestens von jedem zweiten fotografiert. In den Bäumen hingen bunte Ketten und der Hufschlag der Pferde hallte durch die Luft.

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Royal Street

Den Mississippi konnte ich nicht links liegen lassen. Ein kleiner Spaziergang am breiten Fluss, ein bisschen ausruhen auf der Bank und die Augen auf das Wasser gerichtet. Ach, dieser Fluss hat’s mir angetan. Er ist so gigantisch breit und mächtig. Mir wird immer ein bisschen warm ums Herz, wenn ich an ihn zurückdenke.

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Schönste Aussicht

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  • New Orleans an sich
  • Buntes Leben
  • Mississippi
  • Großstadtflair

Historik und Malls (USA Tag 4)

Roadtrip Part III: Jackson-Vicksburg-Port Gibson-Natchez-Baton Rouge.
Mississippi/Louisiana, Great River Road

Wir halten es nicht länger als bis 5 Uhr morgens in dem Hotel aus. Es schüttet draußen. Kein guter Start in den Tag. Wir warten ab, bis der Regen nachlässt, frühstücken bei einer Fast Food Kette und fahren dann zum State Park. Weil wir aber immer wieder so früh aufbrechen, haben die meisten Dinge halt einfach noch zu. Also rein ins Auto und auf die Straße.

Vicksburg

Vicksburg ist unser nächster Anlaufpunkt. Eine super hübsche Stadt. Wir fahren bis ganz dicht an den Mississippi heran und entdecken sogar plötzlich eine „historische Altstadt“. Na, da müssen wir doch direkt mal aussteigen und erkunden. Vicksburg wird immer schöner. Auf der kleinen Straße ist es noch ruhig, außer dass Jazzmusik durch die Häuserzeilen schallt. Denn es ist nunmal das Land des Jazz und Blues und es macht etwas ganz besonders mit dir, wenn du diese Musik in einer kleinen, fremden Stadt hörst. Eine kleine Stadt, die wunderschön ist, bei der noch alle Geschäfte geschlossen haben, die aber trotzdem ein ganz tolles Flair besitzt.

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Städtchen für mich ganz alleine.

Wir irren in ein kleines Café. Das war das Beste was wir tun konnten. Der Kaffee und Tee schmeckt köstlich und der Raum ist kunterbunt und wild eingerichtet. Ein wahres Kunstwerk für sich. Ich liebe diese kleinen, einheimischen Cafés die vor Chaos fast explodieren, aber dennoch so wunderbar gemütlich sind. Einfach herrlich.

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Alles was das Herz begehrt.

Natchez

Erneut geht’s weiter auf der Straße, durch kleine Orte, in denen wir nicht anhalten. Das Wetter ist immer noch düster und ab und an regnet es. Bis wir nach Natchez kommen. Einmal den Ort durchquert und wie magnetisiert zieht es uns an den Mississippi. Wir steigen aus, laufen erst mal gegen eine Wand von Luftfeuchtigkeit mindestens 90%). Es ist schwül und als wir den Mississippi sehen, sehen wir ihn eigentlich gleichzeitig überhaupt nicht. Aber dieses mystische Bild hat sich eingebrannt. Ich trage es mittlerweile in meinem imaginären Fotoalbum mit mir herum. Es ist ganz wellig von der Luftfeuchtigkeit.

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99% Glück.

Baton Rouge (Louisiana Mall)

Nach ca. 4 Stunden kommen wir in Baton Rouge an. Vom Regen ist nichts mehr zu sehen und die Hitze drängt sich schwül auf. In einer Mall essen wir erst mal zu Mittag und bestaunen all die seltsamen Modeobjekte der Amerikaner. Malls sind immer einen Abstecher wert.

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Für die Geschmacksnerven

Vom Hotel in Baton Rouge berichte ich gar nicht erst. Es war grauenvoll und ekelhaft und wir haben uns für die zwei Nächte ein neues gesucht. Nach der Nacht in Jackson musste das einfach sein.

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  • Roadtrip
  • Vicksburg erkunden und cozy Café entdecken
  • Dem Regen trotzen
  • Natchezstop: Mississippi

Great River Road (USA Tag 3)

Roadtrip Part II:  Pine Bluff-Stuttgart-Ulm-Helena-Jackson.
Arkansas/Mississippi. Great River Road.

Nach dem wir eine laute Nacht in Pine Bluff hinter uns gebracht haben, ging es erst einmal 3 Stunden zurück nach Helena und witzigerweise auch durch Stuttgart und Ulm hindurch. Überquerung des dicken, alten Bekannten und wieder zurück aus Arkansas nach Mississippi. Von Helena aus folgten wir dann der Great River Road. Vom Mississippi sahen wir nicht sonderlich viel, aber dennoch konnten wir immer wieder Blicke auf Seen und Flüsse werfen.

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Tom Sawyer kann nicht weit sein

Der Regen ließ den Tag grau wirken. Trotzdem haben wir viel gesehen. Die Landschaft mitten im Nirgendwo, auf diesen kleinen Straßen, die einfach nur durch grüne Wiesen und breite, breite Felder führen. Ab und zu rief ich begeistert: Wasser! Und P verdrehte dann jedes Mal die Augen. Aber ich musste mich einfach freuen. Denn deswegen war ich ja schließlich hier: Um der Great River Road und dem Flusslauf zu folgen.

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Wir fuhren durch viele kleine Orte, in denen die Häuser gigantische Gärten hatten. Was die denn den ganzen Tag hier im Nichts machen würden, fragte P und ich antwortete: Raus in die Natur gehen. Angeln. Den Fluss und die Seen sehen. Denn ich glaube, dass das schon beruhigend genug ist, auf so einen breiten Mississippi oder einen riesigen See zu starren. Ist ja schließlich Natur.

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An solchen großen Seen kamen wir dann auch eins, zwei Mal vorbei. Besonders spannend sind dann die Bäume, die direkt aus dem Wasser herauswachsen und die Umgebung irgendwie noch ein bisschen märchenhafter erscheinen lassen. In einem der State Parks, in die ich einfach kurzer Hand abbog, zog sogar ein bisschen Nebel über den See. Es war totenstill, bis auf ein paar Vögel und dem Regen. Keine Menschenseele war zu sehen. Einatmen, Stille tanken, ausatmen. Weiterfahren bis nach Jackson, Mississippi.

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Gut, dass ich genug Stille weggeatmet hatte. Denn das Hotel in Jackson (Howard & Johnson) war der reinste Albtraum. Alles dreckig, klebrig, schimmelig und zu dem noch ein komplettes Raucherhotel. Mein Asthma bedankte sich herzlich.

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  •  Roadtrip
  • Von Arkansas nach Mississippi zurück
  • Überall da anhalten, wo es gefällt
  • Stille und Natur atmen

River (USA Tag2)

Riverwalk, Mud Island River Park & Beale Street

Der zweite Tag startete ebenfalls mit Sonnenschein. Endlich würden wir was von der Stadt sehen. Erst einmal fuhren wir nach dem Frühstück zum Mud Island River Park. Ich hatte gelesen, dass man hier in diesem Park die Geschichte des Mississippis erklärt bekommt und der Verlauf des Flusses in Miniatur dargestellt wird, sodass man am winzig kleinen Mississippi einmal komplett entlang laufen kann. Als wir dort ankamen, hatte der Park noch zu. Wir entschlossen uns später wieder zu kommen. Unnötig zu erwähnen, dass auch dies nicht geklappt hat.

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River, river who’s the longest?

Stattdessen verbrachten wir unseren Vormittag damit einmal am Riverwalk entlang zu laufen. Immerhin etwas. Ein bisschen die Beine vertreten, netten Leuten hallo sagen, den Fluss betrachten und vor allem die fetten Häuser bestaunen. Nicht schlecht, wer sich das hier so alles leisten kann…

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Zu viel Geld, zu viel Zeit.

Nach einem Kaffee entschieden wir uns dann dazu, zur Beale Street zu fahren, anstatt zum Mud Island River Park. Die Beale Street. Bekannt für all die Pubs und Kneipen, für den ganzen Alkohol und die Leuchtreklame. Ein bisschen wie die Bourbon Street. Tagsüber jedoch tummelten sich hier nur die Touris. Wir liefen also ein bisschen umher, schauten in die ganzen Andenkenläden hinein, kauften Postkarten und aßen ganz klischeehaft den Burger im Hard Rock Cafe. Alleine wegen der Live-Band hätte sich das Café schon gelohnt, aber tatsächlich kann man gegen die Burger dort so überhaupt nichts sagen. Umwerfend lecker!

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Diese bekannten B-Streets.

Roadtrip Part I: Memphis-Helena-Pine Bluff (Fahrtzeit ca. 3 1/2 Stunden)

Zum Abschluss fuhren wir-statt zum Mud Island River Park (ihr merkt meine Enttäuschung!) nach Germantown (Memphis) und staunten mit offenen Mündern über die Anwesen. Wie viele Leute mit Geld es gibt. UNFASSBAR. Staunen beendet, also starteten wir den ersten Part des Roadtrips: Memphis-Helena-Pine Bluff.

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Roadtrippen zwischen 3 Staaten.

Tennessee ließen wir hinter uns, kamen kurz in Mississippi an und verließen diesen Staat wieder, um nach Arkansas zu fahren. Den Fluss überkreuzten wir selbstverständlich auch. Kleine Orte wechselten sich mit weiter, weiter Landschaft und leeren Straßen ab. Oh Amerika, wie frei man sich hier fühlen kann. (Und ich stellte mir den Mississippi als Nachbildung in klein vor und bereute es noch immer, nicht im River Park gewesen zu sein.)

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  • Riverwalk entlanglaufen
  • Lustige Namen bei Starbucks bekommen
  • Besten Burger essen
  • Beale Street abgrasen
  • Roadtrip staten

Heading to the north (Kalifornien Tag 9)

Roadtrip: Yosemite National Park-San Jose-San Francisco

Yosemite National Park

Auch diese Nacht wurde es trotz tausend Lagen Klamotten und dicken Schlafsack kalt. Aber wir checkten ja eh schon wieder aus. In der morgendlichen Stille ging es dann nur noch über die Tioga Road, hinaus zum Parkausgang. Die Tioga Road wurde als besonders schöner Weg beschrieben, als wir die 80 Kilometer mit dem Auto abklapperten, fanden wir diese nun nicht so spektakulär. Als Abschiedsfahrt aus dem Yosemite heraus, war das allerdings eine schöne Route.

San Jose

Über San Jose ging es dann wieder auf den Pacif Coast Highway. Nach 4 Stunden Fahrt durch’s träge Nichts, war das eine pure Erholung für die Augen. Auch wenn das Wetter eher zu wünschen übrig ließ. In den verschiedenen Grautönen fuhren wir dann an dem Abschnitt der Küste hinauf, immer Richtung Norden, bis zur nächstgrößten Stadt. Insgesamt brauchten wir bis San Franisco 7 1/2 Stunden.

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San Francisco

San Francisco, eine Stadt von der ich schon so viel gehört hatte. Viele meiner Freunde waren bereits hier und kamen aus dem Schwärmen gar nicht wieder heraus. Ich wollte mir mein eigenes Bild machen. Der erste Eindruck war folgender: Wir standen unter Zeitdruck, denn eigentlich wollten wir noch einchecken und dann mit dem Auto über die Golden Gate Bridge fahren. Konnten wir uns aber abschminken, weil hier das pure Chaos an Verkehr herrschte. So tuckerten wir also mit passiver Aggression zum Hotel und hielten davor.

Nächster Eindruck: Die Sonne schien! Es war warm hier-endlich wieder. Dennoch, das Hotel war eine wahre Bruchbude. Als wir die Koffer ausluden, knallte uns eine Asiatin erst einmal die Tür direkt vor der Nase zu. Wir schleppten uns also mit allem möglichen Gepäck, was sich in den 2 Wochen im Auto angehäuft hatte, die Treppe hinauf. Als wir eingecheckt hatten und das Auto ausgeladen hatten, stürzten wir wieder aus dem Hotel und dachten, wir gucken nicht richtig. Da stand ein Abschleppwagen. VOR UNSEREM AUTO!!! Ein paar Zentimeter fehlten noch und das Ding hätte an unserem Auto angedockt! Ich hechtete los, belaberte den Polizisten, der das alles nicht hören wollte. Immerhin stoppte er das Aufladen, ging jedoch ohne ein weiteres Wort weg. Wir standen also mit unserem Strafzettel von 88$ da und bekamen den Mund vor Empörung nicht mehr zu. San Francisco, das war kein schöner erster Tag.

Das Bittere daran war, dass wir nun auf dem Weg zum Flughafen waren, um das Auto abzugeben. 14 Tage ohne Strafzettel und eine halbe Stunde vorher bekamen wir noch einen reingewürgt. Schönen Dank auch. Immerhin klappte das Abgegeben ohne Probleme. Allerdings war uns schon seit Tagen Wasser aus dem Kanister ausgelaufen und somit hatten ca. 7 Liter den Kofferraum komplett durchweicht. Wir sagten der Mietwagenfirma lieber nichts davon…

Als wir dann nach einer ewig langen Shuttlefahrt im Hotel ankamen, nahmen wir das Chaos erst richtig wahr. Überall schimmelte die Bude. Alles war dreckig. Da war das Hostel in L.A. angenehmer und das sollte schon was heißen. Frühstück würde es morgen auch nicht geben, außer man zählte Kaffee aus einer verdreckten Maschine als Mahlzeit. Das Beste daran: Das Hotel war angeblich ein bed&breakfast.