Merci, cher deux mille quatorze!

365 Tage. 12 Monate. Zweitausendvierzehn.
Über dieses Jahr haben sich viele beklagt. Sie haben sich die Mäuler darüber zerrissen. Geschimpft, wie schlecht alles war. Geklagt, wie viel schiefgelaufen ist. Genörgelt, was alles hätte besser werden sollen. Und ich stand da, habe mir alles angehört und gedacht: Macht mal einen Punkt, Leute.
Das Leben ist eine Achterbahnfahrt und dieses Jahr, dieses verrückte Jahr, hat uns durchgeschüttelt. Es hat uns die Haare zersaust, die Gesichter gerötet, den Körper durchgerüttelt. Wir konnten nicht einfach so aussteigen.

Aber sind Achterbahnen nicht auch dafür da, um Nervenkitzel zu spüren? Um die eigenen Grenzen auszutesten. Um danach lachend zu sagen: „Das mache ich nochmal! Genau so.“ Oder eben weinend neben den anderen zu stehen und zu sagen: „Das war mir einfach zu heftig. Nächste Fahrt lass ich’s langsamer angehen.“

Bald steigen wir um, von den alten Wagen der 2014er Bahn, in die nagelneuen der 2015er. Manche werden sofort losrasen, andere brauchen ein bisschen mehr Schwung und Zeit, um sich an die neue Bahn zu gewöhnen. An die neuen Kurven, an die neuen Höhen und Tiefen. An die neue Geschwindigkeit.

So viel Gutes ist passiert in diesem Jahr.

Merci, du schönes Jahr 2014!

Dafür, dass ich endlich einmal in Amerika gewesen bin und gleichzeitig die wohl coolste Reise gemacht habe. Jeden Tag woanders aufwachen, Haie und Alligatoren sehen, mit dem Mietwagen das Roadtripfeeling spüren, Zeit mit meiner besten Freundin verbringen. Die Weltmetropole New York entdecken.
Dafür, dass ich endlich, nach so langer Zeit mal wieder auf dem Surfbrett stand.
Dafür, dass ich einen super Uniabschluss verliehen bekommen habe. Die Anstrengung hat sich gelohnt.
Dafür, dass ich im Anschluss daran, den wohl besten Job gefunden habe und mich da mittlerweile pudelwohl fühle.
Dafür, dass ich die Liebe zum Klettern neu entfachen konnte.
Dafür, dass es so viele kleine Abenteuer gab: Wattwanderungen, all die Harzausflüge, die Abende mit Freunden und Fremden.

Natürlich ist nicht nur Gutes passiert. November ist nicht wirklich mein Monat gewesen. Startschwierigkeiten gab es schon im Februar: Ich habe Menschen aus meinem Leben streichen müssen, die mir viel bedeutet haben. Zum Streiten und Versöhnen gehören immer zwei.

Wichtig ist nur, sich immer gut festzuhalten und Menschen zu haben, die einen zur Not abfedern, wenn man an die Außenwand des kleinen, rasenden Achterbahnwagens gedrückt wird. Wichtig ist, auf das neue Hoch zu warten und das beste aus den Tiefs zu machen. Fahrt nimmt das Leben schon alleine auf.

Advertisements

10 Kommentare

  1. Das ist so schön geschrieben…

    Und es ist faszinierend, wie Du so ein Jahr zu sehen vermagst, und dass Dich Achterbahnen nicht wirklich schwindlig machen. Bist halt ein kleines, wildes Mädchen – das zu sein, hast Du Dir ohne Zweifel auch 2014 bewahrt.

    Ich hab‘ noch nicht so recht Bilanz gezogen, ich weiß auch nicht, ob ich das überhaupt tun sollte, es fällt sehr schwer dieses Jahr. Immerhin, auch ich habe 2014 sehr Schönes gefunden, trotz allem …

    Aber nichts soll Dein gutes, Dein optimistisches Fazit schmälern oder beeinflussen – im Gegenteil – ich schicke Dir für die neue Reise 2015 schon jetzt mal ein paar meiner besten Wünsche!

    Liebe, herzliche, Grüße an Dich, liebe Ines!

    Gefällt mir

    • Danke, du Lieber!

      Manchmal ist es doch einfacher oder besser, einfach ohne Rückblick ins neue Jahr zu schauen. Zurückblicken, kann man immer noch, irgendwann, dann wenn man dazu bereit ist. (:

      Vielen Dank! Diese besten Wünsche für das neue Jahr, sende ich dir ebenfalls. Vom ganzen Herzen.

      Liebste Grüße!

      Gefällt mir

  2. „Wir jammern gern, so sind wir Deutschen“. Gut, ob es jetzt direkt nur die deutsche Bevölkerung ist, das lassen wir jetzt mal so dahin gestellt. Aber auf den ersten Teil deines Eintrags kam mir dieses Zitat von Prinz Pi gleich in den Sinn. Ich glaube (haha, mal wieder :D), dass man viel zu viel als schlecht ansieht, was eigentlich gar nicht so übel war und wenn man am Ende des Jahres nochmal seinen ganzen Frust rauslassen kann, dann bietet sich das Nörgeln sehr gut an. Bei manchen würde ich aber sogar sagen, dass das Schlecht machen dieses Jahres gerechtfertigt ist. Spontan fallen wir zwei super liebe Menschen ein und es gibt da draußen bestimmt noch tausend andere, denen das Gleiche widerfahren ist. Die eine hat dieses Jahr ihren Papa durch einen tragischen Unfall für immer verloren und die andere auf eine sehr ähnliche Art und Weise ihre Cousine. Klar, dieses Schicksal gibt es hunderte von Malen auf dieser Welt, aber wenn diese Menschen sagen würden, dass sie dieses Jahr verfluchen, es wäre in meinen Augen gerechtfertigt. Aber genau diese Menschen sind es meistens, die am meisten ruhig sind. Und die, die die Klappe meistens am weitersten aufreißen, die veranstalten nur Jammern auf hohem Niveau. Ich möchte es nicht verallgemeinern, es gibt sicherlich auch andere Menschen, aber das ist das, was mir die vergangenen Jahre am Häufigsten aufgefallen ist.

    Dein Rückblick auf das Jahr 2014 und auch dein Vergleich mit der Achterbahn gefällt mir sehr gut (: Und ich wünsche dir, dass du mit ganz viel Schwung und Freude ins neue Jahr startest und dies beibehältst! (:

    Gefällt mir

    • Ich glaube ( 😉 ) im Jammern sind wir schon ziiiiemlich weit vorne.
      Oh ja, bei vielen war es gerechtfertig. Das tut mir wirklich super Leid für diese Menschen – es trifft immer die, die es nicht verdient haben.
      Und in solchen Fällen möchte ich auch gar nichts gegen sagen: Die haben mein vollstes Verständnis für’s jammern. Aber wie du schon sagst, meist sind es gar nicht die. Meist sind wirklich die am lautesten, die eigentlich gar nichts zu bemängeln haben, aber mit sich selbst sehr unzufrieden sind. Sie suchen quasi einen Schuldigen für irgendwas.

      Danke sehr! (:
      Ich wünsche dir ebenfalls einen guten Start ins neue Jahr. Am besten so einen, wie du ihn dir wünschen würdest. (:

      Gefällt mir

  3. ich mag es nicht, über jahre zu meckern. was kann ein jahr dafür, dass was nicht gut gelaufen ist? und von 365 tagen gab es doch sicher immer auch den ein oder anderen guten? ich habe in diesem jahr am eigenen leib erfahren, wofür viele dieses jahr gehasst hätten. aber ich kann das nicht, weil auch so vielgutes passiert ist. trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb.

    Gefällt mir

    • Wer sagt denn auch, dass das Jahr am 01.01. anfängt und wieso nicht am 01.06.? Ich finde es auch ziemlich schwierig einem Jahr die Schuld zu geben, aber rückblickend, kann man schon sagen, ob es ein gutes oder ein schlechtes war. Und wenn es ein schlechtes war, ist es vielleicht ganz tröstlich zu wissen, dass jetzt ein Stritt gezogen werden kann, weil ein neuer Abschnitt beginnt.

      Ich find es sehr, sehr bewundernswert, dass du weiterhin die schönen Sachen siehst und auch mit den traurigen leben kannst. Wirklich toll! (:

      Gefällt mir

      • mir war eher mulmig bei dem gedanken „jetzt beginnt ein neues jahr“. weil so ungewiss ist, was einem dieser neue abschnitt bringt, in meiner situation besonders.

        Gefällt mir

  4. Das hast du wunderbar geschrieben. 🙂
    Überhaupt finde ich deine Worte und deine
    Gedanken hier im Blog – sehr einladend und
    stimmen nachdenklich.

    Aber vor allem dein Optimismus ist ansteckend. ^^

    Das Bild mit der Achterbahn hat für mich ein
    sehr große Bedeutung. Ist eins meiner Lebenslieder
    „Life is a Rollercoaster“. Und das passt immer,
    ob man oben ist oder auch mal unten. :yes:

    Ein frohes neues Jahr
    dieSuchende

    Gefällt mir

    • Vielen, lieben Dank für deinen so herzlichen Kommentar. (:
      Ich wünsche dir ebenfalls ein tolles neues Jahr und hoffe, dass die Achterbahnfahrt dich größtenteils oben hält.

      Viele Grüße!

      Gefällt mir

      • Zumindest stimmt die Richtung… rein gefühlt…
        ich kanns noch nicht sehen… ist eher so ne
        Fahrt im Dunkeln. *grins* – Wie im „Tempel
        of the Night Hawk“ – aber hauptsache ich bleibe
        angeschnallt. 😉

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s