JULIa und Romeo

Juli. July. Juillett. Julio. Klingt zumindest in den Sprachen, bei denen ich mir das Wort aus dem Ärmel schütteln kann, sehr schön. Wie könnte er auch nicht, wenn er für mich direkt mit einem Urlaub gestartet und mit einem Wochenendtrip geendet hat? Die besten Vorraussetzungen für 31 Tage Glück. (Die paar Tage zwischendurch, die irgendwie turbulent und unschön waren, blende ich jetzt einfach mal aus.)

Urlaubszeit, Ferienzeit, das ist der Juli auf jeden Fall. Aber auch ein Monat, in dem es nicht nur ruhig zu geht. Eine Mischung aus Gefühlen, Erlebnissen, Neuigkeiten. Wieder auch ein Monat mit Zielen. Das ich immer noch welche finde, verblüfft mich selbst.

Letztes Seminar in Fulda besuchen
Das aller, aller, allerletzte Seminar des Studiums! Ich hab’s geschafft. Nun also nur noch das Kolloquium und die restlichen Tage arbeiten. Dann bin ich, wenn ich Glück habe, bald staatl. anerkannt. Das Seminar noch einmal zu besuchen, war wirklich traurig. Ich mag es nicht in Fulda. Mochte es nie, aber wenn man jetzt darüber nachdenkt, diese Menschen alle vielleicht nie wiederzusehen und keinen Grund mehr zu haben, nach Fulda zu fahren, dann werde ich doch etwas wehmütig.

In der Ostsee baden gehen
Und wie! In einem wundervollen Sommerurlaub, mit viel Wetterglück. Die Ostsee ist wirklich ein schöner Flecken Erde. Immer und immer wieder aufs Neue.

Ausspannen
Konnte ich im Urlaub genauso gut. Klar, wir sind viel spazieren und bummeln gewesen, aber ausspannen zählte auf jeden Fall auch zu unseren „Aktivitäten“. Mit gutem Buch am Strand oder einfach im Café. Irgendwo findet man immer Platz zum Relaxen.

Alleine einen Strandspaziergang machen
8km hin und zurück. Auf dem Rückweg den kompletten Strand, wegen eines kurz vorher herrschenden Unwetters, alleine gehabt. Herrlich. Wie die Möwen tanzen, wie glatt das Meer sein kann, wie wunderschön die Welt ist. Vor Freude hätte ich schreien können.

Eine Nacht durchmachen
Lange, lange nicht gemacht. Schon gedacht, ich wäre mittlerweile wirklich alt. Eine Nacht ohne Schlaf. Unsere Patienten werden nach einem Schlafentzug immer hypoman und super glücklich. Ich merkte keinen Effekt, außer die Müdigkeit und dass ich vielleicht beim Essen, Lesen oder im Gespräch einfach wegnickte. Hätte ich die Energie gehabt, um zu nörgeln, hätte ich wohl eher das getan als freudig die Welt zu umarmen. Lohnt sich aber immer den Sonnenaufgang nach so einer Nacht zu begutachten und zu hoffen, dass der Tag besser als die Nacht wird.

Was mit Kollegen unternehmen
Habe ich länger nicht gemacht. Dann plötzlich wieder ganz viel auf einmal. Mit den gleichen Pappnasen. Aber es ist immer wieder nett: Irgendwo einen Wein oder Alster trinken gehen oder eben in der eigenen Wohnung versacken.

Jemanden cooles kennenlernen
Aber hallo. Jemand so cooles, der es sogar auch mal geschafft hat mutig zu sein. Mitten im Zug. Wenn der nicht cool ist, dann ist fraglich, wer dann. Die zweite coole Person folgte. Nachdem ich den Mitbewohner eines Kumpels kennenlernte, war mir ziemlich schnell klar, dass ich den auf die fanzy-people-Liste schreiben muss. Welcher Typ spielt denn heutzutage noch Geige, ohne das es sich anhört als würde eine Katze verstümmelt werden und der gleichzeitig noch witzig ist?

Monatsziele erneuern:
In den Ruhrpott fahren
Irgendwas zwischen 230 und 250km bis zur echten Liebe. Dortmund. Lang nicht gesehen, umso länger wollt ich schon wieder zurück. Unbedingt wieder hin, in diese Stadt, die mich trotz schnöden grau doch irgendwie anzieht. Ein Wochenende in der gefühlten zweiten Heimat.

Ziele die im August noch erreicht werden möchten:
Mich glücklich verlieben
Ironischer Weise habe ich es immerhin schon mal geschafft, mich zu verlieben. Damit das jetzt noch glücklich wird, muss ich wahrscheinlich noch warten. Ich stelle mal eine vorsichtige Prognose auf: Das wird dieses Jahr nichts mehr.
Mit jemanden einen Tag im Bett verbringen
Da warte ich noch auf einen gemütlichen Regentag und jemanden, der mit mir die Moomins guckt. Regentage kommen sicher noch einige.
September-Urlaub planen
Bald ist September und ich habe nichts geplant. Nichts. Wie grausam wäre Urlaub ohne wirklichen Urlaub!

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5 Kommentare

  1. Wahrscheinlich habe ich dir das schon hunderttausendmal gesagt, aber ich liebe deine Monatsrückblicke. Die womöglich unscheinbaren Dinge werden so groß. Es wird einem vor Augen gehalten, dass man gar nicht viel braucht um glücklich zu sein. Ich könnte sie mir immer so oft durchlesen. Einfach wunderbar. Danke dafür!

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