Berlin

Ahoi, großes B. Lange nicht gesehen. Da schaukelt der Zug in eine so riesige Millionenstadt ein und ich kann nichts sehen, weil es draußen dunkel ist. Mensch Winter, muss das denn sein. Im Grunde ist Berlin aber immer gleich. Man stolpert aus einem sehr großen, riesigen Bahnhof direkt auf die Straße hinaus und in den Bus oder in die U-Bahn. Das letzte Mal in Berlin war ich 2010. Also so richtig. So richtig, richtig mit Sightseeingtour und Übernachtungen, sonst nur um von Berlin Tegel aus eine Düse über den großen Ozean zu nehmen. Die Stadt hat ein warmes Gefühl  in meiner Herzgegend hinterlassen, das weiß ich noch genau. Fast als wäre es gestern gewesen. Während ich jetzt mit meinem Ex-Kommilitonen an der Bushaltestelle stehe, merke ich vom warmen Gefühl gar nichts mehr. Es ist nämlich bitterkalt. Und die ganze Zeit habe ich Kraftklub im Ohr, wie sie mir leise singend zuflüstern: Ich will nicht nach Berlin.

„Corriger la fortune“ in der Galerie Nord (Moabit)

Allerdings lassen wir uns nicht lumpen. Schließlich sind wir nun in dieser Stadt voller verschiedener Kulturen, Hipstern und Hipsternessen, Berlinern und Berlinerinnen und anderen Besonderheiten. Er eigentlich dauerhaft und ich eben nur zu Besuch. Auf Tourikram haben wir keine Lust, also ziehen wir in Moabit durch die Straßen, bis wir eine kleine Kunstaustellung finden. Die Vernissage hat heute/Freitag, der 27.01.2017/erst aufgemacht. Hier pulsiert direkt das Leben los. Ich komme mir mit meinen Nikes und dem Mantel absolut underdresst vor. Heute Abend zähle ich statt Schafe einfach Hipster. Das Schöne an Berlin ist: Es interessiert einfach niemanden. Du kannst einfach im Schlafanzug rausgehen und die Leute denken, es ist dein Stil. Akzeptiert. Abgesegnet.

Natürlich muss man sich in solchen Ausstellungen auch immer ein bisschen lustig machen. Also kauft man sich einen Wein, stellt sich gekonnt vor die Bilder oder Skulpturen und haut Sprüche raus. Nach „gehören die Leute eigentlich auch zur Ausstellung?“ war „wenn ich Ikearegale zusammenbaue sieht das auch so aus“ mein Lieblingssatz. Ihr seht schon. Wir sind sehr große Kenner.

Ausstellungsrundgang "Corriger la Fortune" @ Galerie Nord I Kunstverein Tiergarten, Berlin [7. Februar]
Die Galerie Nord. Quelle: berlin.carpediem.cd

Absinth Bar: Druide

D ist noch nicht allzu lange in Berlin. Ich glaube, selbst wenn man lange dort wohnt, man wird nie alle Bars, Kneipen und Restaurants ausprobieren können. Er ballert mir tausend Vorschläge und Empfehlungen an den Kopf und ich bin sehr verwirrt. Am Ende meint er, dass wir doch einfach einen Absinth trinken gehen sollten, da er schon ein paar Mal an der Bar vorbei gelaufen wäre und ihm diese immer so gruselig erschien. War sie überhaupt nicht. Nur voll wurde sie irgendwann. Man muss dazu sagen: Die Getränkekarten sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber nachdem wir uns für den guten Absinth für 4,50€ entschieden haben (nur das Beste für uns), ging der Spaß los. Zucker anzünden, mit Wasser ablöschen, mit einem viel zu kleinen Löffel im Glas rumstochern, trinken. Erinnert mich irgendwie an das Erwärmen von Heroin, aber vielleicht bin ich da auch irgendwie eine Querdenkerin. Fazit: Kann man auch mal wieder getrunken haben, muss man aber auch nicht.

https://i2.wp.com/druide-bar.simdif.com/images/publish/simdif_0x17788d40.jpg
Geklautes Bild aus dem Internet. (Quelle: druide-bar.de)
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4 Kommentare

  1. Wenn meine fiese Erkältung es will, bin ich in knapp zwei Wochen auch in Berlin. Für drei, vielliecht vier Tage. Freue mich sehr darauf, weil es bislang so ausschaut, dass ich dort endlich mal wieder Zeit mit meinem Uraltkumpel haben und eine ganz besonders liebe Freundin wiedertreffen werde. Wenn alles mit dem „frei kriegen“ so hinhaut. – Und eigentlich würde ich auch noch ein paar andere Leute gern mal wiedersehen. Mal gucken. Erstmal muss ich noch die kommende Woche überstehen, und vor allem diesen ekligen, hartnäckigen Infekt …

    Allerschönste Grüße an Dich,liebe Ines!

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  2. Genau aus dem Grund, den du nanntest, von wegen es wäre in Berlin egal, wie du rausgehst, es wird einfach akzeptiert, mag ich diese Stadt so sehr, weil es mir vorkommt, als würden das die Leute „dort oben“ auch tatsächlich einfach so machen, also rausgehen wie sie möchten. Dadurch wirkt das alles so bunt und „durcheinander“ und ich mag das einfach so 🙂 Zum dort Leben wäre es mir wohl definitiv zu städtisch, aber immer mal wieder einen Abstecher dort hin machen und den Großstadttrubel wirken lassen, der doch irgendwie anders ist, als in anderen Städten.
    Mein Cousin lebt seit Oktober in Berlin, Bruderherz wird ab Mitte Februar für zwei Monate nach Berlin gehen, vielleicht schaffen wir es dann auch mal wieder Berlinluft zu schnuppern.

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