I heart hugs

Eine Umarmung ist nicht gleich eine Umarmung.

Schon seit Tagen habe ich das Gefühl, ich müsste ständig jemanden umarmen. Nur um kurz noch mal zu bestätigen, dass ich nicht ganz alleine auf dieser Welt bin. Vorgestern stand ich mit meiner besten Freundin im botanischen Garten und weil wir selbstverständlich wie immer jammerten, haben wir überlegt, was wir dagegen tun könnten. Gegen dieses blöde Gefühl, was einem die Brust zuschnürt. Ein paar Sekunden später standen wir dann bei grauen, nasskalten Wetter in unseren Mänteln mitten zwischen Pflanzen und umarmten uns. Ganz fest.

Gestern, bevor wir losfuhren, umarmte ich meine Oma, meinen Bruder und meinen Vater. Kurze Zeit später stieg ich aus dem Auto aus, irgendwo in NRW und schloss meine Mutter in die Arme. Auch ganz fest. Umarmungen von meiner Mutter oder anderen Familienmitgliedern, können die Welt wieder ins Lot bringen. Sie muss nur einen einzigen Zentimeter aus dem Gleichgewicht geraten sein und schon schaffe ich es manchmal nicht, sie wieder auszugleichen. Wenn ich dann jedoch jemand in die Arme schließe, den ich wirklich von ganzen Herzen liebe, dann rutscht die Welt von ganz alleine wieder an den richtigen Platz.

Das funktioniert aber nicht mit allen Umarmungen. Wir umarmen zu viel. Zu unbedacht. Ich war nie ein großer Umarmer. Mal jemanden Bekanntes zur Begrüßung kurz dem Arm um die Schultern gelegt oder Freunden zum Abschied. Aber immer war das nur flüchtig. Mittlerweile überlege ich ganz genau, welche Umarmungen mir was bringen und welche nicht. Welche ich auskosten muss.

Einige können ein paar Sekunden andauern, andere eine ganze Nacht. Es gibt keine Vorschriften für Umarmungen. Keine falschen und keine richtigen Momente.

Manche Umarmungen sind einmalig. Dann stehe ich da, weiß, dass dieses vielleicht die letzte Umarmung von dieser Person sein wird. Eine Abschiedsumarmung, ohne es auszusprechen. In solchen Momenten möchte ich eigentlich gar nicht wieder loslassen. Ich möchte mich mit den Fingern im Pulli festkrallen und all meine Kraft aufwenden, um noch ein paar Sekunden länger so zu stehen. Sie können nicht nur die Sorgen wegzaubern, sondern leider auch welche schaffen. Sie sind mächtiger, als wir denken. Zumindest dann, wenn wir uns darauf konzentrieren.

Was macht eine Umarmung eigentlich so besonders? Ist es das Gefühl von jemand umschlungen zu werden oder doch eher die Herzen, die dabei aneinander gedrückt werden? Habt ihr auch eine magische Person, die alles wieder gerade rücken kann, einfach, weil sie euch in die Arme nimmt?

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6 Kommentare

  1. Es gibt Umarmungen, die haben mir schon die Tränen in die Augen schießen lassen. Das passiert (natürlich) nicht so oft, ist mir aber schon bei bzw. mit unterschiedlichen Menschen so ergangen. Immer dann, wenn mir der jeweilig andere Mensch irgend etwas mich sehr Berührendes getan hat, vor allem, wenn es für mich oder in ZUsammenhang mit meiner Person geschah.

    Manche dieser Menschen habe ich tatsächlich nie wieder gesehen. Das Gafühl, das mir die entsprechende Unmarmung ggegeben hat, ist aber immer noch bei mir. Ich vergesse Mneschen nicht, mit denen ich so eine Umarmung geteilt habe.

    Im Übrigen bin ich einer von der Fraktion, die nicht so schnell mit dem Umarmen ist. Aber wen ich einmal von Herzen umarmt habe, den umarme ich wieder gern.

    Es hat was mit der Umarmung von Herzen zu tun. Ganz eindeutig. – Deshalb sind Umarmungen wichtig.

    Manche sind freilich schmerzhaft, auch im Nachhinein. – Abver dann helfen bewährte und mitunter auch neue. Und die helfen wirklich!

    Du machst es ganz richtig, liebe Ines. Umarme Menschen, die Du magst, mit denen Dich etwas verbindet. Gerade jetzt!

    Ich schicke Dir ganz liebe Grüße, und wenn ich wüsste, dass ichs dürfte, würde ich Dich auch ganz fest umarmen und Dich festhalten. Es soll Dir endlich wieder besser gehen, Deinem Herzen!

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    • Mir ging es da ähnlich wie dir. Jemand zum Beispiel nach einer Ewigkeit wieder zu umarmen, das ist auch sehr emotional. Und auch das ich die Umarmungen nicht einfach so verteile: ich verteile nur an die, die ich wirklich mag. Ich habe Umarmungen bis vor kurzem aber auch nie so richtig zu schätzen gewusst. Wie wichtig sie eigentlich sind. Eigentlich fand ich Umarmungen ziemlich doof.

      Ich drücke dich selbstverständlich! Liebste Grüße und danke für die Besserungswünsche. (Hoffentlich wird mein Herz das bald auch mal einsehen ;))

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  2. Ich bin kein Umarmungsmensch, auch wenn sich das hier manchmal anders wiederspiegelt, da ich doch gerne mal von mir gebe, dass ich mich darauf freue diesen und jenen wieder in die Arme zu schließen. Aber eigentlich wähle ich meine Umarmungen bedacht aus. Teilweise wehrt sich mein Inneres, wenn jemand x-beliebiges mich in den Arm nimmt. Ich verbinde Umarmungen mit Liebe. Ich mag auch nicht diese oberflächigen, kurz mal den Rücken tätschelnden Umarmungen. Die wirken so gekünstelt. Ich mag eher die ehrliche Variante. Wenn ich jemanden wirklich in den Arm nehmen darf. Drücken darf. Viel Wärme und Liebe damit vermitteln darf. Ich bin auch nicht dieser Begrüßungsumarmer, außer es handelt sich um jemanden, den ich arg lieb habe und schon lange nicht mehr gesehen habe. Für mich sagen Umarmungen doch etwas aus. Der Vergleich ist war arg banal, aber Küsse verteile ich ja auch nicht einfach so in der Welt. Richtig küssen tue ich nur diesen einen Mann, den ich liebe. Küsschen auf Wange bekommt auch nicht jeder. Und diese Liebe und Zuneigung, die damit verbunden ist, die verbinde ich auch mit Umarmungen. Womöglich übertreibe ich ein bisschen …

    Keine Ahnung, ob dus annehmen würdest, aber dich würde ich sofort in den Arm nehmen und so richtig umarmen! (:

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    • Mir geht es auch so. Meine Komfortzone war da immer zu groß für. Ich habe, wenn mich jemand umarmt hat, oft mit den Händen unbewusst auf dem Rücken geklopft. Bis mich ein Freund von mir mal darauf aufmerksam gemacht hat-denn das sind Umarmungen, in denen man nicht stecken möchte. Die nicht zu nahe kommen sollen. Mittlerweile bin ich ein Umarmungsmensch, aber eben auch nur bei denen, bei denen ich das wirklich will und die ich wirklich gerne mag.
      Deine Umarmung nehme ich sehr gerne an! Und ich würde dich sogar ganz feste drücken. (:

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  3. diese magische person ist mein mann bei mir… als wir uns zum ersten mal trafen und die nacht zusammen verbrachten, fragte er mich beim einschlafen, ob er mich umarmen dürfe. ich hab geheult wie nochmal was. und die umarmungen dieses mannes bringen mich zwar nicht mehr zu weinen, aber sie rücken wirklich, wie du sagst, alles wieder gerade.

    danke für diesen tollen eintrag! ♥

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