Premiumwanderweg Seegang [Bodman Bodensee]

Premiumwanderwege gibt es auch bei uns in der Nähe. In Hessen nämlich. Da haben wir schon einige durchlaufen und abgewandert. Zum Beispiel jedes Jahr zur Kirschblüte, das ist einer meiner Lieblingswege. Auch in Bodman (oder eher rund um Bodman herum) gibt es einen Premiumwanderweg. Die Marienschlucht ist leider schon seit längerer Zeit gesperrt-wäre sicher schön gewesen. So begnügten wir uns damit die „heimatliche“ Umgebung zu erkunden. Das hat auch seine Vorteile, zum Beispiel, dass man direkt von der Haustür aus loslaufen kann.

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Bodman in Blüte.

Überall blüht und sprießt es. Die Obstplantagen mit ihren weißen Blütenmeer und die Wiesen voller Butterblumen. Umso höher wir kommen, desto schöner wird die Aussicht. Auf den Bodensee z.B. und auf das kleine schnuckelige Bodman.

Der Weg führt zur Burgruine hinauf, durch schattige Serpentinengelände. Einmal durch den Wald, direkt am Bärlauch vorbei. Da liegt die Burg ganz versteckt zwischen den Bäumen und wartet seelenruhig bis wir endlich bei ihr ankommen und auf Entdeckungstour gehen. Die alten Mauer bieten ein schönes Ambiente und tolle Aussichten auf den See und das Kloster.

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Alte Mauern erzählen eine Geschichte.

Richtig gefreut hatten wir uns auf die Bisons. Aber die weiten Wiesen waren wie leer gefegt. Der Flyer hatte einfach zu viel versprochen. Dennoch ist der Weg hier hoch einen Abstecher wert. Wer mag kann in der Bison-Stube einkehren oder einfach die unendliche Weite und die damit einhergehende Ruhe der Wiesen genießen, bevor es dann wieder bergab Richtung Kloster geht. Dieses wird noch genutzt und hat im Gegensatz zur Burgruine keine großen Aussichten in petto. Für einen kleinen Zwischenstopp ist das ganze aber trotzdem ganz nett. Auf steilen, kurvenreichen Wegen geht es dann wieder hinunter in den Ort.

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Das Kloster ganz klein, der See ganz groß.

Hier wartet die Tapasbar direkt am Seeufer mit einem leckeren Essen auf uns. Und natürlich ein Eis zur Belohnung. (Ob da die geschaffte Wanderung oder das leckere Essen belohnt wird, lassen wir mal außen vor.) Genießen und Schlemmen ist hier zumindest garantiert.

Weil noch ein halber Tag vor uns liegt und das Wasser einfach wunderbar lockt, kramen wir die Paddel des Ruderboots aus und los geht die Fahrt. Einmal bis zum Naturschutzgebiet und weiter bis zum Hafen von Bodman. Bootfahren ist die pure Entspannung. Vor allem wenn jemand anderes (in diesem Fall mein Bruder) rudert und die Sonne einem den Körper wärmt. Das leise Plätschern des Wassers und das Rufen der Vögel sind die schönste Melodie. Wir waren übrigens die einzigen mit einem RUDERboot. Alle anderen hatten Motor- oder Segelboote. Jeden Abend und manchmal auch früh morgens vor dem Bäckerweg zog es mich noch einmal zurück an den Steg. Nur um zu gucken, wie der See so aussah. Lag er im Nebel? War er in Rosé getaucht? Oder zeigte er sich einfach ganz Blau?

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Vielfältig wie ein Chamäleon.

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  • Wanderung durch die Natur.
  • Butterblumenwiesen und Bärlauchfelder.
  • Schlemmen am Ufer.
  • Bootsnachmittag voller Genüsse.
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Säntis [Schweiz]

Die Schweiz war schon immer eins meiner favorisierten Länder im Süden. Alles ist ganz aufgeräumt, es gibt urige Häuser und viele glückliche Kühe auf den Wiesen. Nur leider ist die Schweiz verhältnismäßig teuer. Zürich ist zwar immer ein Abstecher wert, jedoch einfach nicht bezahlbar. Dafür gibt es jedoch andere Orte, die immer wieder eine Reise wert sind. Mit dem Säntis zum Beispiel hatte ich noch eine Rechnung offen. Letztes Mal (vor zwei Jahren im Spätsommer) hat er sich nicht unbedingt von der schönsten Seite präsentiert: Wolkenverhangen. Man konnte einfach überhaupt nichts sehen.

Dieses Mal war aber alles anders. Alleine die Fahrt zum Säntis ist jedes Mal wunderschön. Hier ist die Welt einfach noch in Ordnung. Es gibt nichts, was auch nur annähernd stört. Da sind die Berge im Hintergrund, die Wiesen im satten Grün und die Kühe grasen vor sich hin. Schon vom Bodensee aus kann man die Berge sehen. Eigentlich ist das ja mein heimliches Ziel gewesen. Sobald ich Berge sehe, blüht mein Herz auf.

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Nach einer ca. 2 Stündigen Fahrt (ohne Vignettenstraße) ist man dann auch am Säntis angekommen. Mit der Seilbahn geht es für 25€ (Ermäßigte) oder 38€ (Erwachsene ab 16 Jahren) den Berg hinauf und später wieder hinunter. Ich konnte leider niemanden dazu gewinnen wieder hinunter zu laufen. Die Fahrt hinauf ist immer schon ein kleines Highlight. Es schwankt und ruckelt und plötzlich ist da diese atemberaubende Aussicht auf der einen Seite und auf der anderen Seite fürchtet man stets gegen die Bergwand zu fahren. Das scheint aber normal zu sein. Direkt am Fuß des Berges lag noch ein bisschen Schnee. Oben verschlimmerte sich der Winter noch etwas, hielt sich aber in Grenzen.

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Dann tritt man also aus der Glastür heraus, direkt auf die Terrasse. Was sieht man? Strahlend blauer Himmel, Bergketten die aussehen wie gemalt, Schnee und 6 Länder. Ja wirklich: Schweiz, Österreich, Deutschland, Lichtenstein, Frankreich, Italien. Man kann bei guten Wetter bis in den Schwarzwald hineinschauen. Der Bodensee erstreckt sich ebenfalls in voller Größe in der Ferne, genau wie der Züri See und der Seealpsee. Selbst eine Richtung hätte mir schon als Ausblick gereicht, aber jede Richtung hat eine kleine Besonderheit. So verbrachten wir sehr viel Zeit mit stehen und gucken.

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Aus dem Staunen kam ich gar nicht mehr hinaus. Diese Ruhe hier oben (ausgenommen der heulende Wind) und dieses Panorama. Wie sehr ich Berge mag, wurde mir hier noch einmal verdeutlicht. Ich liebte es hier. An der Aussicht veränderte sich eigentlich überhaupt nichts und trotzdem wurde es einfach nicht langweilig.

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Unten wieder zurück packten wir unsere Käsebrote aus und machten ein Picknick. Dann ging es noch auf einem kleinen Rundweg (25 Min.) spazieren, um sich die Beine zu vertreten und den Berg noch ein bisschen anzustarren. Hier wurde es allerdings ein bisschen heimtückisch. Wir liefen und liefen auf der teilweise dicken Schneeschicht, bis plötzlich meine Mutter im Schnee versank. Erst da wurde uns bewusst, dass hier an manchen Stellen noch bis zu einem Meter Schnee lag und auch im Frühling noch Winter ist.

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  • Glückliche Kühe sehen.
  • Berge anstarren.
  • Säntis Panorama.
  • Sechs-Länder-Aussicht.
  • Seilbahnfahrt mit Abenteuer.

Cherry Blossoms

Du solltest den Wolf von der Tür fern halten, er kommt jede Nacht ein kleines Stückchen näher und wie er erst nach dem Blut bettelt. Genau dieses Gefühl, welches Mumford and Sons in „The Wolf“ so schön beschreiben, hatte ich die letzten Wochen. Der Wolf stand direkt vor meiner Tür. Immer bereit, dass ein Fehler passiert. Ich schwach werde. Er lauerte, wartete auf den kleinen Ausrutscher, der mir irgendwann unterlaufen würde.

Aber die Fehler, die Ausrutscher, all das blieb aus. Es war eine Woche auf dem Drahtseil. Die Wendungen kamen einfach so. Alles überschlug sich. Ich wartete auf den großen Knall. Auf das Ende dieser kleinen Glückssträhne. Sie blieb bisher aus. Es hat sich nur etwas beruhigt. Das ist auch gut so. Das Leben schreibt einfach die besten Geschichten.

Ausgelaugt und nach einer Woche mit sehr wenig Schlaf, musste ich dann gestern unbedingt etwas für mich tun: Raus an die Luft. Einmal wieder zu Atem kommen und die Woche verarbeiten. Im positiven Sinne. Ab nach Hessen, ins Kirschland. Da stand ich also zwischen Hunderten Bäumen, die aussahen, als hätten sie kleine Schneebälle in ihren Ästen. Oder Wolken. Ich weiß nicht, ob nur ich es bin, aber die Kirschblüte fasziniert mich jedes Jahr aufs neue.

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Einfach ein bisschen durch die Gegend laufen. Die Sonne wahrnehmen. Lächeln aus so vielen Gründen. Und obwohl ich gestern wohl die müdeste Person dieser Welt war, habe ich es einfach nur genossen. Alleine diese Idylle und Ruhe. Nur Vogelgezwitscher war zu hören und die die Schritte auf dem Feldweg.  Es sah ein bisschen aus wie im wahr gewordenen Märchenland.

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Der Frühling ist und bleibt mit seinen Farbexplosionen einfach die schönste Jahreszeit. Dieses zarte Hellgrün, das weiß in den Bäumen und das Gelb auf der Wiese. Natürlich nicht zu vergessen das Blau des Himmels. Und plötzlich war ich gar nicht mehr so erschöpft. Alles hatte sich etwas entspannt.

Gefühl im Körper

Dem Morgen liegt immer ein gewisser Zauber inne. In der Stadt haben hier die wenigsten Wohnungen Balkone. So mache ich das Beste draus, reiße das Fenster auf, setze mich auf die Fensterbank und genieße die Stille. Es ist eine ganz besondere Stille. Sie birgt Zufriedenheit und innere Ruhe. Diese Stille gibt es nur im Zauber des Morgens.

Mittags im Wald herrscht ebenfalls Stille. Aber es ist eine andere Stille. Sie ist erwartungsvoller, als die frühe Stille. In den letzten Tagen mischt sie sich mit dem Frühling. Der Frühling ist nicht nur eine Jahreszeit, er ist ein Gefühl. Etwas, was man tief in sich spürt, während man am Wegesrand steht und in die Ferne blickt. Es kribbelt in einem, sobald man die ersten Blümchen und Knospen entdeckt. Vor allem aber dann, wenn die Temperaturen auf dem Thermometer steigen und die Sonne dabei scheint. Manchmal ist es sogar der Geruch nach Regen. Es beginnt in den Fußspitzen und geht bis hinauf zur Schädeldecke, das Frühlingskribbeln. Als würde der Körper aus einem langen Winterschlaf erwachen, sich schütteln und wieder durchstarten wollen.

An solchen Frühlingsmorgen ist die Welt vollkommen in Ordnung. Nicht nur in Ordnung, sie ist wunderschön. Das sind echte, einzigartige Genießermomente.

Frühling

Secret Place

Da sind überall Farben. Gelb, Rot und Grün. Dazwischen blitzt das Blau. Im See und im Himmel. Ganz still stehe ich am Ufer und schauen den Bäumen beim langsamen hin und her Wiegen zu. Das Wasser kräuselt sich nur ein ganz kleines bisschen. Stoptaste gedrückt halten. Für diesen Moment.

Die Blätter tanzen im Wind leise vor sich hin. Zwischen den Bäumen fällt die Sonne hindurch. Es still. So still wie ich es mir derzeit in meinem Kopf wünsche. Die innere Unruhe treibt mich wieder um. Von hier nach da und wieder ganz woanders hin. Dazwischen blitzen Sorgen auf. Arbeitsüberlastung, Studienleistungen, Wohnungssuche, Herzschmerz. Wo bleibt die Zeit für mich.

Hier am See, da steht die Welt für Stunden still. Es gibt keine verletzten, verlorenen Herzen, kein zu viel und kein zu wenig. Kein Gefühl des Erschöpftseins, keine Überflutung von Reizen, kein Mangel an Konzentration. Es gibt keine Sorgen um die Zukunft, keine Suche nach einem Ankomme, wo auch immer. Es gibt nur mich und den Herbst.

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Mohn für’s Herz

Zwischen all dem Stress muss auch immer eine kleine Auszeit reinpassen. Es geht nicht immer nur stundenlang vorm Laptop sitzen und Prüfungen vorbereiten, den Rest des Tages arbeiten und nebenbei versuchen Freunde zu treffen. Das alles geht mal kurz, aber nie auf Zeit. Und ich bin wirklich froh, wenn die Phase rum ist. Denn dann kann ich endlich wieder bloggen, ohne ständig auf die Uhr zu gucken. Dann kann ich wieder kommentieren bei euch, damit ihr mich nicht vergesst.

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Blumen-, Wiesen-, und Feldkind.

Heute habe ich mir eine kleine Auszeit gegönnt. Denn gestern war eine Prüfung und das Wochenende dadurch viel zu kurz. Also bin ich raus. Auch trotz schlechtem Wetter, oder vielleicht gerade deswegen. Eigentlich ist die Mohnzeit schon fast rum. Aber ich habe da etwas im Internet gefunden…

Da ich letztes Wochenende eh schon in Hessen rumgeturnt bin, habe ich das heute einfach auch wieder gemacht. Auto getankt und los. Denn hier in Hessen gibt es in einem kleinen Dorf etliche Mohnfelder. Nein, was sage ich: Millionen Mohnblüten. Sie erstrecken sich über die Wiesen und Felder und trotz fehlendem Sonnenschein strahlen sie.

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Rosa ist die Farbe des Tages.

Mohn ist ja bekanntlich meine Lieblingsblume. Mit Wildblumenwiesen, wilder Kamille und Kornblumen im Getreidefeld kann man mein Herz im nu erobern. Da machte der Tag heute keine Ausnahme. Wohin man schaute, alles war Pink, Blau, Weiß, Gelb. Ganz besonders freute ich mich über den bekannten strahlend roten Klatschmohn. Pink ist keine Farbe für mich, aber als ich die Felder voller Blumen sah, habe ich meine Meinung kurzfristig geändert. Für heute. Ich war also komplett mohnüberflutet.

Klippenblick

Es ist Pfingstsonntag. Die kleinen Städte sind ausgestorben, die Natur voll von Menschen. Überall sind die Leute draußen unterwegs. Ob sie nun mit dem Rad durch die Felder fahren, mit den Wanderschuhen die Beine auf Wanderwegen vertreten oder mit dem Kajak auf dem Fluss unterwegs sind. Jeder genießt das Wetter, die freie Zeit und die Natur.  Meine Schuhe wurden geschnürt, es hörte auf zu regnen und ich lief los. Mit Proviant und viel Hoffnung auf Ruhe, irgendwo in der Hessischen Schweiz.

Auf dem Wanderweg P4 ging es für mich vorbei an der Salzfrau, dem Wolfstisch und dem Kalkbrennofen. 13km durch den Wald, weit oben. Es taten sich Aussichten auf, die zum kurzen Innehalten einluden. Einfach mal den Blick schweifen lassen, über dieses Land mit den sanften Hügeln, dem satten Grün, kleinen Dörfern und dem breiten Fluss. Breite Wege führten mich entlang der Klippen. Irgendwann wurden die Wege zu schmalen Pfaden. Die Sonne verfing sich in den Baumkronen und spielte mit den Blättern der Bäume. Sonne und Schatten zauberten einen wahren Genuss.

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An jedem noch so kleinen Aussichtspunkt blieb ich stehen. Holte tief Luft. Tat mal gar nichts, außer gucken und der Stille zuhören. Das Rauschen des Windes in den Bäumen, ein kleiner Vogel weit über mir. Ein aufgeschrecktes Reh. Ganz weit oben ein Flugzeug. Vereinzelt ein paar menschliche Stimmen. Die Bewegung tat mir gut. So viel aufgestaute Energie.

Da stand ich an der Klippe und schaute auf dieses Land. Wo irgendwo die Werra die Fulda küsst und die Weser entsteht, die weit im Norden in der See endet. Wenn ich ganz fest die Augen zusammenkniff und mich konzentrierte, konnte ich mir das Meer hinter dem nächsten Berg einbilden. Ich stand an der Klippe und warf all meinen Stress und meine Sorgen den Abgrund hinunter. Dann lief ich weiter.

Abenteuerherz (Ostsee)

Ohne viele Worte: Am Ostersonntag ging es auf Entdeckungstour in der umliegenden Umgebung. Zuerst auf den Leuchtturm, der eigentlich recht klein ist, von dem man dennoch einen tollen Ausblick über das Land hat. Zumindest, wenn man rechtzeitig da ist, denn so viele Leute passen oben nun auch nicht drauf.

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Vom Türmchen ging es zuerst zur Münster. Kostet Eintritt. Wer hätte das gedacht. Also schnell von außen gucken, ein Spaziergang über das Gelände und ein bisschen Bärlauch aus dem Klostergarten klauen. Vom Beet direkt in den Mund.

Wer mal so richtig viele Touristen auf einem Haufen erleben will, der sollte nach Kühlungsborn fahren. Hier treten sich die Leute echt über den Haufen. Vielleicht liegt es an den Feiertagen oder doch an der Sonne. Auf jeden Fall macht es kaum Spaß hier entlang zu schlendern.

Also schnell weg hier und zum Boisendorfer Werder. Hier ist noch alles in Ordnung. Die Welt, die Natur und das Leben. Auch hier sind vereinzelnd Menschen, die verstanden haben, das Stille was wert ist. Aber alle genießen das Leben, die Sonne und die freien Tage. Hach, so sollte es immer sein.

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Ostseeluft und Gespensterwald

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… ist ein kleiner Ort, den zum Glück noch nicht viele Menschen kennen. genug sind es trotzdem schon. Es verteilt sich hier nur besonders gut. Eigentlich wollte ich nämlich genau das: Wenig Menschen, dafür umso mehr Ruhe und Natur. Gesagt, getan. Koffer gepackt, ab ans Meer. Ein paar Tage Seeluft schnuppern, sich durchpusten lassen und endlich mal wieder Gummistiefeltage einlegen.

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Mit dem Wetter hatten wir sehr viel Glück. Es hat meist nachts und früh morgens geregnet. Dann konnten die Gummistiefel angezogen werden und los ging es. Rund um Rerik gibt es zum Beispiel viel unberührte Natur, viel Meer, Dünen und ein bisschen Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg. Mystisch sieht es ja schon aus.

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Gespensterwald

Was noch toll an dem Wetter ist? Das Licht. Es macht Fotos besonders hübsch. Sie sehen alle wie bearbeitet aus, dabei hat man nur auf den Auslöser gedrückt. Wozu Gummistiefel noch gut sind? Man darf sagen, dass man schon mal mit den Füßen in der Ostsee war. Nicht gelogen. Außerdem muss man nicht ständig darauf achten, dass man Pfützen und Matsch umrunden muss, man kann einfach hineinhüpfen und sich wieder wie ein Kind fühlen. Das gelang mir im Gespensterwald besonders gut. Hier lässt es sich besonders gut sowohl durch Wald, als auch an der Steilküste – mit Blick aufs Meer – durch den Klutsch laufen.

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Die weiße Stadt (Heiligendamm)

Einen letzten Abstecher machten wir dann noch nach Heiligendamm. Hier fährt der Molli. Ein Zug, den ich leider nicht zu Gesicht bekam. Nur hören konnte man ihn überall. Ansonsten kann Heiligendamm als die weiße Stadt ziemlich punkten. Es gibt tolle „Kurwälder“ in denen gerade alles zu blühen beginnt. Frühlingsexplosion. Den Namen hat sie allerdings durch die uralten, wunderschönen Villen an der Strandpromenade weg. Herrlich. Hat jemand noch ein bisschen was beiseite gelegt, um in so ein Haus zu investieren?

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Verloren im Wacholderbusch (Naturpark Meißner)

wa4Es gibt jedes Jahr einen Sonntag, an dem wir bis in den Süden Niedersachsens fahren und noch viel weiter. Nämlich bis nach Hessen. Die haben einfach eine bezaubernd schöne Kirschblüte. Für mich ist das jedes Jahr ein Highlight. Ich freue mich tatsächlich jeden Frühling wieder auf die kleinen, schneeweißen Blüten. Doch dieses Jahr kam alles anders.

Leider ist es nicht so ganz einfach die Kirschblüte abzupassen. Wir schauen zwar immer im Liveticker, wann es in voller Pracht blühen wird, aber leider können die das auch meist nicht so ganz genau sagen. So sollte zum Beispiel eigentlich erst in der 17. KW die volle Blüte zu begutachten sein. Stattdessen erstrahlten die Kirschen heute schon in voller Pracht. Wir hatten jedoch eine andere Route im Kopf.

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Aussicht ins Grüne

Der Premiumweg 8 führt malerisch schön durch die Landschaft. Auf breiten Pfaden durch den Wald und über Wiesen, ein kleiner Abstecher bei der Rosstrappe und am Ende durch einen Wacholderbuschwald. Genau jetzt ist der Frühling für mich das Schönste, was ich mir vorstellen kann. Die Sonne scheint, die Natur schiebt alle möglichen Sprößlinge, Pflanzen, Knopsen hervor und ich kann vom Gucken gar nicht genug bekommen.

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Weites Wiesen, weites Land. Weite Liebe.

So auch heute. Auch die dritte Jacke hatte ich irgendwann im Rucksack verstaut. Das einzige Geräusch, welches zu hören war, waren die Vögel und mein eigener dumpfer Schritt auf dem Wiesenboden. Weite Wiesen, so grün und satt, wecken in mir jedes Mal das Bedürfnis loszulaufen und laut zu jubeln. Was da verquer ist bei mir, weiß ich auch nicht.

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Verloren im Wacholderbuschwald

Das Leben kann so schön sein. Solche Sonntage sind zum lieben da. Mit jeder Faser des Körpers. Laufen, genießen und später gerne daran zurückerinnern.