Stadt für Entdecker

Mit Köfferchen und Rucksack stolpere ich förmlich ins Abteil. Lange ist es her, dass ich Zug gefahren bin, dabei fahre ich so gerne. Nun habe ich eine lange, lange Reise vor mir. Da sitzt da plötzlich ein junger Mann auf meinem reservierten Platz. Er hat den ganzen Sitz vollgekrümelt. Ich unterhalte mich kurz mit ihm und starte dann ins Abenteuer.

Hinter Fulda und Frankfurt kommt nur noch unbekanntes Land. Nach meinem Umstieg in Offenburg beginnt die Fahrt durch den Schwarzwald. Eine herrliche Strecke mit der Bahn. Alles ist so grün und wird immer bergiger. Es beginnt in mir zu kribbeln. Konstanz rückt näher und somit auch der südliche Dialekt, der für mich direkt nach Urlaub klingt.

Als Niedersachse bin ich immer wieder überrascht, wie nett und offen die Leute in anderen Bundesländern sind. Fährt man Richtung Norden werden die Wörter immer weniger. Doch wenn man hingegen in den Westen (die Westfalen hinter Bielefeld als Paradebeispiel) oder nach Süden fährt, beginnen die Leute plötzlich mit einem zu reden. Einfach so. Sie führen tatsächlich Smalltalk oder ganze Gespräche über Gott und die Welt. Ich bin überrumpelt, füge mich dem aber direkt. Herzliche Grüße an die junge Mutter, durch die die Zugfahrt bis nach Singen nicht ganz so langweilig wurde!

Konstanz

Dann plötzlich stehe ich in Konstanz. D. hat mich abgeholt, das Gepäck ist in der Wohnung angekommen und meine Kamera ist griffbereit. Wir schlendern  vorbei an kuriosen Brunnen hinein in die Innenstadt. Wenn noch etwas vom Urlaubsfeeling gefehlt hat, dann habe ich es spätestens hier auf der Straße gefunden. Es hat sich in den bunten Häuserfassaden und engen Gassen versteckt. Nur hier entfaltet es seine ganze Wirkung.

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Konstanz mit Bodensee in Miniaturformat. So schön, dass man es beinah mit nach Hause nehmen mag.

Da ist dann auch auf einmal der Bodensee. Hinter der Altstadt mit den ganzen Touris taucht er einfach so auf. Die Sicht ist schlecht, aber trotzdem bin ich sofort verliebt. So ein riesiger See, fast kann man sich einbilden, dass es das Meer wäre! Und dann diese ganz andere Mentalität der Menschen hier, die schönen Straßen und das lauwarme Wetter.

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Bodensee in Echt.

Die Konstanzer Münster ist beeindruckend schön. Leider hat der Turm schon geschlossen, da kann man sicher gut über die Stadt schauen. Ein paar Wandgemälde schauen wir uns im Hotel an und dann gibt es nur noch Essen. Es ist Herbst und somit Flammkuchenzeit. Im Roter Gugelhan kann man leckeren, riesigen essen und sich sogar die Zutaten für den Belag aussuchen. Jeder Tourist, der an uns vorbeilief beneidete uns zutiefst.

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Kleine Freunde von der See.

Konstanz ist also gar nicht nur was für alte Menschen, wie ich immer befürchtet hatte. Im Gegenteil, die Stadt ist wunderschön, bunt und so eigen. Warmherzig wird man empfangen und kann direkt in den Urlaub eintauchen. Von Kopf bis Fuß. Es gibt vielvielviel zu sehen. Viel zu viel für die kurze Zeit, die ich in Konstanz verbracht habe. In jeder Ecke und jedem Gässchen kann man sich verlieren und die Zeit vergessen. Den Bodensee darf man nicht vergessen. Alleine am Wasser zu stehen und einfach in die Ferne zu gucken ist schon ein kleines bisschen Großurlaub. Mein Entdeckerherz schlug Purzelbäume.

Lie

  • Richtung Süden
  • Gespräche mit netten Fremden
  • Den Bodensee besuchen
  • Durch Konstanz kleine Strässchen schlendern
  • Entdeckungstour starten
  • Flammenkuchen essen (obwohl ich den gar nicht mag)
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6 Kommentare

  1. konstanz und überhaupt der bodensee ist ein schönes fleckchen erde. wir waren natürlich schon öfter da, weil es nicht so weit entfernt ist. mich verzaubert der see immer wieder, weil er auf mich wie ein meer wirkt. 🙂

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  2. Man musst nicht zwingend immer in die große weite Welt hinaus, auch im eigenen Land, quasi vor der Haustüre, gibt es wunderschöne Flecken 🙂
    Ich verfolge deine Reise ja quasi in Bildern, aber ich bin schon so auf die Erzählungen dahinter gespannt 🙂

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    • Da gebe ich dir absolut Recht. Auch Deutschland hat wunderschöne Fleckchen, die man erkunden kann. 🙂 So direkt vor der Nase liegt Konstanz für mich allerdings auch nicht-der Weg darunter war schon ziemlich lang. Aber er hat sich gelohnt 🙂
      Ich werde auf jeden Fall weiter berichten. Schön, dass du mitliest, obwohl du die Bilder schon kennst. ❤

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