Große Gefühle an fremden Orten. (Mallorca Tag 6.2)

Na Foradada; Son Marroig; Herrenhaus

Nachdem wir Valdemossa und Deía hinter uns gelassen haben, fuhren wir ein Stück auf der Straße zurück. Wir mussten auf einem Parkplatz parken und bekamen nun mit, dass auch noch andere Touristen unterwegs waren. Die Straße hinunter und schon stand man am Aussichtspunkt. Der Berg mit dem Loch (Na Foradada). Die Sonne war wieder da, ab und zu und so strahlte das Blau des Meeres intensiv und als Kontrast zum braunen Felsen.
Von dort aus ging es zu einem Herrenhaus. (Eintritt 4€) Ziemlich teuer. Dafür, dass man nur zwei Räume begutachten konnte, durch’s Fenster einen wunderbaren Blick auf das Meer hatte und die Toilette benutzen durfte. Aber selbstverständlich gab es auch noch einen Garten. Mit sämtlichen Pflanzen und kunterbunten Enten im Teich. Orangenbäume durften natürlich nicht fehlen. Ganz außen, am Rand des Gartens, stand ein weißer Pavillion. Von dem konnte man ebenfalls wunderbar auf das blaue Farbspiel des Meeres schauen. In der Küche des Hauses saß eine alte Omi vor einem alten Kamin und las Zeitung. Ich hätte so gerne auf den Auslöser gedrückt, denn dieses Motiv war das heimeligste und schönste an diesem Tag – aber ich war zu feige. Ich konnte sie schließlich nicht fragen, da sie nur spanisch sprach.

herrenh
Der verwunschene Garten des alten Hauses.

Port de Soller

Vom Herrenhaus aus ging es über Soller nach Port de Soller. Als wir hier aus dem Auto stiegen, schien die Sonne ganz wage durch die dichten Wolke und der Wind tobte. All das ließ Port de Soller mystisch wirken. Wir liefen runter zum Hafen und hielten die Luft an. Was war denn das? Eine kleine, rote Straßenbahn. Uns hatte man gesagt, dass der „rote Blitz“ zurzeit Wartungsarbeiten unterläge und nicht fahren würde – wir waren jämmerlich traurig. Nun standen wir hier in diesem Ort und sahen eine Straßenbahn, die außergewöhnlich niedlich erschien – fast wie ein einzelner kleiner Anhänger einer Lok – und freuten uns, doch noch etwas von diesem Spektakel gesehen zu haben.
Der Hafen war gut besucht. Die beiden Leuchttürme bewachten die Einfahrt des Hafens und ragten sicher empor. Wir hingegen schwankten, des Windes wegen, immer mehr. Die Wellen stoben wieder einmal hoch und wir trauten uns fast gar nicht an den Hafenrand heran. Einen kurzen Blick wagten wir dennoch. Als wir wieder zurück zum Auto gingen, klackerten die Masten der Schiffe wie Klanghölzer oder Windspiele gegeneinander. Der junge Herr vor mir ergriff wohl die Chance und machte sich mit dem Handtuch auf zum Strand. Hier war Sommer befohlen, egal ob es Winter war.

port de soller
Wo Häuser auf Boote treffen: Port de Soller.

Banyabulfar

Der Tag neigte sich dem Ende zu. Wir fuhren die ganze Strecke von Port de Soller nach Valdemossa zurück und bogen dann plötzlich in die falsche Richtung ab. Mit Absicht. Denn uns erwartete hinter Banyabulfar noch ein kleines Weihnachtsgeschenk. Hier am Rand des Ortes, stand ein kleiner Turm. Ein Geisterturm. Und er lag im Sonnenuntergang, den wir uns von hier aus ansahen und leider mit etlichen Menschen teilen mussten. Aber während die Sonne ins Meer versankt, während sie das Salzwasser küsste, war alles andere egal. Da zählte nur das hier uns jetzt. Hier hättet ihr mich bleiben lassen können, da wollte ich sein.
Aber bevor wir, vom sicheren Boden aus, die Sonne versinken sahen, kletterten wir noch auf den Turm. Hier oben waren gar nicht so viele Menschen, wie erwartet. Zum Glücken waren auch die bald verschwunden. Ich machte noch ein letztes Bild durchs kleine Fenster des Türmchens, um den Schatz -die Sonne- einzufangen und blickte dann noch einmal ins Meer hinunter. Der Turm war auf der zweiten Ebene nämlich nur noch halb ganz und so bot er einen tollen Ausblick aufs Wasser.

geister
Kleiner Turm mit großem Gefühlsauslöser.

Nachdem wir also wieder im Auto saßen, erschöpft uns sehr, sehr zufrieden, ging es wieder durch Banyabulfar zurück. Die kleine enge Straße, die durch den Ort führt, war mit Weihnachtsbeleuchtung geschmückt. Es sah bezaubernd aus. Ebenso die andern kleinen Orte, durch die wir fuhren.

Liebe
x Sich an fremden Orten plötzlich heimisch fühlen.
x Straßenbahn in Port de Soller sehen zu können.
x Total romantischen und absolut kitschigen Sonnenuntergang ansehen.

Advertisements

4 Gedanken zu “Große Gefühle an fremden Orten. (Mallorca Tag 6.2)

  1. Wenn ich die Fotos ansehe und den Bericht lese, bekomme ich richtig Lust, auch mal wieder nach Spanien zu gehen. Vor vielen Jahren war ich in Spanien; aber in Mallorca war ich noch nie.

    Ich wünsche Dir eine tolle Zeit dort.

    LG

    Maria 🙂

    Gefällt mir

    • Spanien ist schon ein schönes Land.
      Mallorca ist ja leider (zu unrecht) immer noch etwas mit Vorurteilen belastet. Es lohnt sich aber auf jeden Fall hinzufahren, obwohl ich mir sicher bin, dass du auch schöne Orte in Spanien entdeckt hast. 🙂

      LG
      Ines

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s