Herr Löwenkopf

Vor zwei Monaten habe ich dich noch vermisst. Geglaubt, dass meine Welt jeden Tag ein Stück weiter untergehen wird, wenn du nicht zurückkommst. Und du kamst nicht zurück und ich musste alleine durch die kalte Dunkelheit. Jeden Tag ging meine Welt ein Stückchen mehr den Bach runter. Ich fühlte mich verloren in meiner eigenen Wohnung, einsam in meinem eigenen Bett. Jedes Mal wenn ich dich traf, zersprang mein Herz aufs Neue. Immer und immer wieder und die Scherben klapperten in meiner Brust. Ich wollte dich nicht mehr sehen, dich nicht mehr hören, nichts mehr von dir wissen.
Trotzdem ruft mein Herz in tiefen, schwarzen Nächten immer noch nach dir.

Letzte Woche Montag habe ich all die Splitter und Scherben aufgesammelt. Versucht zu kleben, was zu kleben ging. Mein Herz habe ich neu zusammengesetzt, ein Puzzle aus vielen Erfahrungen und Emotionen. Es ist wieder ein bisschen mehr Ganzes geworden, mit vielen fehlenden Teilen, scharfen Kanten und zerbrechlichen Stellen. Ich konnte das Stechen in mir nicht mehr ertragen. Es ist halbganz wieder eins.

Ohne das ich es bemerkt hätte, hat es sich schon wieder aus meiner Brust gestohlen. Gerade einmal wieder auf dem Weg der Besserung und schon ist es wieder fort. Es hat sich davon geschlichen, zu diesem Mann mit dem frechen Mundwerk und den meerblauen Augen. Der, der so interessiert scheint.  Der einfach nur zuhört und dann viele Fragen stellt. Den ich eigentlich nicht kenne, es sich aber anfühlt, als ob.
Nur leider ist meine Angst zu groß, als das ich dir vertrauen könnte, Herr Löwenkopf.

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