Spanish Love (Mallorca Tag 13)

Palma

Sonne, oh wie werde ich dich vermissen. Ich musste an die Songzeile von Passenger denken: „Eyes as bright as the spanish sun.“ Und es stimmt. Die spanische Sonne ist es selbst im Winter, strahlend schön.

Der letzte Tag war angebrochen. Nachdem unser Auto also wieder beim eigentlichen Besitzer war, wartend auf den nächsten Fahrwütigen, saßen wir im Bus in die Innenstadt. Von Palma konnte ich einfach nicht genug bekommen, egal wie oft ich in kürzester Zeit hier war. Und so war es auch dieses Mal. Sobald ich ausgestiegen war, durch die schattigen Gassen und Sträßchen wanderte. Auch heute war es frisch, aber innerlich fühlte ich mich angekommen – das ließ die Kälte vergessen.

M9.2

Den Weihnachtsmarkt hatten wir auch letztes Jahr schon durchstöbert. In Weihnachtsstimmung kam man nicht, auch dieses Mal war es so. Nicht nur deswegen, weil Weihnachten streng genommen ja schon vorbei war. Kleine Buden reihten sich also aneinander: Bilder, Wollware, Textilien, Lederwaren, all das konnte gekauft werden.

Mir gefielen wie immer die wunderschön, liebevoll dekorierten Läden besser. Der Barber Shop mit einem alten Friseurstuhl und Barbern die aussahen, als würden sie aus einem der alten Schwarzweißfilme entsprungen sein. Ein bisschen weiter versteckte sich eine Schatzkammer: Ein Antiquariat durchzog mehrere Räume, vollgestellt mit alten Sachen. Sie türmten sich bis zur Decke. Mittendrin ein alter Herr mit runder Brille, vertieft in ein altes Buch. Ein Stück weiter der Friseursalon, in dessen Schaufenster etliche Föhne baumelten – ein kunterbuntes Wirrwarr.

Ebenfalls sehenswert waren die arabischen Bäder (Banys Arabs), die schon etliche hundert Jahre alt sind. Ein kleiner kühler Raum lässt einen in eine andere Welt eintauchen. Irgendwie kam mir die Geschichte des Medicus in den Sinn, wieso auch immer. Der dazugehörige Garten ist besonders schön, um eine kleine Verschnaufpause einzulegen.

https://i1.wp.com/www.omori.de/wp-content/uploads/2013/04/Arabische-Baeder-Palma-640.jpg
Foto von omori.de

Allzulange verweilten wir jedoch nicht, denn wir bekamen Hunger und wollten unbedingt noch unser, im vorherigen Jahr neu entdeckten, Lieblingscafe etwas essen gehen. Das La Murada lag unverändert an der Mauer auf dem Weg zur Kathedrale. Hineingeschmiegt in eine Kurve. Und noch immer bediente der nette Kellner. Noch immer schien draußen die Sonne. Noch immer bekam man hier den besten frisch gepressten Orangensaft, den besten Latte Macchiato und das beste Essen. Obendrein vom Gentleman eine Rose. Was will man also mehr?

Der Tag war damit auch schon fast gegessen. Müde und satt schlenderten wir noch einmal durch die Straßen und verabschiedeten uns innerlich. Trennen konnten wir uns kaum. Der Herzschmerz des Verlustes klopfte schon zaghaft an. Auch wenn wir all das noch nicht wahrhaben wollten.

Am Abend schafften wir es dann endlich auch noch einmal den Sonnenuntergang zu bestaunen. So einen Untergang, als hätte Mallorca ihn extra zum Abschied für uns erschaffen. Perfekter konnte der große orange Ball das leicht aufgeraute Meer gar nicht berühren. Keine Wolke war zu sehen. Nur die strahlende spanische Sonne. Meine Augen waren definitiv ein Ebenbild dieser.

Liebe

x Käffchen im Lieblingscafe.
x Schlendern ohne Zeitdruck.
x Versteckte Schätze finden, geheime Orte aufstöbern.
x Den ultimativen Sonnenuntergang sehen.

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4 Gedanken zu “Spanish Love (Mallorca Tag 13)

  1. Wenn ich Dich einmal so über etwas „Personifiziertes“ schwärmen lese („höre“ kann ich ja nicht schreiben 😉 ), dann weiß ich, dass es Dich „erwischt“ hat und Du in diese Person verliebt bist! 😉

    Ach, diese letzten Urlaubstage, das ist immer ein Abschiednehmen, und Abschiede von etwas lieb Gewonnenem sind (zumindest für mich)immer schwer. Da hilft alles Trösten nicht wirklich … – ich kann also Dein Empfinden an jenem letzten Tag, wirklich gut nachvollziehen.

    Liebe Grüße!

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    • So traurig es klingen mag, aber ich glaube tatsächlich, dass das nie so passieren wird. Auch wenn ich da sicher eine Menge zu schreiben/sagen hätte. 😉

      Ich weiß, dass es dir meist genauso ergeht und dass du dieses Gefühl sehr gut kennst. Du kannst ja sowieso am besten mitfühlen. (:

      Liebste Grüße!

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