Drei Jahreszeiten voraus

Während die letzten Sonnenstrahlen des Tages mir das Gesicht wärmen, zwitschern tatsächlich die Vögel im Hintergrund. Wie ein leises Lied. Eine Erinnerung an den Sommer. Vielleicht der beste Sommer seit langem. Noch immer hänge ich an ihm, wie an einer verflossenen Liebe. Vielleicht weil mit dem Sommer auch der Mann gegangen ist, dem ich diese Glücksmomente zu verdanken habe.

Warten auf den Winter, denn mit dem Winter komme ich zurecht. Wenn die Eiskristalle an der Scheibe hängen, es draußen so kalt ist, dass kein Mensch freiwillig vor die Tür gehen will, genau dann werde ich wach. Winterschlaf halte ich im Herbst. Nach jedem Winter kommt ein neuer Frühling. Der wird Veränderungen mit sich bringen-wie jeder neue Frühling. Die eingeschlafenen Körper wieder wecken. Auftauen.

Und irgendwann wird ein neuer Sommer kommen. Die Erinnerung wird schmerzen. Ich werde ihn lieben, wie ich diesen Sommer geliebt habe und trotzdem wird er es nicht leicht haben, dem vorangegangen gerecht zu werden. Etwas nahezu perfektes zu übertrumpfen ist beinahe unmöglich. Trotzdem warte ich immer nur auf den Sommer. Denn drei Jahreszeiten dazwischen reichen vielleicht, um zur Ruhe zu kommen und Erinnerungen verblassen zu lassen.

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2 Gedanken zu “Drei Jahreszeiten voraus

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