Wünsche ohne Sternschnuppen

Mittwoch war Sternschnuppennacht. Ich habe nicht eine einzige gesehen. Mit weit geöffneten Augen habe ich nach draußen gestarrt und doch nichts gesehen. Weder den schwarzen Nachthimmel mit all den funkelnden Sternen, die ich so liebe, noch die Wolken, die sich irgendwann vereinzelt davor schoben. Nichts. Ich habe ins Nichts gestarrt und meinen Gedanken nachgehangen. All diese Wünsche die heute Nacht gemurmelt werden sollten. All diese Menschen, die sich die Wünsche von ganzem Herzen erfüllt erhofften. So viele Schnuppen. Was wünscht man sich, wenn man unzählige Wünsche hat?

Als erstes Gesundheit. Das ist keine Frage. Gesundheit, Glück, Zufriedenheit. Was anderes braucht man ja auch gar nicht. Drei Wünsche reichen eigentlich vorerst aus, für ein erfülltes Leben.
Aber wenn dann die eine Schnuppe die andere jagt, dann würde ich übermütig werden. Ich würde mir Dinge wünschen, die kein Mensch braucht, aber die das Leben vereinfachen würden und wodurch man öfter glücklich wäre.

Schokolade für alle.
Wetter, welches ich bestimmen kann.
Kleidung in den Läden, nach meinen Vorstellungen. (Kennt ihr das eigentlich auch? Ihr stellt euch einen Pulli vor, wisst genau wie er aussehen soll und sucht ihn verzweifelt, ohne ihn jemals in einem Geschäft zu finden?)
Eine Wasserflasche im Rucksack, die sich selbst wieder auffüllt.
Kugelschreiber, die nie leergehen.
Eine Mensakarte auf der immer Geld drauf ist.
Jemanden, der mir in traurigen und glücklichen Momenten passende Soundtracks spielt.
Ein Meer in der Nähe, mit passendem Wind zum Surfen.
Jeden Freitag ein Privatkonzert.
Dass die leckersten Sachen nicht mehr so ungesund sind und man sie ohne Bedenken essen kann.
Fenster, die man nie putzen muss. (Ach was, nicht nur Fenster. Am besten die ganze Wohnung!)
Lebensmittellieferservice nach Hause. Bezahlbaren.
Fahrräder die nicht irgendwann streiken.

Wünsche, wenn ich sie brauche.

Egal, was man am Mittwoch in den Sternenhimmel genuschelt hat, mit zusammengekniffenen Augen, angespanntem Körper: Es wird wahrscheinlich nicht in Erfüllung gehen. Denn Sternsschnuppen sind nur Funken, die verglühen. Vergänglich sind. Vom Nichts geschluckt. Und man fragt sich, ob sie wirklich da waren oder es alles nur Einbildung war.

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2 Gedanken zu “Wünsche ohne Sternschnuppen

  1. Gemessen am Erdalter sind wir alle nur Sternschnuppen. Kaum da und doch gleich wieder verglüht. Aber von sovielen anderen Sternschnuppen werden wir doch, wenn auch nicht gesehen, sodoch im Mindesten bemerkt. Du hast in jener Nacht sehr viel mehr Sternschnuppen bemerkt als andere Menschen. Und das ist schön, weißt Du?! Weil Du so viele schöne und gute Wünsche hast, ob nun ein bisschen mehr oder weniger skurril oder nicht, ist gar nicht von Bedeutung. Du bist als Sternschnuppe ein Garant, viele Wünsche mit Menschen zu teilen, die Dir in dieser oder jener Weise ähnlich sind. Ich wünschte mir, dass Dir das Mut und Zuversicht schenken könnte und Dich über die Täler, manchmal auch solche der Verzweiflung, zu tragen vermag, die sich mitunter vor Dir auftuen.

    Liebste Grüße aus einer immer noch kochend heißen Ostslowakei – wir kamen in Prag bei 39 Grad an und das war letzten Sonnabend, bis heute hatten wir nachfolgend IMMER zwischen 32 und 38 Grad … – da fällt mir glatt noch ein Sternschnuppenwunsch ein … 😉

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    • Danke, lieber Schweitzer. Dich habe ich als Sternschnuppe natürlich längst bemerkt. (:
      Hab noch einen wunderschönen Urlaub! (Bei uns war es die letzte Woche ebenso schwül und drückend, jetzt kühlt es sich jedoch langsam ab-vielleicht zieht der Regen ja zu euch hinüber.)

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