Vermissen

Vermissen, das ist dieses elendige Gefühl der Sehnsucht. Nach einer Person, jemand wichtigen im Leben. Jemand der eine Rolle spielt. Unentbehrlich ist. Dieses Gefühl, was sich ein bisschen oberhalb der Körpermitte angesiedelt hat und ein Loch in dich hineinfrisst. Von innen nach außen.

Ich werde dich vermissen. Das weiß ich jetzt schon, obwohl meine Entscheidung noch gar nicht lange steht. Samstags werde ich manchmal beim Fußball nachgucken, ob Schalke spielt. Wenn ich einen Käsekuchen backen werde, dann werde ich daran zurückdenken, wie ich bei dir oder du bei mir in der Küche saßt und wir wie die Kunstkritiker das Stück Torte begutachtet haben. Denn Käsekuchen hat uns verbunden. Von Anfang an. Wenn nichts anders, dann wenigstens der Kuchen.

In der Arbeit werde ich dich mit einem kühlen Lächeln begrüßen und wortlos weitergehen. Solltest du mir jemals wieder schreiben, werde ich dich entweder ignorieren oder dir eine „ja/nein-Antwort“ geben. Vielleicht lösche ich auch deine Nummer oder blockiere dich.

Ich werde nicht dich vermissen, aber deine Nähe. Ich werde es vermissen über deine geklauten Witze zu lachen und neben dir einzuschlafen. Ganz besonders schlimm wird es sein, wenn es mir schlecht geht oder ich irgendwelche medizinischen Ratschläge brauche. Denn du warst für mich da, auch wenn nie mit ganzem Herzen. Immer nur mit halben.

Wir haben es verbockt. Nein, du hast es verbockt. Es hätte so einfach sein können. So unkompliziert und leicht. Wer Vertrauen missbraucht, dem traut man nicht mehr. Nichts erwartet und trotzdem enttäuscht wurden.
So werden wir nie Skat zusammenspielen. Nie wieder zusammen ins Kino gehen. Wahrscheinlich würde ich mich nicht einmal mehr mit dir an einen Tisch setzen, um einen Tee zu trinken. Ich werde möglichst viel Abstand zwischen uns bringen und dich trotzdem ein kleines bisschen vermissen.
Nicht dich, aber unsere Zeit.

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12 Kommentare

  1. Das klingt nach einer Entscheidung, die Du getroffen hast. Nach einer, die Du Dir nicht leicht gemacht hast – ich weiß das wohl.

    Ich ahne auch einiges von Deinen Empfindungen und davon, dass es sich jetzt noch einmal bleischwer anfühlt in Dir. – Aber ich hoffe, wünsche, denke, dass Dich diese Entscheidung letztlich wieder freier, wieder richtig frei, macht und so die Chance für ein neues Beginnen eröffnet. – Schau nach vorn, liebe Ines, nicht mehr zurück!

    Du spielst Skat!!!! Wie lange habe ich das schon nicht mehr getan. Nicht, dass ich ein besonders guter Spieler wäre, aber ich erinnere mich an die wenigen Runden, die schon zurückliegen. Nie ging es dabei um Geld, stets nur um die „Ehre“, aber gerade deshalb waren diese Runden schön.

    Wie sehr wünsche ich Dir den Herzbuben – der, der Dich gerade aus dem Stapel zu ziehen versuchte, war es halt noch nicht …

    Ganz liebe Grüße und einen freundschaftlichen Knuddel für Dich!

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    • Das ist absolut wahr. Die war nicht leicht, aber doch leichter als gedacht. Danke, lieber Sternflüsterer!

      Ja, ich habe Skat mal von ihm „gelernt“, mehr schlecht als recht. Uns hat aber immer eine dritte Person gefehlt. Evtl. werde ich heute mal mit meiner Familie spielen. (: Um Geld wird es dabei aber auch bei uns nie gehen.
      Noch einmal vielen, lieben Dank! Und einen wunderschönen Sonntag für dich

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  2. Oh, das klingt nach einem festen, wenn auch nach einem schweren Entschluss. Aber ich denke, nachdem, was ich alles so mitbekommen habe und lesen durfte, ist es eine sehr gute Entscheidung, die du da getroffen hast. Es wird nicht einfach werden, aber ich glaube an dich, dass du es schaffst. Und ich wünsche dir, dass du jemanden kennenlernst, mit dem du die Käsekuchenliebe teilen kannst, mit dem du die Stücke kritisch beäugen kannst, mit dem du ins Kino gehst, mit dem du zusammen Fußball guckst, mit dem du zusammen einschlafen kannst und der dir zur Seite steht und dir Ratschläge gibt, der dir hilft – und das alles mit ganzem Herzen tut! Ich glaube und weiß, dass du so jemanden kennenlernen wirst. Zwar vielleicht nicht heute oder morgen, aber irgendwann wird sojemand vor dir stehen und anfangs wirst dus vielleicht nicht wahrnehmen oder nicht als solches wahrnehmen, aber dann ist es etwas ganz großes und wundervolles.
    Und bis dieser jemand vor dir steht, setze ich mich auf die Position mit dem Käsekuchen. Ich liebe Käsekuchen! Aber niemand hier sonst mag Käsekuchen auch nur annähernd. Und solange möchte ich gerne diese virtuelle Käsekuchenliebe mit dir teilen 🙂

    Fühl dich ganz fest gedrückt! ❤ Du bist nicht alleine. Ich bin so frei und spreche auch mal im Namen aller anderen: Wir sind für dich da und versuchen dieses Loch soweit es virtuell geht zu schließen.

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    • Ach, wie lieb du bist! Danke! (: Das muntert auf jeden Fall auf und ich versuche mal genau so überzeugt zu sein, wie du es bist-danke für’s Mutmachen! ❤
      Dann teilen wir uns heute doch einfach mal einen virtuellen Käsekuchen beim Kaffeeklatsch. Über Käsekuchen geht einfach nichts. (:
      Ich drück dich ganz fest zurück!

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  3. Liebe Ines,
    Das ist eine Entscheidung und das ist gut so. Das heißt, dass es voran geht.
    Ich finde es gerade lustig, dass du so auf Käsekuchen stehst, denn mein Freund ist auch total vernarrt darin. Jedes Jahr zum Geburtstag bekommt er einen Schoko-Karamell-Cheesecake ganz für sich allein. Ein Stück davon hat wahrscheinlich 1000 kcal.
    Ich wünsche dir, dass du bald deinen Herzmann findest und dass dieser dich genau so liebst wie du ihn und er nicht mit deinen Gefühlen spielt.
    Alles Liebe,
    Juli

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    • Vielen Dank! (:
      Oh, das klingt auch wirklich sehr, sehr, sehr lecker. Da bekomme ich doch direkt wieder Hunger auf Käsekuchen- nur mit Rosinen mag ich den überhaupt nicht. Aber auch als Kind hab ich den immer schon am liebsten gegessen.
      Dir auch alles Liebe,
      Ines

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  4. Diese Entscheidung ist Dir sichtlich schwer gefallen, aber ich denke dass da wirklich der Spruch zutrifft :
    „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“
    Ich hoffe es geht Dir gut damit ?!

    Liebe Grüße, Bärlinerin

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  5. ich glaube auch, dass es die richtige entscheidung ist. ich habe nicht immer alles lesen können, aber was ich gelesen habe bei dir, klang danach, dass diese enscheidung die richtige wäre. 🙂 wir ergeht es dir inzwischen damit? klappt es, wie du es dir vorgenommen hast?

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  6. Liebe Ines,

    zwar habe ich hier auch nicht immer durchgängig mitgelesen – aber was ich gelesen habe… da scheint mir Deine Entscheidung die richtige zu sein.
    Klar fühlt sich sowas erstmal besch… an und immer ist da auch etwas, das man vermißt. Aber mit der Zeit wird es Dir besser gehen, da bin ich mir ebenso sicher wie manch ander(r) hier.

    Und übrigens: Käsekuchen geht eigentlich fast immer. Wir haben da ein tolles Cafè in Quedlinburg entdeckt, es heißt Vincent. Hatte ich mal auf einer Reise im Programm. Google mal…

    Ganz liebe Grüße!

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