Johnny Cash und Wursttofu

Das ich unter diesem Tag noch einmal einen Eintrag schreiben würde, hätte ich nicht gedacht. Denn ganz offiziell bin ich ja gar keine Studentin mehr-außer vielleicht tief im Herzen. Aber wenn die Hälfte der eigenen Freunde und die Freunde der Freunde noch Studenten sind, kommt man schneller wieder in diesen Unfug rein, als ursprünglich angenommen.

Da hat also am Wochenende doch tatsächlich einer dieser coolen Socken eine WG-Party geschmissen. Ich liebe ja solche Parties, auf denen man eigentlich niemanden kennt. Schon gleich zu Anfang hätten wir die Tür verfehlt, wären da nicht diese Typen gewesen, die uns den Weg gewiesen hätten. Das lag nicht am Alkohol, den wir uns zum Mut antrinken vorher reingekippt hatten, sondern eher daran, dass ich die einzige war, die das verwöchentlichte Geburtstagskind kennt. Ohne zu wissen, wo er eigentlich wohnt.
Und es war wie angenommen: Wir kannten tatsächlich niemanden, außer den Gastgeber und seinen verrückten Kumpel. Am Ende kannten wir uns selbst nicht mehr. Es war laut, voll und bunt.

Umso später der Abend, umso betrunkener die Menschen. Man stellte sich vor und doch hatten sie den Namen direkt wieder vergessen. Jeder unterhielt sich mit dem anderen, als würde man sich schon Jahre kennen und nicht erst seit den letzten 5 Minuten. Der Entschluss zu gehen brachte uns gerade mal vom Sofa bis zum Flur. Hier wurden wir direkt wieder vom Gastgeber abgefangen. Studenten sind ein tolles Völkchen.

Alkohol ist der Antrieb, ergänzt durch den Fuchs, den jeder in sich hat. Ideen, die sonst keinem einfallen würden. Man könnte ein Buch darüber schreiben. Wodka-Wurstwasser-Mische werden verteilt, obwohl die Jungs doch eigentlich nur kurz Kuchen holen wollten. Wie kommt man von Kuchen auf Wurstwasser und dann darauf dieses mit Wodka zu mischen? Den Tofu hätten sie auch direkt in Wurstwasser eingelegt, hätte sie keiner davon abgehalten. Nichts muss man mehr selbst tun, sobald man einen Kerl mit 2 Bier intus mit den Worten „sei doch mal unser Held“ anspricht.

Wenn man dann noch einen redseligen Knaben findet, mit dem man die ganze Nacht über die verweichtlichte Gesellschaft und Johnny Cash philosophieren kann, dann weiß ich: Der Abend hat sich gelohnt. Denn nur so erfährt man was über die Menschen, ohne selbst viel zu sagen. Tatsächlich findet man sogar die Musik irgendwann ein bisschen tanzbar. Eigentlich unvorstellbar für mich.
Nur Montagmorgen werde ich ganz eindeutig merken: Ich bin kein Student mehr, auch wenn ich oft so tue. Denn die können einfach liegen bleiben, während ich mich mit müdem Körper in die Visite schleppen werde.

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6 Gedanken zu “Johnny Cash und Wursttofu

  1. ja, wirklich wieder toll beschrieben. ich habe direkt wieder bock auf eine so unbeschwerte studentenparty! am besten freitags nach einem mittagsschläfchen, schön ausgeruht und genug zeit, bis montag wieder fit zu sein. :))

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    • Ich würde dich direkt mitnehmen, denn mit dir kann man bestimmt super feiern gehen. (:
      Freitags ist tatsächlich der beste Tag dafür-ansonsten naht der Montag wieder viel zu schnell. 😀

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      • 😳 danke, ich halte mich wirklich für einen guten feierkumpanen. 😉

        freitag geht das aber bei mir wirklich nur, wenn ich nachmittags bisschen schlafen konnte. ansonsten bin ich ab 22 uhr schon völlig dumm im kopf vor müdigkeit…

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