Zeitlos im September

Nach dem der 08/15 Monat rum ist, ist jetzt auch der 09/15 Monat vorbei. Das Jahr rast noch immer dahin. Der September ist ja eigentlich der Monat des Spätsommers. Wenn alles farbig wird, golden und die Menschen beginnen, sich in Schals zu hüllen. Morgens braucht man mittlerweile wieder zwingend Handschuhe auf dem Rad-seh‘ ich allerdings nicht ein. Für mich war der September kurz. Ich wollte nicht, dass er rumgeht und dennoch ist er einfach so verpufft.

Hier ein paar Listenziele für den September, der sich mittlerweile wie Herbst anfühlt:

♥ Eine „Party“ schmeißen
Das war eine Feier der anderen Art. Wie ich darauf kam, weiß ich selbst nicht mehr so genau. Aber der Plan stand schnell: Den Abschluss mit einem Sektfrühstück feiern. Hat wunderbar funktioniert (nachdem ich wegen Krankheit einmal verschieben musste). Herrlich war’s und ausgelassen. Bunt und laut und witzig. Ein toller Morgen, der sich bis in den späten Nachmittag zog. Frühstücken kann man eben auch am Abend noch.

♥ Konzerte besuchen
Gleich zwei Stück! Darüber habe ich ja ausführlich berichtet. Konzerte sind etwas wunderbares, berauschendes. Ein Event, welches man noch lange, lange in den Erinnerungen behält und wovon man zehren kann, wenn mal harte Zeiten kommen.

♥ Über (Floh-)Märkte bummeln
Na klar, seit Monaten habe ich mir das mal wieder vorgenommen gehabt. Letzten Monat gab es einen kleinen Hofflohmarkt, diesen Monat einen großen Flohmarkt auf dem Marktplatz. Was dort alles angeboten wird. Unfassbar. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Trotzdem habe ich keine Schätze abgestaubt. Ein bisschen Bummeln ist aber immer drin.
Den „normalen“ Gemüsemarkt werde ich jetzt wohl auch ab und an mal besuchen-vorgenommen habe ich es mir zumindest.

♥ Mein Berufspraktikum erfolgreich beenden
Ohne Tränen. So habe ich es mir vorgenommen. Ein ganzes Jahr ist an mir vorbeigezogen. Einfach so. Ich habe neue Leute kennengelernt, die ich mittlerweile echt ins Herz geschlossen habe. Ich habe mich selbst besser schätzen und kennengelernt. Ich habe mich sogar verliebt in diesem Jahr. Ich bin gleichzeitig stärker und schwächer geworden. Es war eine tolle Zeit. Ich habe die Arbeit geliebt. Ich durfte in so viele Lebensgeschichten reinschnuppern. Ich konnte helfen. Und ich wurde in die Klinikfamilie integriert. Ein so zauberhaftes Jahr, habe ich schon lang nicht mehr gehabt.

♥ In den Urlaub fahren
War ja lang nicht klar, ob ich fliegen darf. Dann endlich die wohl schönsten Worte aus dem Mund des Arztes: Grünes Licht, fliegen Sie in den Urlaub. Mallorca im Sommer. Sonst immer nur zur kältesten Jahreszeit dort gewesen. Egal wann, Malle ist immer eine Reise wert. Wie viele fabelhafte Ecken und wunderschöne Gesichter diese Insel hat. Noch einmal: 10 Tage Erholung pur.

Alleine fliegen
Das wurde diesen Monat doch nichts. Hatte ich mir eigentlich mal vorgenommen. Gehofft auch mal so cool zu sein und jemandem hinterher zu fliegen. Vom Flughafen dort abgeholt zu werden. Mysteriös wirken, weil man in der Wartehalle ganz alleine sitzt. Vielleicht irgendwann anders mal. Jetzt bin ich erst mal froh, wenn ich überhaupt fliegen darf.

Die Zeit vergessen
Hat in der ersten Hälfte des Monats überhaupt nicht geklappt. Ich war krank und dadurch war die Zeit komischerweise wichtiger als sonst. Alle paar Minuten auf die Uhr gucken und denken es wäre schon eine halbe Stunde vergangen. Nein, war es nicht. Auf der Insel jedoch wusste ich weder, wie spät es war, noch was für ein Wochentag. Umso überraschter war ich, als nach zwei Tagen schon zehn Tage rum waren. Meine innere Uhr hat mich jedoch nie im Stich gelassen.

Malle-Zusatzliste:

♥ Schnorcheln
Hab ich gemacht. In den türkisestem Wasser überhaupt. So klar, dass jeder kleinste Fisch zu sehen ist. Allerdings lief mir nach 2 Minuten immer das Salzwasser in die Brille, weswegen ich nach guten 5 Minuten keine Lust mehr hatte. Ich brauche DRINGEND ein vernünftiges Schnorchelset für nächstes Jahr. (Egal wohin ich fahre und wenn ich in Alaska im Fluss schnorcheln muss.) Gefallen an diesem Spaß habe ich auf jeden Fall gefunden, spätestens nach Key Largo letztes Jahr.

♥ In Buchten schwimmen gehen & Sonnenuntergänge anschauen
Mallorcas Buchten habe ich sonst immer nur auf Postkarten gesehen. War ja im Winter auch viel zu kalt um darin schwimmen zu gehen. Aber das klare Wasser und die blauen Farben, haben in mir den Wunsch aufkommen lassen, endlich mal in solchen schwimmen zu gehen. Da wir 27 Grad hatten, bot sich das natürlich an. Umso schöner das Wasser, desto besser der Schwimmgang. (Inklusive die zerzausten Salzwasserhaare danach.) Sonnenuntergänge gab’s direkt vorm Hotel. 2x Hinfallen und ich hatte den umwerfenden Ausblick auf das Meer mit samt dem glühenden Sonnenball.

♥ Wandern im Tramuntana
Jein. Wenn wandern mit dem Auto zählt, dann ja. Denn wir sind am Wolkenmittwoch durch die Berge gefahren und haben den Mund vor Staunen nicht zu bekommen. Die Wolken hingen überall, wie dicke Watte. Die Stauseen leuchteten trotzdem blauer denn je.
Wenn mit dem Auto nicht zählt, dann nur so halb. Im Tal des Tramuntana-Gebirges waren wir wandern. Aber bei so warmem Wetter hält man es doch nur am Wasser aus. Dabei liebe ich dieses Gebirge so sehr. Die Ruhe, die Berge, die Flora und Fauna.

♥ Mein Lieblingscafe besuchen
La Murada, angeschmiegt an die Mauer bei der Cathedrale Palmas. Seit meinem ersten Besuch in dieser Stadt kehre ich immer wieder hierhin zurück. Das Essen ist so lecker, dass mir beim Gedanken daran schon das Wasser im Mund zusammenläuft. Die Bedienung ist immer freundlich und charmant. Ein junges, dynamisches Team. Ich liebe es hier zu sitzen und auf den Hafen zu schauen. Einziger Nachteil: Andere denken auch so und daher ist es meist ein Kampf, hier einen Platz zu bekommen. Willkommen im italienischen Spanien.

Vorherige Monatsziele erneuern:

♥ Shoppen in einer anderen Stadt
Oh Palma, ich liebe dich. Es zerreißt mir jedes Mal das Herz, wenn ich nach einem Shopping- und Schlendertag wieder gehen muss. Die Tüten voller bezaubernder Dinge, die ich mit nach Hause nehme. In den Kleiderschrank gehangen. Aber nicht nur Materielles schnappe ich mir. Auch das, was nicht mit Geld zu erkaufen ist: Erinnerungen, die das Herz erwärmen.

Mich glücklich verlieben
Nö. Wieder nicht. Der Ansatz war ja mal da, aber irgendwas scheine ich verkehrt zu machen. Ich sehe diesen Punkt auf meiner Jahresliste 2020 immer noch stehen, ohne dass sich daran was geändert hat.

Mit jemandem einen Tag im Bett verbringen
Auch hier wieder: Nein. Aber hier bin ich optimistisch, denn es wird ja jetzt Herbst. Perfekt, um im Bett liegen zu bleiben.

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4 Gedanken zu “Zeitlos im September

  1. Ich bin gerade sooo seeehr erschöpft, aber als ich Deinen Eintrag hier las, da war das der Beginn der Besserung meines Zustandes.

    Du hast viel Schönes erlebt, liebe Ines. Und DU hast es EMOTIONAL erlebt, Du bist ein sehr fühlender Mensch. Und es hat etliches, dessen, was Du an Beschwerlichem im September erleben und durchmachen musstest, zugedeckt, wie mit einer weichen, sanften Decke. – Manches davon hat darunter allerdings noch nicht Ruhe gegeben.

    Auch das spüre ich zwischen Deinen Zeilen. Und manches ist immer noch etwas unwägbar, und das eine ist so ein großer Wunsch, der einfach gar nicht Ruhe geben KANN. – Er ist so verständlich und seine Erfüllung ist Dir so sehr zu gönnen …

    Allerliebste Grüße, Du!

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    • Du kennst mich schon ziemlich gut: Ich versuche zwar immer eher rational, als emotional an die Sache heranzugehen, aber leider funktioniert das meist nie. Emotionen sind tückisch.
      Ich bin gespannt, was der Oktober bringt. Einen Neustart auf jeden Fall.
      Danke für deinen lieben Kommentar und die herzlichsten Grüße!

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  2. Eigentlich ist die Idee brillant.
    Nein, streich das ‚eigentlich‘ – die Idee ist brillant. Eine To-Do-Liste. Eine monatliche To-Do-Liste. Eine jahreszeitliche To-Do-Liste und immer wieder Zwischenstops, um festzuhalten, was man da eigentlich erreicht hat.
    Nähmst du es mir sehr übel, wenn ich mir diese Idee einmal abgucke und sehe, was sich für mich daraus machen lässt?

    Dein Mallorca-Urlaub klingt großartig. Mein erster und letzter Mallorca Urlaub war mit meiner Familie. Ironischer Weise auch mein letzter Familienurlaub. Ach, na ja, vielleicht irgendwann noch einmal. Mich lockt allerdings mehr die wunderbar britische Insel deiner diesmonatigen Konzertgebenden. 🙂

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    • Ich bin anfang des Jahres darauf gekommen, weil alle mit etlichen Vorsätzen ins Jahr starten und ich ohne große Ziele da stand. Mit kleinen Etappen schafft man jedoch viel mehr. (:
      Du darfst dir gerne die Idee abgucken. Ich bin gespannt, davon zu lesen. Vielleicht kann ich dadurch ja sogar noch einige mehr Ziele entdecken, die mir sonst gar nicht einfallen würden.

      In letzter Zeit habe ich auch wieder sehr die Sehnsucht nach Großbritanien. Ich vermisse den britischen Akzent, die freundlichen Leute und die Landschaft. (Und natürlich den Tee!) 😀

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