Ruhetag

Kranksein ist etwas sehr doofes. Das ist als würde man als Kind an den Rand eines der coolsten Spielplätze gesetzt werden und dann das Verbot ausgesprochen bekommen, nicht mitspielen zu dürfen. Für mich gibt’s dann leider auch immer nur mich und mein Leiden. Nicht wirklich aus egoistischen Gründen, sondern weil ich mich einfach auf nichts anderes konzentrieren kann. Leider bleibt dann nur, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Wenn ich dann also abends im Bett liege, mich fiebrig fühle und mir kotzübel ist, dann kommt mir alles andere total irrational vor. Außerhalb meiner Wohnung dreht sich die Welt tatsächlich weiter. Unten im Restaurant essen die Leute zu Abend, Kinder lachen, Geschirr klirrt. Dann werde ich noch ein bisschen wehleidiger, als ich es eh schon bin.

Eigentlich wollte ich doch gestern zum Betriebsausflug. Meine Kollegen fanden es super. Sie sind erst vor 2 Stunden ins Bett gegangen. Da bin ich gerade wieder aufgestanden. Eigentlich wollte ich heute zu Ikea. Alle anderen fahren trotzdem. Nur ich habe wieder keinen neuen Badezimmerschrank. Eigentlich wollte ich doch morgen meinen Abschluss mit einem Sektfrühstück feiern. Aber wie soll das funktionieren, wenn ich nur schwarzen Tee trinken und trockene Brötchen essen kann, ohne das mir schlecht wird? Mein Körper rebelliert im Moment einfach gegen mich.

Im Bett liegen mag schön sein. Wenn man es nicht zwingend MUSS. Es ist spannend mal im Rollstuhl zu fahren, aber sobald man MUSS, will man das nicht mehr. Es ist überhaupt alles leicht und locker, wenn man es nicht muss. Müssen ist scheiße. Arbeiten müssen, Einkaufen müssen, feste Termine einhalten müssen. Wenn deine Entscheidungsfreiheit entzogen und damit zum Druck wird, macht das alles keinen Spaß mehr.

Wenn ich nicht aufstehe und rausgehe, dann werde ich hier wohl zur Grunde gehen. Isoliert und abgeschirmt. Ich übertreibe wieder mal, aber: Was habt ihr denn für Tipps gegen Langeweile an Krankheitstagen? (Zumal das Wetter gerade den Tag in einen grauen, verregneten verwandelt.)

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9 Kommentare

  1. Deine liebsten Filme aus Kindertagen noch mal gucken.
    Endlich das Buch lesen, zu dem du nie kommst.
    Viel schlafen.

    Ich erhol mich selbst gerade von einer Krankheit und fühl mich regelmäßig ausgebremst. Kleine Aufgaben und dann wieder ins Bett. Sich selbst ein bisschen verwöhnen, so gut es eben geht. Und dann tapfer abwarten.
    (Es sei denn, du schiebst den Weg zur Arzt noch vor dir her – dann solltest du den vielleicht nochmal in Angriff nehmen.)

    Gute Besserung.

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    • Das werde ich machen! Ganz viel auf dem Sofa oder im Bett liegen und einfach das beste draus machen. Auch wenn das natürlich nicht wirklich nach meinem Sinn ist. 😀

      Dann wünsche ich dir auch noch eine gute Besserung! Klingt nicht gut. Halt durch. 🙂

      Beim Arzt war ich noch nicht, werd mich aber Montag krankschreiben lassen, so wird das nämlich nichts. ):

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  2. Die letzten Tage war ich ja auch indirekt außer Gefecht gesetzt, zumindest hat sich meine Möglichkeiten mich zu beschäftigen dezent im Rahmen gehalten. Ich habe viel gelesen, geschlafen, DVDs geguckt und auf die Situation hier bezogen gedanklich mein Zimmer ausgeräumt und überlegt, was ich hierher mitnehmen könnte.
    Krank sein ist immer irgendwie Mist, aber eigentlich hilft nichts anderes, als die Beine still zu halten und die Zeit durchzustehen, um dann wieder wirklich durchstarten zu können, ohne das man gleich wieder ausgebremst wird.

    Ich wünsche dir eine gute Besserung und das du bald wieder auf die Beine kommst, durchhalten!

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  3. Im kranksein bin ich auch richtig schlecht..vor allen Dingen, wenn man weiiß, dass man eigentlich noch 1000 Sachen erledigen muss. Ein paar Vorschläge hast du ja schon bekommen..mein Tipp: hast du noch einen alten Gameboy oder eine andere Spielkonsole? Rauskramen und die Lieblingsspiele von früher nochmal spielen 🙂

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      • Vielen, lieben Dank! 🙂

        Super Idee! Mein Gameboy ist leider scho länger verschollen, aber vielleicht kann ich die Wii mal wieder anschmeißen. (:
        Ich kann es absolut verstehen, wenn man im Kranksein schlecht ist. Leider kann ich auch tatsächlich nichts anderes machen, als rumliegen. Sobald ich aufstehe und ein bisschen rausgehe, wird’s wieder schlimmer. Und das am Wochenende. ): Ich hoffe deins wird wesentlich besser!

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  4. Du hast ja schon viele gute Tipps bekommen. Aber, wenn Du richtig viel Langeweile hast, hätte ich noch einen: Schreibe einem lieben Menschen einfach mal wieder einen handgeschriebenen Brief, am besten einem, dem Du schon lange einen schreiben wolltest. Gute Musik dazu … –

    Ich wünsche Dir gute Besserung, liebe Ines. Und ich bin froh, und es ist richtig, dass Du Montag zum Doc gehst. – Das mit der Feier Deines Abschlusses – kannst Du das evtl. in vielleicht etwas anderer Form später ein bisschen nachholen?

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