Holländerstädtchen und Bierwerbung. (Nordsee Tag 2)

Friedrichstadt

So nah an den Niederlanden, dass hier oben schon gänzlich alle Berge fehlen. Flachland weit und breit. Und tatäschlich gibt es hier im Norden auch ein kleines Städtchen, was sich „Holländerstädtchen“ nennt. Warum dies so ist, wird schnell klar: Die kleinen, bunten und schiefen Häuserreihen erinnern an die verschiedensten Städte in den Niederlanden. Nicht, dass das schon alles wäre. Es gibt auch noch viele kleine und etwas größere Grachten, die sich durch den Ort ziehen. Bei Sonnenschein lohnt es sich, ein Boot zu mieten/ eine Bootstour mitzumachen und sich die Ecken der Stadt anzusehen, die man als Fußgänger nicht zu Gesicht bekommen würde. Wahre, kleine bewohnte Inseln tun sich da auf. Einen Hafen gibt es auch. Selbstverständlich dürfen die 17 Brücken nicht außer Acht gelassen werden.

Friedrichstadt bwfriedrichstadt
Der kleine Ort, der sich Stadt nennt.

Wer doch lieber zu Fuß unterwegs sein mag, der sollte sich den kleinen Marktplatz, und die Kirchen anschauen – es gibt hier so viele Relegionsrichtungen, wie es Sterne am Himmel gibt. (Na gut, das ist gelogen.)
Allerdings gibt es kleine Restaurants mit außergewöhnlich leckeren Speisen – und da man auch ab und zu eine Pause braucht, laden die zum Verweilen ein. Wenn man fest dran glaubt, kommt man sich schon ein bisschen vor wie in Holland. Ehrlich gesagt lass ich mich aber nicht so schnell veräppeln. Wäre das Holland, dann gäbe es hier viel mehr Fahrräder! Alles wäre voll davon! Immerhin haben sie sich vom Vorbild schon die Tulpen abgeguckt, denn die blühen wunderschön und verteilen Farbkleckser am Grachtenrand.

Westerhever

Nachdem der halbe Tag in einem Ort verflogen ist, der sich für etwas anderes hält, ging es danach zum Leuchtturm. Ja, tatsächlich! Nicht irgendeiner, nein nein, sondern der Westerhever Leuchtturm. Der dürfte allen bekannt sein, die Fernsehen gucken und Jever trinken. Als wir auf dem Parkplatz fuhren stand die Sonne schon etwas tiefer am Himmel. Über den Deich hinüber sahen wir dann, dass der Weg zum Leuchtturm gaaaaanz außen herumführte. Zuerst wollten wir gar nicht so weit laufen, aber als wir erstmal losgegangen waren.. Ihr könnt’s euch denken.

Wester
Norfriesische Weiten.

Neben uns die weiten Wiesen, mit Schwärmen voller Gänse. (Es waren Ringelganstage und man hat schnell gemerkt warum.) Einen Abstecher machten wir natürlich auch ins Watt, denn es war wieder einmal Ebbe. Und ich hatte selbstverständlich keine Gummistiefel an, weswegen ich mich auch den kompletten weiteren Weg noch ärgerte. Über einige Brücken hinüber, die über kleine Bachausläufer der Nordsee führten, ging es direkt bis an den Leuchtturm dran. Der war, ganz klischeehaft, rot weiß gestreift. Der Hingucker neben den grellen Farben waren die beiden Häuser, die rechts und links von ihm Wache zu stehen schienen. Vom Auto bis hier her und wieder zurück, brauchten wir dann doch ganze 1 1/2 Stunden. Es gab aber auch wirklich viel zu sehen! Ganz viel Weite, ganz viel Gänse, die ganz dicht über die Köpfe hinwegflogen, ganz viel Watt und ein bisschen Deich. Eigentlich ganz schön viel Natur. Das Richtige für mich.

Liebe

x Gefühltes Holland.
x Mit den Gänsen fliegen (zumindest fast).
x Endlose Weiten vor dem eigenen Selbst.

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8 Kommentare

  1. Ich trinke zwar kein Jever, aber den Leuchtturm kenne ich auch 😉
    Das Städtchen erinnert aber wirklich sehr an Holland. Das war bestimmt ein schönes Urlaubsgefühl !

    Liebe Grüße
    Bärlinerin

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    • Er ist also doch ganz schön bekannt. Gesehen haben, muss man ihn auf jeden Fall mal (:
      Oh ja, der kleine Ort hat mir gut gefallen. (Aber ich wäre gerne noch mit dem Kanu gefahren, was sich leider nicht ergeben hat…)

      Liebe Grüße an dich!

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  2. Ach, Du Reisende. Schön, dass Du immer wieder Zeit und Gelegenheit zu solchen Ausflügen hast – es ist richtig, dass Du sie dafür verwendest. Ich wünschte mir auch mehr davon…

    Ich finde auch kleine Orte können ihren ganz eigenen reit haben, und der, den Du hier beschrieben hast, hatte doch einiges mehr zu bieten als seinen vielleicht etwas anmaßenden Namen. – Es kommt, so denke ich, serh darauf an, ob man selbst etwas entdecken möchte. Und, wenn ja, dann findet man auch etwas …

    So wie Du in der Weite von anderen oft nur „langweiliges plattes Land“ genannter Landschaft.

    *

    Brrr, Jever … – das mag ich nun gar nicht – ist mir viel zu herb. Ich muss Dir wohl doch mal ein paar richtig gut (!) schmeckende Bierchen kredenzen… 😉 –

    Aber der Leuchtturm ist schön – ich mag Leuchttürme sehr, und die Geschichten um sie herum. Nur erklettern kann ich die wenigsten – Wendeltreppen und bestimmte höhen sind nix für mich …

    Viele liebe Grüße an Dich!

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    • Ich wünsch dir ebenfalls mehr davon und hoffe du wirst irgendwann die Zeit dafür haben, all die kleinen Orte zu entdecken. (Allerdings hast du ja einen tollen Wohnort, das ist ja fast wie Urlaub :))

      Das ist wohl wahr. Wer die Augen offen hält, findet überall spannende und interessante Dinge (:

      Ach, es gibt auf jeden Fall noch einige andere Biere, die ich dem Jever vorziehen würde – so ist es ja nicht. Das ist quasi nur eine Notlösung und in der Ecke dort oben, kommt man kaum darum herum 😛

      Das weiß ich wohl und da sollte auch jeder auf sich achten. Oben waren wir allerdings auch nicht, da haben wir unten ja schon genug gesehen (:

      Liebste Grüße!

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