Jammerkatze

Alles im Leben verändert sich immer wieder aufs Neue. Mal zum Guten, mal zum Schlechten. Manchmal ohne das man es bemerkt, dann wiederrum so drastisch, dass man jede kleine Veränderung spürt, dass man jeden Wandel genau sehen kann. Bei jedem passiert das. Ständig. Wir sind alle wie Strände, auf deren Sand immer wieder neue Bilder gemalt werden und im nächsten Moment wischen die Wellen all das wieder weg und formen etwas anderes. Irgendetwas, worauf wir keinen Einfluss haben.

Manche Menschen haben Glück. Es gibt viele Kategorien im Leben, in denen man Glück haben kann. In der Liebe, in der Gesundheit, im Berufsleben, im sozialen Umfeld, und und und. Ganz wenige Menschen haben in all diesen Bereichen Glück. Viele nur in einer. Die gewinnen dann eben nur im Mensch-ärgre-dich-nicht.

Wir jammern viel zu viel. Über Veränderungen und über Unglücke. Dabei blenden wir aus, dass wir einen warmen Schlafplatz haben, einen Job, Essen und vor allem das wir gesund sind. Wir nehmen das alles als so selbstverständlich hin, sodass wir es als Unglück benennen würden, sobald uns das Essen ausgeht oder wir krank werden. Wir leben im Glück und bemerken es nicht.

Wenn in Afrika ein Kind eine Schüssel Reis zu essen bekommt, kann das pures Glück sein.
Für uns wäre es Unglück, sobald die Kaffeemaschine Morgens mal streikt.
Wenn in einem Entwicklungsland jemand gegen Tetanus geimpft wird, ist das ein Glückstag für ihn.
Für uns wäre es Unglück, sobald wir eine Erkältung bekommen.

Wieso jammern wir so viel? Wieso sind wir mit so vielen Dingen im Leben unzufrieden? Vielleicht sind wir zu abgestumpft. Vielleicht geht es uns zu gut, um zu merken, wie gut es uns eigentlich wirklich geht.
Ich muss zugeben: Jammern und meckern tu ich wirklich gerne. Aber genau so oft wie ich jammre und meckre, freue ich mich über Dinge, für die die meisten gar keinen Blick mehr haben. Das kleine Glück ist das größte Glück-das sage ich ja immer wieder.

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12 Gedanken zu “Jammerkatze

  1. Ich glaube, das sind die unterschiedlichen Prioritäten, die der Mensch setzt.
    Letztens hatten wir auch in der Arbeit das Thema, weil einer unser Patienten die Rechnungen nicht bezahlt (es gibt diverse Gründe) und wir die Behandlung dieses Mannes verweigern sollen, laut Verwaltung. Haben wir mit unserem Chef darüber gesprochen, der hat dann sowas in der Art gesagt, dass die Menschen, denen es gut geht (sprich zum Beispiel wir Deutschen) viel zu sehr auf Geld und Erfolg aus sind und dann auch gerne mal über Leichen geht (im wahrsten Sinne des Wortes in diesem Fall) und man das Wesentliche, worum es eigentlich geht gerne mal aus den Augen verliert. Dann haben wir so weiter dadrüber geredet und am Ende haben wir uns darauf geeinigt, dass wir, denen es gut geht, viel zu hohe Ansprüche und Erwartungen hat, wodurch mal schneller mal „enttäuscht“ ist, wenn etwas nicht glatt läuft und somit gerne mal meckert und jammert, wo es eigentlich keinen Grund dazu gibt. Das man aber auch mal die Stunden braucht, in denen es einem wirklich schlecht geht, damit man die schönen Seiten wieder zu schätzen lernt. Denn eigentlich sind wir hier alle eigentlich schon ziemlich verwöhnt. Und manchmal neigen wir doch schon etwas dazu, dass wir uns gegenseitig übertrumpfen wollen, dass es einem doch „am Schlechtesten“ geht. Wieso das so sein könnten haben wir allerdings keinen Anhaltspunkt gefunden.

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    • Viel zu sehr geht es um Erfolg und Geld. Da habt ihr ein interessantes Thema diskutiert! Und ihr seid zu einem echt sinnvollen Ergebnis gekommen. Ich finde auch, dass wir die guten Seiten viel zu wenig wahrnehmen. Klar, wir leben irgendwie auf einem anderen Level, wir haben uns schon angepasst. Uns darf es auch mal zum jammern zu mute sein.

      Ich zumindest brauch keine Zeiten, wo es mir richtig schlecht geht. Ich bin ziemlich dankbar und glücklich darüber, wie gut es mir geht und weiß das zu schätzen. (:

      Solche schlechten Zeiten wünsche ich dir aber auch keineswegs. Ich vermute nämlich, dass du auch jemand bist, der weiß, wie man Glück genießt.
      Hab ein schönes, glückliches Wochenende!

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  2. Glück ist für jeden was anderes. Jeder hat eine andere Sicht darauf. Aber du hast recht. Ich glaube, mittlerweile sind die Menschen hier schon viel zu verwöhnt. Traurig, aber wahr ist, dass man erst merkt was man für ein Glück hatte, wenn es vorbei ist. Damit meine ich nicht, etwas zu gewinnen oder eine gute Prüfung zu schreiben obwohl man nicht gelernt hat sondern das alltäglich Glück. Denn genau dieses Glück, so wie du auch meintest, wird gar nicht von den Menschen beachtet, weil es eben alltäglich ist. Das sollten sich manche öfters ins Gedächtnis rufen.
    Lustigerweise hatte ich das Thema Glück auch vor kurzen auf meinem Blog thematisiert.

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    • Da hast du absolut Recht. (:
      Ich mach mir ja öfter Gedanken über das Glück und habe auch schon ein paar Einträge darüber verfasst. Aber jedes Mal fällt mir wieder etwas neues dazu ein. Es ist ein sehr schönes, nie endendes Thema. 😉

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  3. wir sind uns ähnlich. wobei ich nicht unbedingt jammere, aber ich rege mich gerne über dinge und leute auf. aber der blick für die schönen dinge des lebens, den habe ich auch und das weiß ich und das bleibt auch so. 🙂

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    • Fällt mir auch auf.
      Das weiß ich auch! Du bist nämlich genau so jemand, der das sehr gut sehen kann – und genau deswegen auch ruhig gern mal jammern darf. 😉

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  4. Also in Afrika ist es ja nicht immer soo schlimm mit dem
    Reistopf. Nur halt da wo gekriegt wurde. In Afrikas Familien köchelt den ganzen Tag ein Topf Reis oder Gries oder Mais vor sich hin man nimmt sich davon, wenn man Hunger hat so 3 bis vier mal täglich , auch mal 5 – 6 mal
    mit etwas Salat drumgewickelt, Wurzelgemüse oder auch etwas Fleisch mit guter Sosse.
    Nur eben die Kriegereien machen das normale Leben kaputt.
    und dann noch die mangelnde Hygiene – die verunreinigten
    Flüsse.

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    • Da hast du natürlich absolut recht. Ich wollte das auch nur ein bisschen anschaulicher beschreiben und verdeutlichen, zum Glück ist es nicht über all so schlimm.

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