Selbstliebe

Ganz oft sind die einfachsten Dinge, die schwierigsten Dinge. Sich selber zu schätzen und zu lieben zum Beispiel. Eigentlich dürfte das doch nicht so schwer sein, man lebt ja schließlich mit sich selber zusammen. Jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde. Da ist es ganz klar, dass man sich in und auswendig kennt, mit allen Macken und Fehlern. Diese kleinen Kanten, Schrammen und urigen Eigenarten lernt man dann aber leider besonders wahrzunehmen.

Es sollte doch so einfach sein ein paar eigene Stärken aufzuzählen. Aber nicht umsonst ist das die meistgehasste Frage in Bewerbungsgesprächen. Denn es ist nicht einfach sich auf sich zu konzentrieren. Die Achtsamkeit liegt meist wo ganz anders. Beim Butterbrot oder in den Wolken, aber nie bei einem selbst. Es fällt in solchen Situationen besonders schwer einen Schlussstrich unter Dinge zu setzen, die einem schaden. Manchmal kommt es einer Bergbesteigung gleich, wenn man herausfinden soll, was einem gut tut. Lieber die Situation aushalten, sich selber ab und an ein bisschen schaden, alles, nur nicht auf sich selbst hören.

Mir fiel es immer sehr schwer, mich auf mich selbst zu konzentrieren, auf mich zu achten und auch mal „nein“ zu sagen. Nur durch Grenzerfahrungen habe ich gelernt, wann es heißt die Bremse zu drücken und mal zu entschleunigen.  Es zählt auch einfach mal abends auf dem Sofa liegen zu bleiben und abzusagen, anstatt immer zu springen, wenn jemand fragt. Irgendetwas tun, was einem gut tut. Mal mit sich alleine sein und horchen, wo die Verbesserungsvorschläge sich verstecken.

Ich habe immer über Sätze wie „Nur wer sich selber liebt, kann von anderen geliebt werden“ gelacht. Jetzt weiß ich, dass da auch ein ganzes Stück Wahrheit drinsteckt.
Also, wenn man das nächste Mal am Spiegel vorbeischlendert, kann man sich einfach mal selbst ein nettes Lächeln zuwerfen. Ein kleiner Anfang ist damit vielleicht gemacht.

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3 Gedanken zu “Selbstliebe

  1. es ist wirklich nicht leicht. ich frage mich tatsächlich oft, wie mtm mich lieben kann. das klingt hart, ich weiß, aber manchmal erlebe ich mich selbst ganz bewusst und finde mich richtig ätzend. nicht in irgendwelchen streitsituationen, das meine ich nicht, sondern einfach so. ich habe viele freunde und einen tollen mann, also muss mein selbstbild nicht ganz richtig sein. aber es ist da ab und zu. warum, weshalb, das checke ich nicht.

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