Zwischenpunkt

Seit Wochen schleppe ich mich durch die Tage. Vielleicht ist es auch schon Monate her. Der Zeitpunkt, der mich stetig bergab riss. Ich weiß nicht wann der kam und wieso ich immer noch den Abhang hinunterrutsche. Draußen klatscht der Regen gegen mein Fenster. Die kaputte Rinne lässt die Tropfen aufs Dach fallen. Sie klopfen im gleichen Rhythmus wie der meines Herzens.

Ich fühle mich noch immer fehl am Platz. Nicht in dieser Wohnung. Nicht in dieser Stadt. Nur irgendwie in diesem Leben. Ich versuche herauszufinden, was zu ändern ist. Die Bettwäsche, die Frisur, vielleicht der Brotaufstrich auf meinem Toast. Doch dann komme ich mir selbst in die Quere. Merke, dass ich, wenn ich das alles geändert habe, viel unzufriedener damit bin, als ich es vorher war. Ich bin unzufrieden mit mir. Und der Regen tropft noch immer vor meinem Fenster.

Schon immer schlecht darin gewesen aus einem „du und ich“ ein „wir“ zu machen. Du. Ich. Danach klingt es eher. Mit einem belanglosen Punkt dazwischen, der nicht zu überwinden ist. Nicht für mich. Ich würde diesen nur überschreiten können, wenn ich all meine Mauern niederreißen würde. Niemals. Nicht für dich.

Sie redet es mir ein, das etwas zwischen dir und mir. Außenwahrnehmung. Ich rede es mir aus. Da ist nichts zwischen uns. Eigentlich muss ich mir nichts ausreden, denn ich kenne dich. Unnahbar, schwierig. Ich mag keinen Platz für Spielraum. Ich mag kein hin und her. Und genau das ist es, was du doch aufbaust. Ob bewusst oder unbewusst. Mauern bauen, Mauern einreißen. Du bist mir zu ähnlich. Ein Anlocken und Wegschubsen. Am Ende schubst du immer weiter, immer fester, schaffst eine immer größere Distanz.

In einem anderen Leben hätten wir gute Freunde werden können. Doch zum Schluss bleibt der Punkt in der Mitte zwischen dir und mir. Unauslöschlich, nicht revidierbar. Draußen klopft noch immer der Regen.

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4 Kommentare

  1. Es klingt so traurig. Es stimmt mich nachdenklich und würde es am liebsten mit einer Umarmung weg machen. Wenn das alles hier doch nur ein Wunschkonzert wäre.
    Und wenn du die Veränderungen doch mal ausprobierst? Ohne ausprobieren weiß man auch gar nicht, ob man damit zufrieden ist oder nicht. Manchmal wirkt man am Anfang unzufrieden, sieht es sich länger an und siehe da, es ist gar nicht so schlecht. Andere Dinge hingegen, bei denen man sich so sicher war, diese dann umsetzt, die können auch ziemlich mies dann sein, auch wenn man nicht damit gerechnet hätte. Vielleicht denke ich aber auch nur so, weil ich es nicht mag, wenn man auf der Stelle tritt und ich dann automatisch zu Veränderungen greife um festzustellen, ob ich so vorwärts komme oder eher nicht.
    Auch wenn es schwer zu begreifen ist und mit doofen Gefühlen verbunden ist, aber manchmal hat es schon seinen Grund, wieso es kein „wir“ gibt. Egal in welcher Beziehung. Irgendwann wird jemand da sein, der einem zeigt, wieso es kein „wir“ gab. Sei es in der Liebe oder in der Freundschaft, wobei Freundschaft ja auch eine gewisse Art von Liebe ist. Manchmal passt es einfach nicht, bis ein wundervoller Mensch auftaucht und einem zeigt, wieso es nicht gepasst hat und dann denkt man vielleicht noch mit gemischten Gefühle daran, aber es spielt keine wichtige Rolle mehr. Ich hoffe, dass dieser wundervolle Mensch dir bald zeigen wird, wieso es in diesem Fall kein „wir“ gibt.
    Auch, wenn eine Umarmung nicht alles weg macht, mag ich trotzdem, dann du dich umarmt, geliebt und nicht alleine fühlst!

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    • Es macht mich immer schon sehr viel glücklicher, wenn ich sehe, dass du mir ein paar Worte dalässt. Und dann immer so kluge, liebe Worte (:
      Ich bin eher ein Angstmensch, belasse gerne alles so wie es ist, gerade wenn es um Gefühle geht. Da habe ich einfach schon zu oft negative Erfahrungen gemacht. Da beneide ich dich sehr, dass du so mutig bist und einfach ausprobierst. Das wäre ich auch gerne. Stattdessen verkrieche ich mich meist im Schneckenhaus und bleibe da, bis sich die Situation irgendwie von alleine löst-dann natürlich eher zu meinem Nachteil.
      So einen wundervollen Menschen wünsche ich mir wirklich. Ich glaube zwar langsam nicht mehr daran, dass es diesen irgendwo geben soll und ich ihn dann tatsächlich zwischen all den anderen finde, aber abwarten muss ich so oder so. Ob ich mir ein „wir“ in diesem Fall vorstellen kann, da bin ich mir eigentlich ziemlich sicher drüber. Da gehören jedoch immer zwei zu.
      Ich umarme dich ganz fest zurück. Herzlichsten Dank! (:

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