Und tschüss, Studentendasein.

Nach freiwillig aufgehalster, gutbezahlter Arbeit in den letzten Wochen, habe ich nun noch eine 1 1/2wöchige Verschnaufspause, bis ich ins echte, ins große, ins wahre Arbeitsleben einsteige. Einsteigen will, darf und muss. Es gibt dann kein Ausreden mehr Morgens, die mich selbst beruhigen können und mir noch eine Stunde länger Schlaf verschaffen. Das geht dann gleich von 0 auf 8 Std. an einem Tag. Acht Stunden, liebe Leute, wie macht ihr das nur – oder bin ich einfach nur zu verwöhnt?

Arbeitsmenschen haben meinen größten Respekt. Man darf sich nicht mehr ablenken lassen, nur weil draußen die Kastanien vom Baum fallen. Auch wenn das viel spannender ist, als die zu erledigende Arbeit. Man muss sich immer zwei Mal überlegen, ob man wirklich krank ist, oder ob der Schnupfen nur eine Ausrede darstellt. Und nach dem Arbeiten ist der Tag schon fast gelaufen. Einkaufen, vielleicht etwas kochen, aufräumen und schon sitzt man, wenn man nicht zu müde ist, mit dem Buch auf dem Sofa. Nur um dann eine Stunde später ins Bett zu gehen, weil man ja am nächsten Tag wieder früh raus muss.

Bis jetzt freue ich mich auf den Arbeitsstart, aber umso näher er rückt, umso weiter fern möchte ich ihn wieder haben. Wer weiß was mich erwartet. Welche unlösbaren Aufgaben mir zugeteilt werden. Was ist, wenn ich das alles gar nicht verstehe und mich anstelle wie der letzte Idiot? Da sitzen echte Menschen vor mir, die Hilfe suchen. Da kann ich nichtmal schnell googlen, was die Lösung sein könnte. Ich fühle mich ein bisschen so, wie eine unsichere Braut vor der Hochzeit. Mit kalten Füßen und Katastrophenphantasien.

Was tut man also, wenn man noch knappe 2 Wochen Freiheit hat? Eine schrumpfende, kleine Freiheit. Macht man eine größere Reise? Hakt man nochmal schnell 10 Punkte seiner To-Do-Liste ab? Fängt man ein neues Hobby an?
Ich persönlich mache nichts. Nichts ist untertrieben, aber zumindest nicht viel. Dank meiner inneren Arbeitsuhr der letzten Wochen, bin ich pünktlich um 7:30 Uhr wach und starte ausgeruht in den Tag. (Das ist eine Lüge. Auch wenn mein Körper alleine wach wird, findet er die Uhrzeit eigentlich immer noch zu früh.)

Eigentlich wollte ich tatsächlich eine Reise unternehmen. Nach Konstanz. Aber mein lieber Gastgeber und Kumpel ist leider krank geworden. (Gute Besserung, falls du das liest!) So habe ich einfach gar keinen großartigen Plan. Ich habe nichtmal einen winzig kleinen Plan! Da ist nichts besonderes was mich in den nächsten Tagen erwartet. Ich male mir also in allen bunten Farben aus, was auf mich zukommen wird und lasse auch sonst alles auf mich einprasseln. Lasse mich überraschen, was die Zeit so bringen mag. Ist das ein sehr trauriges Ende für ein Studentenleben?

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18 Kommentare

  1. Hallo,
    ich wünsche Dir für die Zeit bis zum Ende des studentischen Lebens Gelassenheit und schon mal vorab einen guten, mit Selbstbewußtsein ausgerüsteten Start in das Arbeitsleben.

    http://pacht45.blog.de/2014/02/24/24-02-14-start-ziel-passiert-17802572/

    Studentenzeit als solche habe ich leider nicht kennenlernen können. Das erforderliche Wissen für den Hochschulabschluß habe ich mir neben meiner Tätigkeit bereits als Leiter in einem vierjährigen organisierten Selbststudium angeeignet.
    Es war machbar ! Eben die Devise vor Augen:
    –> Nichts ist unmöglich <–

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    • Vielen liebsten Dank!

      Man muss ja auch nicht zwingend studieren. (Heute vielleicht eher, als damals, aber dennoch…)
      Hast deinen Weg ja schließlich auch so gefunden!
      „Nichts ist unmöglich“, ein schöner Slogan für einen Start ins Ungewisse.

      Beste Grüße!

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  2. Es ist mit Sicherheit nicht verkehrt, die letzten Tage noch irgendwie zu nutzen. Allerdings kann man natürlich auch die letzten Tage mit viel Ruhe füllen.

    Letztlich wünsche ich dir viel Spaß, wenn es endlich losgeht. Man gewöhnt sich letztlich an alles 😉

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    • Irgendwie werden sie sicher genutzt. Nur rumliegen ist eh nicht so meins. Aber sich ein bisschen Ruhe zu gönnen, wird auf jeden Fall auch einen großen Teil einnehmen.

      Herzlichen Dank! (:
      Das denke ich doch auch: Manches braucht eben länger, am Ende gewöhnt man sich tatsächlich dran.

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  3. Ein zwischendurch „köstlicher“ Text aber auch einer der Deine innere Nachdenklichkeit vermittelt und spürbar werden lässt.

    Denn, ja, natürlich beginnst Du nunmehr einen völlig anderen Lebensabschnitt, und vieles, was ihn beginnend charakterisieren wird, wird Dich lange, sehr lange, am längsten Deiner Lebenszeit begleiten.

    Aber ich will nun nicht noch mehr Pathos und Schwere in Deinen Gefühlskochtopf gießen. Der Grund Deiner Seele ist optimistisch, das Streben Deines Herzens ist das nach Zuversicht. –

    Ich weiß das 😉 – und Du weißt das noch besser, und ich finde dieses Wissen und die tatsachen auf denen es beruht, sind eine gute Basis.

    Weißt Du, wenn man irgendwann am Wochenende, ohne das man es eigentlich möchte, so früh aufwacht wie während der Woche, weil die innere Uhr allzu abrupte Rythmuswechsel nicht mehr hinbekommt, dann findet man, dass man früh, wenn alle anderen noch schlafen, wundervoll ungestört und mit noch frischem Geiste herrliche Bücher lesen kann.

    Ich mache das seit einiger Zeit, und ich kann dem eine Menge abgewinnen – und wenn ich dann abands „pünktlich“ müde werde, kann ich immerhin ein wenig weniger missmutig sagen: „Was solls!“

    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen einen guten Start in Dein Berufsleben und natürlich dann einen ebnso guten, nicht zu stressigen Dich erfüllenden, Dir Freude schenkenden Verlauf.

    In diesem Sinne – liebste Grüße!

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    • Ich bin wieder einmal sehr gerührt! Tausend Dank für deine lieben, mutmachenden Worte. Da fühlt sich das Näherrücken gar nicht mehr so tragisch an.

      Morgens ein gutes Buch zu lesen, während alle anderen noch schlafen, das stelle ich mir wirklich sehr gemütlich vor. Es hat nicht nur Negatives, wenn man so früh wach wird. Das ist auch mir schon aufgefallen. Vor allem wenn man noch Erledigungen hat und frühmorgens aufbricht – die Geschäfte sind noch ganz entspannt leer. (Am Wochenende machen sie ja auch erst etwas später auf, aber in der Woche funktioniert das super.)

      Ich danke dir wirklich herzlichst für deine lieben Wünsche und sende dir nur die besten Grüße!

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  4. Die letzten Ferientage werden auch von den Schulkindern gern mit Aktionen gefüllt,so als bereuten sie das Gammeln der vielen Ferientage davor 😉
    Ich denke, dass Du Dich ganz ruhig auf Deinen Arbeitsstart vorbereiten solltest, denn der Start wird bestimmt nicht so leicht… Und ich denke nicht, dass Du Dich „idiotisch“ anstellen wirst, denn wir kennen Deine Fähigkeiten, dein Einfühlungsvermögen, Deine soziale Kompetenz !

    Viel Glück & liebe Grüße
    Bärlinerin
    (die beim Arbeitsstart erstaunt war, wie leicht es ist – ehrlich ! )

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    • Das kenne ich aus meiner Schulzeit auch noch. Da gingen die Sommerferien aber auch immer ratzfatz rum!
      Diesmal gönne ich mir wirklich noch ein bisschen Entspannung davor, denn die letzten Wochen waren schon ziemlich vollgeladen – das macht mir bewusst, dass ich wohl wirklich kein Schulkind in den Sommerferien mehr bin. 😛

      Ach, liebe Bärlinerin, das lässt mich ja ganz rot werden! Und es macht mir ganz viel Mut, dass ich das irgendwie auch ohne Idiotie bewerkstelligen werde. (:

      Die liebsten Grüße
      Ines

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      • Es freut mich, dass ich Dir ein wenig Mut machen konnte 🙂 🙂

        Ich bin mir sicher, dass Du das schaffst,
        und „lernst“, dass 8 Stunden Arbeit nur ein Drittel des Tages sind 😉

        Liebe Grüße – und genieße noch Deine freie Zeit,
        denn Zeit zu haben ist der wahre LUXUS
        Bärlinerin

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      • Die anderen 2/3 muss man dann schlafen. 😀
        Ach, ich denke da wird man sich schon irgendwie dran gewöhnen. (Hoffe ich zumindest!)

        Oh ja, wer Zeit hat ist quasi reich!
        Liebe Grüße!

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  5. Hast du die Abschlussfeierei mit deinen Freunden schon nachgeholt? Ansonsten wäre das ja schonmal ein guter Plan!

    Der Punkt mit der wenigen Zeit nach der Arbeit stört mich an der Zukunft, die sich Arbeitsleben nennt und bei mir ja nächstes Jahr auch ansteht, am meisten. Ich will das nicht wahrhaben, dass man nach der Arbeit dann gar nichts mehr schafft und/oder keine Lust hat und nur noch zu Hause auf dem Sofa sitzt (was natürlich mit einem guten Buch oder so auch seinen Reiz hat, aber nicht jeden Tag!), auch wenn mein Freund und meine besten Freunde schon ein paar Jahre Arbeitsalltag erlebt haben und das genau so schildern.

    Aber zum Glück hat man das ja auch immer selbst in der Hand und man muss ja meist nur seinen inneren Schweinehund etwas in seine Schranken weisen. Denke mal wie so oft im Leben heißt es hier auch einfach „Die Mischung machts“ und 1-2 mal die Woche nach der Arbeit zum Sport oder in einem netten Café noch einen Tee mit einer Freundin schlürfen und quatschen sollte immer drin sein. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ :yes:

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    • Ein sehr guter Plan! Daran habe ich auch schon gedacht – ich hoffe das lässt sich organisieren. (:

      Wie glücklich du dich schätzen kannst, dass du noch ein Jahr hast. Genieß also deine „Schonfrist“ schön.
      Da sagst du was. Mir graut es auch schon davor. Vor allem im Winter wird das sicher schwierig den Schweinehund zu überwinden. Wenn man sich frühmorgens im Dunkeln aus dem Bett quält und nachmittags im Dunkeln wieder nach Hause kommt. (Da ist man doch meist eh den ganzen Tag müde!)

      Wenn der erst einmal überwunden und man sich vielleicht ein bisschen daran gewöhnt hat, geht es hoffentlich. Vorgenommen habe ich mir ja zumindest wöchentlichen Sport. Aber vornehmen kann man sich ja viel. 😉

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      • Mal schauen, hatte mir vorgenommen für die Masterarbeit morgens auch schon so halb neun/neun an der Uni zu sein und dann bis 16/17 Uhr zu machen..kommt ja dann fast auch schon mit einem Arbeitstag hin..aber ist ja trotzdem noch was andereres, weil ich den Plan auch jederzeit wieder über Bord werfen kann und mir kein Arbeitgeber im Nacken sitzt.

        Bestimmt, ich glaub auf jeden Fall an dich! :yes:

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      • Das ist ein sehr disziplinierter Plan. Du bist dann dein eigener Arbeitgeber, der sich selbst immer wieder anspornen muss. Find ich immer ziemlich schwierig – man findet so schnell Ausreden. 😀
        Aber ich bin zuversichtlich, dass du genug Motivation, Fleiß und Ehrgeiz aufbauen wirst.

        Danke sehr! 🙂

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  6. ach, du hast schon direkt einen job nach dem studium? du glückliche. 🙂 und was genau machst du, wenn ich fragen darf?

    ich war 5 monate arbeitslos, das war echt beschissen. aber die letzten tage vor dem arbeitsbeginn habe ich dann auch so ähnlich verbracht: einfach nochmal das nichtstun genießen. kohle hatte ich eh keine für etwas anderes. 😉

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    • Erstmal „nur“ für ein Jahr, aber dennoch freue ich mich sehr darüber. Der Job ist im Sozialdienst einer Klinik für Psychiatrie. Wird sicher sehr abwechslungsreich und spannend. (:

      Oh weih, ja das kann ich mir vorstellen, dass das einen irgendwie erstmal runterzieht. Und mal nichts tun kann – wenn es nicht auf Dauer ist – auch gut tun. 😛

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      • ach, heutzutage ist ein jahr doch schon viel, fast alle jobs sind befristet, und du bist noch jung, du kannst mit dem einen jahr berufserfahrung dann auch schnell wieder was neues finden (oder wirst verlängert halt). du hast ja jetzt schon was gefunden, als berufsanfängerin. 🙂

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