Früher Rückblick

Zweitausendfünfzehn war ein gutes Jahr. Eins, was mich an viele Grenzen gebracht hat. Immer und immer wieder. Aber auch Grenzerfahrungen können helfen sich selbst besser kennenzulernen und über sich selber hinauszuwachsen. Am Ende schaut man dann zurück und denkt: Super cool, wie ich das gemeistert habe. (Auch wenn man in dem Moment nie verzweifelter war und einfach nur losheulen wollte. Rückblickend ist manches davon gar nicht mehr so schlimm. Manches.)

Anfang des Jahres lebte ich noch so vor mich hin. Wusste nicht so recht, was mein Plan sein sollte. Brauchte ich überhaupt einen? Eigentlich lass ich immer gerne mal alles so laufen. Gucken was kommt. Aussortieren kann ich später. Habe ich mir auch dieses Mal gedacht. Aber was genau braucht man denn eigentlich, um ein geiles Jahr zu haben? Ganz genau! Momente in denen man glücklich ist. So glücklich, dass man kurz vergisst zu atmen. In denen man die Augen schließt und die Welt anhalten möchte. Davon gab es auch dieses Jahr wieder einige. Solche „Stopp-mal-kurz,-ist-gerade-so-schön-Momente“.

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Während ich also die Seiten meines nun fast vollen Kalenders durchblättere, entdecke ich Dinge, die ich schon fast wieder vergessen habe. Meine beiden Mallorca Urlaube, der Roadtrip durch Kalifornien, Usedom, Leipzig, Dortmund, Travemünde, Lübeck. Wie wunderschön diese Orte sind. Wie schön die Welt da draußen ist, wenn man die Augen dafür öffnet.

Meinen Abschluss habe ich nebenbei auch noch in die Tasche gesteckt. Eine Wohnung habe ich mit mehr Glück als Verstand gefunden und wenn mich hier keiner rausschmeißt, bleibe ich hier wohnen. Erst einmal zumindest. Nahtlos bin ich in den neuen Job gestartet, der mir viel Kraft gekostet hat, weil ich so auf mich alleine gestellt war. Jetzt fordert er meinen Kopf überhaupt nicht mehr und ich frage mich, wie bald ich die Stelle wieder wechseln werde. Ich kann mir diese Klinik allerdings nicht mehr wegdenken. Es ist eine Hassliebe.

Apropos Liebe. Plötzlich stürmte im Juli ein Mann in mein Leben, den ich 6 Monate als Idioten abgestempelt hatte. Tu ich zwar heute auch noch, aber irgendwas hat sich geändert. Plötzlich dachte ich: Alles oder nichts. Einfach machen. Ein knappes halbes Jahr hat er mir geschenkt, bevor er sich entschied weiterzuziehen. Seine Entscheidung schleppe ich jetzt wie ein viel zu schweres Gepäckstück durch die nächste Zeit, aber irgendwann werde ich das Zeug vielleicht resigniert in die Ecke pfeffern.

Es gab WG-Parties, Konzerte, viel Sport und neue Bekanntschaften. Ich möchte nichts davon missen. Ich war mutig und feige. Es ging bergauf und bergab. Die Situationen änderten sich mal schneller, mal langsamer. Ich habe gewartet und gehandelt. Man muss sich etwas trauen im Leben, Entscheidungen treffen und mit den Fehlern die man gemacht hat, lernen zu leben. Vor allem sollte man nicht zu verbissen an Plänen festhalten. Pläne sind gut, Planabweichungen manchmal sogar noch besser als der ursprüngliche Plan.

Solange die Menschen, die man liebt und man selber gesund und glücklich sind, ist die halbe Miete schon gebongt. 2016 kann kommen. Wer weiß welche Wunder und Überraschungen dort auf uns warten.

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2 Kommentare

  1. Wenn man sich das alles so ansieht, dann passiert in einem Jahr schon ziemlich viel und man sieht, dass die Dinge, die einem in dem Moment schlecht erschienen oder immer noch so erscheinen, vielleicht gar nicht so schlecht waren, weil man doch irgendetwas daraus mitgenommen hat.
    Es ist schön, dass du trotz allem in gewisser Art und Weise das Jahr 2015 positiv mitnimmst. Für das Jahr 2016 wünsche ich dir nur das Beste! (:

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