Glücksgefühle en masse (Kalifornien Tag 6.1)

Roadtrip Part IV: San Simeon-Julia Pfeiffer State Park-Carmel-Monterey

San Simeon; Hearst Castle

Ein Schloss kann man doch eigentlich nicht übersehen! Das dachten wir uns zumindest. Aber die Amis sind raffiniert im Verstecken von riesigen Dingen. Wir waren auf der Suche nach dem Hearst Castle in San Simeon und irrten, im diesigen Morgenlicht, auf dem Parkplatz umher. Das Schloss sahen wir nicht. Es lag angeblich in kilometerweiter Ferne. Da hatten wir aber keine Zeit zu, diesen Weg auf uns zu nehmen. Also ließen wir San Simeon hinter uns und folgten dem Highway.

Nicht lange allerdings, schon hielten wir an einem der Aussichtspunkte, direkt an der Küste. Wir schauten aufs Meer, in der Hoffnung die Seekühe zu sehen. Aber irgendwie trieben nur Algen im Wasser und kleine, steinförmige Bojen. Wir merkten erst beim zweiten Mal hinschauen, dass diese Bojen Robben waren. Schlafend trieben sie, senkrecht im Wasser. Nur der Kopf schaute hinaus. Für uns ein ganz neuer Anblick.

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Fette Kuh.

Beim nächsten Küstenabschnitten konnten wir die Seekühe gar nicht übersehen oder überhören. Sie brüllten laut über die ganze Westküste. Sie stapelten sich wie Sardinen auf dem Sand. Wie dick manche waren. Witzig, dass sie sich alle diesen Ort zum Ausruhen ausgesucht hatten. Sie tummelten sich wirklich überall. Die kleinen Streifenhörnchen flitzten im Gebüsch umher. An diesem Aussichtspunkt gab es also einiges zu sehen.

Pacific Coast Highway 1

Wenn wir vorher gedacht hatten, dass der Pacific Coast Highway 1 sich von seiner schönen Seite gezeigt hatte, dann konnten wir jetzt nur über unsere Naivität lachen. Jeder Meter, den wir nun fuhren, war schöner als der Meter davor. Es zogen unfassbare Weiten an uns vorbei, Küstenabschnitte die unberührt und gigantisch schön aussahen. Die Sonne trug viel dazu bei, auch das leicht diesige Wetter ließ alles mystisch wirken. Wäre es nach mir gegangen, hätten wir es heute nicht mehr ans Ziel geschafft. Ich konnte und wollte mich nicht sattsehen.

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Fette Sache.

Julia Pfeiffer State Park

Wir kamen am Julia Pfeiffer State Park vorbei. Mehr durch Zufall und Glück, als geplant. Aber da hier tausende Autos standen, suchten wir uns eine Parkbucht und hielten. In den Park hinein wollten wir nicht fahren, so konnten wir den Eintrittspreis sparen. Zu Fuß ging es dann durch den Eingang und auf dem „Waterfall-Trail“ durch die Landschaft. Wir unterquerten die Straße und standen plötzlich an einer Steilküste, mit Blick auf die wunderschöne Bucht unter uns. Das türkise Wasser ließ mich an Spanien zurückdenken. Dann sah ich ihn: Den Mc Way Fall. Der Wasserfall, der von einem der Klippen direkt hinunter stürzt und sich ganz im Sand verläuft. Gibt es so etwas noch einmal auf der Welt? Einen Wasserfall der auf einem Strand endet? Und dann noch auf einem so malerischen wie diesem? Zu Fuß kann man allerdings nicht hinunter, man muss sich mit ein paar Fotografien und Blicken begnügen. Ist aber vollkommen ausreichend.

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Fette Welt.

Die kurvige Straße führte uns teilweise so dicht an den Bergen und an den Klippen entlang, dass wir vor lauter Schönheit vergaßen mal kurz Luft zu holen. Ein riesiger Berg im Meer tauchte an der Küste auf, oben drauf eine Stadt. Wie kamen die Leute dorthin? Mir kam das alles wie ausgedacht vor. Das hier hatte jemand mit viel Herz gestaltet. Die Natur ist für mich immer unbegreiflicher-wie herrlich sie sich verwirklicht. Und dann diese Brücke, die einfach so auftauchte und so wunderbar ins Bild passte. Es gibt eigentlich keine Worte, die mein Glücksgefühl auf diesem Highway beschreiben könnten.

Unsere einzige Sorge, an diesem Highway, mitten in den Bergen, weit ab vom Schuss, war das Tanken. Winzige Tankstellen mit zwei Zapfsäulen gab es höchstens mal alle 40 Meilen. Irgendwann waren wir dann doch dazu gezwungen das überteuerte Benzin ins Auto laufen zu lassen. Vorher hatten wir schon an einer gehalten, schauten aber nur aufs Meer hinunter, weit oben vom Felsen, beobachteten Kolibris und Briefkästen und fuhren dann weiter. Immerhin war das dann wohl die wohl schönste, idyllischste Tankstelle weit und breit. Aber wenn man verliebt ist, ist ja auch alles drumherum immer schön. Auch Tankstellen.

Liebe

x Den schönsten PCH-Abschnitt entlangjuckeln. Ganz langsam, im Transusen-Stil.
x Seekühe in freier Wildbahn beobachten und sehen, wie Robben im Wasser wirklich schlafen.
x Kolibris, immer wieder Kolibris.
x Sich in jeden kleinen Küstenteil verlieben.
x Durch Zufall den MC Way Fall sehen.

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4 Kommentare

  1. Ich sehe durch Deine Zeilen hindurch zwei ganz vor Glück verklärte Augen – ich glaube Dir aufs Wort, dass Du gern viel langsamer gefahren wärst und mehr inne gehalten hättest.

    Nur eines habe ich nicht ganz verstehen können:

    “ … weit oben vom Felsen, beobachteten Kolibris und Briefkästen und fuhren dann weiter.“

    Briefkästen? Wie beobachtet man die, oder was beobachtet man an denen? Das musst Du mir ein bisschen erklären, bitte…

    Schönste Grüße an Dich, liebe Ines!

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    • Na vor allem haben wir die sehr verwirrten Deutschen davor beobachtet, die sich im Endeffekt die ganze Zeit über dieses komische Gebilde gewundert haben. Das es tatsächlich Briefkästen waren, wurde ihnen wohl nicht so ganz klar. 😉

      Liebste Grüße an dich!

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  2. die dinge die man zufällig entdeckt, sind immer am verzückendsten, finde ich. aber auch die anderen dinge, die du beschreibst, klingen absolut erlebenswert. ich möchte das auch mal machen. 🙂

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