Zwei-Tages-Ewigkeit

Ich will alles auf einmal und gleichzeitig nichts. Wir werden nienienienie zusammengehören. Ich weiß nichts über dich und doch alles was ich wissen muss. Nämlich, dass ich dich mag. Sehr. Und dass ich dich nicht aus meinem Kopf bekomme. Ich rede mir ein, dass ich dich nicht leiden kann, dass es mir egal ist, das du dich nicht meldest. Es ist mir egal. Alles. Du bist mir egal. Aber wie oft ich mir das auch sage, es kommt bei meinem Herzen nicht an. Dieser Satz verpufft irgendwo zwischen Kopf und Brust. Löst sich in Luft auf und verschwindet. Wurde nie gehört vom Herz, nur tausend Mal gesprochen vom Verstand.

Welche Ironie das Schicksal mir da doch wieder vorlegt. Immer war ich es, die einen Rückzieher gemacht hat, die sich nie auf jemanden einlassen konnte, sich immer für beziehungsunfähig hielt. Jetzt ist es einmal anders. Ein einziges Mal. Und die Machtlosigkeit steigt in mir. Würdest du mir sagen, was ich tun kann, dann würde ich es tun. Stattdessen tänzelst du. Bist überfordert. Hälst dich fern. Nie vorher hätte ich jemanden so viel Geduld und Kraft geopfert. Jeder andere hätte mich schon verloren. Du bist nicht mal schön und der schönste Mensch zugleich. Du bist all das, was ich immer wollte, nur habe ich das nie gewusst.

Was tue ich stattdessen? Alle Situationen, die wir am Wochenende hatten, gehe ich noch einmal durch. Suche nach Zeichen, die du mir gegeben hast. Analysiere das kleine „wir“ das wir für die 2-Tages-Ewigkeit waren. Ich wünschte du wärest jetzt hier und würdest mir diese Ewigkeit zurückbringen.

Ich soll mich besser fernhalten von dir, hast du gesagt und dass du dich auf niemanden einlassen kannst. Das du eifersüchtig bist, hast du gesagt und gefragt, wie es jetzt weitergeht.
Du gibst mir Antworten, die keine Antworten sind. Ich erfinde Ausreden für dich. Als wärest du nicht schon selbst der Ausredenkönig. Ich erfinde Lösungen, Pläne, die mich davor retten, wenn wir scheitern, nur weil du dich für’s Scheitern entschieden hast. Wenn du mich zu Fall bringst und wir uns trotzdem jeden Tag in der Arbeit sehen müssen. Wenn ich die Tage seit der Ewigkeitsendung zähle.

Ich möchte selbst entscheiden, ob ich es mit dir versuchen möchte. Ob ich mich wohlfühlen würde mit dir. Ob wir ein richtiges „wir“ werden können. Doch eigentlich entscheidest alles nur du. Immer nur du.

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8 Gedanken zu “Zwei-Tages-Ewigkeit

  1. Du hast geschrieben wie Du fühlst.

    Jetzt sitze ich neben Dir, hier auf dem Brett dieses Fensters, Deines Fensters, in das ich gerade hereinschaute.

    Vielleicht kannst Du in mir mittlerweile jenen Freund sehen, der da ist, mit seiner Schulter, an die Du Dich anlehnen darfst, immer, wenn Dir danach ist, immer, wenn Du es möchtest, immer, wenn Du diese Schuklter brauchst.

    Viel mehr als diese Schulter habe ich nicht, einen Rat, der doch nie einer sein könnte, schon gar nicht.

    Stell Dir also vor, wie Du Deinen Kopf anlehnst und wie wir beide in die selbe Richtung schauen. Über die Ostsee hin zur Sonne. Wir wissen nicht wie spät es ist, und können daher nicht sagen, ob die Sonne da am Horizont gerade unter oder aufgeht.

    Hör auf Dein Herz!
    Meins versteht Dich.

    Ich hoffe mit Dir, dass es ein Sonnenaufgang ist.

    Und, wenn nicht diesmal, dann das nächste Mal. Helfen kann ich Dir nicht, aber meine Schulter, die Gedanken, die Dich begleiten, die sind immer da, liebe Ines.

    Schlaf schön!

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    • Lieber Schweitzer, ich weiß gar nicht, wie ich dir für diese lieben Worte danken soll. Überhaupt wie ich dir dafür danken soll, dass du einfach da bist und mit mir bangst und fühlst.
      Ich lehne mich gerne an, um zu sehen, was aus der Sonne wird. Um mal eine Pause von dieser Situation zu bekommen. Danke dir!
      Allerliebste Grüße!

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  2. Manchmal sind Menschen einfach nur kompliziert.
    Wenn Herz und Verstand mal wieder entschlossen in unterschiedliche Richtungen gehen, auf jeden Fall.
    Es tut mir leid, zu lesen, dass das eine Mal, das du dir sicher bist, nicht dieselbe Sicherheit auch auf der anderen Seite wartet. Und alle, die behaupten wollen, sonst sei es zu leicht, haben nie in einer solchen Situation gesteckt.

    Ich wünsche dir eine Fortsetzung für deine Zwei Tages Ewigkeit. Aber mit jemandem, der sich sicher ist. Das hast du dir verdient.
    Hoffentlich findest du deine Antwort darauf, wie es weiter geht.
    Du musst nicht die Antwort eines anderes akzeptieren. In meinem kleinen Büchlein voller Briefe an mich selbst, um an Tagen nach der Ewigkeitsendung ein bisschen Licht in Flaschen abgefüllt zu haben, damit es nie zu dunkel wird – in diesem Büchlein heißt es:
    At any given moment, you have the power to say: This is not how this story is going to end.

    Nimm dir diese Macht.
    Ich wünsche dir, dass es sich alles auf eine Weise lösen lässt, die möglichst wenig Herz bricht.
    Einen schönen Rest dieses Sonntags 🙂

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    • Ich weiß auch nicht, warum sich Verstand und Herz so selten einig sind. So vieles wäre dann leichter!

      Ja, die Situation ist wirklich bescheiden. Und ich glaube nicht, dass es sonst zu leicht wäre. Selbst dann nicht, wenn diese so gewünschte Sicherheit auf der anderen Seite tatsächlich vorhanden wäre.

      Danke für deinen mutmachenden und weisen Kommentar. 🙂
      Ich hoffe auch, dass ich immerhin etwas an Mitspracherecht behalten werde. Jeder ist des Schicksals eigener Schmied. Mal sehen..

      Einen guten Start in die Woche! (:

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