Bitte lächeln

Manchmal läuft es eben, zwar rückwärts und bergab, aber es läuft!

Wenn der Orthopäde einem sagt, dass eine Sportpause von Vorteil wäre, weil sonst eine Operation notwendig wird. Wenn dir jemand nach 12 Jahren einfach die Freundschaft über Facebook kündigt, obwohl du gar nichts gemacht hast. Wenn du dann verzweifelt auf der Suche nach einem neuen besten Freund bist und dir dafür einen verkorksten, jungen Mann aussuchst, der erst mal mit sich selber zurechtkommen muss, bevor er dir helfen kann.

Dann hilft es nur noch zu lächeln. Es gibt nur wenige Menschen, die es schaffen, mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, wenn mir eigentlich gar nicht danach ist. Ein echtes, fröhliches, unbeschwertes. So leicht wie die Schmetterlinge im Bauch. Sie kitzeln. Ein Lächeln schafft das auch. Es ist ansteckend.

Lächeln macht Gesichter schöner. Da bricht aus etwas Trostlosem manchmal die wahre Schönheit hervor. Ist das nicht auch im Leben so? Immer etwas Positives im Negativen sehen. Geht der eine Freund, kommt der nächste. Gehst du zum Arzt, weißt du wenigstens was es ist.

Und wenn es bergab gelaufen ist, du unten angekommen bist, kannst du dich vielleicht auch irgendwann wieder hinauf schieben. Von ganz alleine. Oder du findest jemanden, der dich mit hinaufzieht. An der Hand. Und jeder Schritt wird leicht. Ein Fuß vor den anderen. In deinem trostlosen Gesicht zeichnet sich ganz langsam wieder ein Lächeln ab. Es bricht aus dir heraus, wie Pflanzen durch die dicke Betondecke mancher Straßen. Da wo man es am wenigsten erwartet. Die Kopie des Lächelns von dem, der dich den Berg hinaufschiebt. Denn manchmal schiebst du und manchmal wirst du geschoben. Läuft.

Bitte lächeln.

IMG_3587

Advertisements

4 Gedanken zu “Bitte lächeln

  1. Ich möchte Dir sehr gern ein Lächeln schenken. Leider kann ichs nur zwischen diese Zeilen hindurch schicken. Aber es kommt von Herzen! Und ich werde es, wie schon bislang, immer wieder versuchen.

    Liebe Grüße!

    Gefällt mir

  2. »Denn manchmal schiebst du und manchmal wirst du geschoben. Läuft.«

    Manchmal gibt es Sätze, die kommen daher als etwas beinahe Beiläufiges. Unscheinbares. Die überliest man und erst in der Zeile danach (sollte es denn eine geben), hält man plötzlich mitten drin inne und weiß: Man, du hast da gerade eine Zeile gelesen, die in ihrer Einfachkeit eines der größten menschlichen Güter erklärt: Freundschaft.

    »Denn manchmal schiebst du und manchmal wirst du geschoben. Läuft.« Das da. Genau das. Das erklärt Freundschaft.

    Sollten mal mehr Leute tun, über deine Zeilen stolpern. Vielleicht wären wir dann alle ein bisschen freundlicher zueinander.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s