Eine Geschichte von Piraten und Drachen. (Mallorca Tag 3)

Cala Fornells; Peguera

Endlich hatten wir unseren Mietwagen vom Flughafen abgeholt und begaben uns auf Entdeckungstour.
Zuerst fuhren wir nach Cala Fornells. Hier gab es nicht viel zu sehen, außer ein paar Kreisel, verlassene Hotels und Supermärkte. Weiter ging es nach Peguera und hier änderte sich meine Meinung langsam. Der Ort schien menschenleer. Niemand war zu sehen. Wir parkten auf einem Wanderparkplatz und zogen los, um das Dorf in Augenschein zu nehmen. Weit kamen wir nicht. Die Straße führte uns an einen felsigen Strand, von dem aus wir direkt auf den kleinen Ort schauen konnten. Wir streiften durch die Landschaft, sahen Seeigel und Seesterne im Meer, und die Palmen im Garten der Menschen. Bis auf einen Hügel hinauf und schon erblickten wir das Meer und die endlose Weite. Auf dem Hinweg hierher, posierten wir selbstverständlich auf Felsen, die meterhoch über dem Meer hingen, was einige unter uns zum schnellen Weitergehen und Weggucken verleitete.

Im Ort zurück, gab es eine wunderbare Bucht. Sie war so malerisch, dass mir fast der Mund offen stehen blieb. Das Türkis und Dunkelblau des Wasser strahlten selbst ohne Sonnenschein. Auf dem Felsen in der Bucht saß ein älterer Mann und malte mit Aquarellfarben die Bucht nach. Ich fühlte mich pudelwohl und nahm den kleinen Weg hinunter. Hier blieb ich eine Weile stehen und atmete tief ein. Man soll ja schließlich schöne Momente festhalten.

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Postkartenmotivbucht in Peguera. 

Die Straße führte uns weiter durch das Dorf. Vorbei an urig gebauten Häusern, die aussahen wie gestapelte Schuhkartons. Außerdem gab es teure, kleine Fincas mit Blick aufs Meer. Hier entdeckten wir die deutschen Worte “Freihalten fürs Müllauto” und die englischen “love und live your life”. Das sollte das Motto des Urlaubs werden. Also das mit dem Leben und nicht mit dem Müllauto. Da richte ich mich dann doch eher nach den Engländern.

Schon seit die Neckermannfrau ihre Reiseziele bekannt gegeben hatte und etwas von einer Piratenbucht erwähnte, wollte ich diese unbedingt sehen. Das ist absolut mein Ding. Piraten! Piratenpubs, Piratenschiffe, Piratenbuchten,… Und meine Eltern fanden es äußerst amüsant mir alles mit diesem Piratenquatsch schmackhaft zu machen. Klar, eine Piratenbucht gibt es dort auch. Gab es natürlich nie. Aber auch jetzt hatten sie mir wieder etwas vom Piratenrestaurant erzählt. Eine wahre Enttäuschung als wir ankamen. Nicht nur, dass das Restaurant geschlossen war, nein- es hieß Tortuga und das war auch schon das einzige piratige an der ganzen Sache. Ganz abgeneigt konnte ich dann aber doch nicht sein. Schließlich lief ich die vielen Stufen in der kleinen engen Gasse hinunter und blickte auf das Meer. Und dann kam sogar noch eine cremefarbene Katze (wie schön die spanischen Katzen sind!) und kuschelte mit uns. Hätte es nicht wenigstens ein Papagei sein können?

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Camp de Mar; Andratx; Sant Elm

Mit dem Auto ging es weiter nach Camp de Mar. Hier wurde erstmal ein kleines Picknick auf dem Spielplatz abgehalten. Danach ging es, wie kann es anders sein, an den Strand. Doch auch hier war schnell klar: Die Saison ist vorbei, die Menschen alle woanders. Der Strand hier zeichnet sich eigentlich aus, durch eine gute Qualität, Buden zum Umziehen und neckischen Mülleimern. Im Meer vor dem Strand ist eine kleine Insel, auf dem ein Restaurant liegt. Es hatte zu, aber das ist ja keine große Überraschung. Erreichbar war es eigentlich anhand eines langen Stegs, den sie wohl kurzerhand ebenfalls abgebaut hatten. Nur um auf Nummer sicher zu gehen, dass die doofen Touristen nicht den weiten Weg auf die Insel laufen, merken das geschlossen ist und vor lauter Frust alles zerdeppern.

Als wir hiervon genug hatten, wurden uns die Beine müde und wir fuhren mit dem Auto durch verschiedene Städtchen. Also eigentlich nur planlos durch die Gegend. Aber so lernte ich das quasi deutsche Andratx kennen. Teure, riesige, imposante Fincas. Nein, eigentlich waren das schon kleine Dörfer für sich. Und die Pools erst… Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus und fragte mich zum wiederholten Male: WER HAT SOVIEL GELD?
Auf kurvigen, engen Straßen ging es bis nach Sant Elm. Hier gab es allerdings nicht viel zu sehen. Mit einem kurzen Blick auf die Dracheninsel wendeten wir und machten uns zurück auf den Weg nach Platja de Palma.
Vorher ging es aber noch durch Palma, wo ich zum ersten Mal einen Blick auf diese große Stadt mit der schicken Cathedrale und dem übergroßen Hafen (und überübergroßen Schiffen) werfen konnte.

Liebe
x Zum ersten Mal spanische Sätze verstehen.
x Malerische Postkartenbuchten besuchen.
x Einem Künstler beim Malen zuzusehen.

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8 Kommentare

  1. Mallorca steht definitv auch noch auf meiner „Möchte ich irgendwann mal bereisen“-Liste und ich find es schade, dass es oftmals nur auf den Ballermann reduziert wird, wo es doch anscheinend so viel mehr zu entdecken gibt!

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    • Anfangs war ich auch etwas skeptisch gegenüber dieser Reise- allerdings nicht wegen des Ballermanns, mir war da schon vorher bewusst, dass es auch schönes, einzigartiges dort zu entdecken gibt. Aber doch irgendwie, weil ich mich so an die nordischen Länder gewöhnt hatte, das mir der Süden schon fast fremd erschien.

      Meine Skepsis war unbegründet. Ich hoffe du schaffst es, viele Orte deiner Liste abzuhaken und wenn Mallorca darunter ist, würde ich mich freuen, deine Meinung darüber zu hören. 🙂

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  2. Von Puerto-de-Soller mit der Bimmelbahn durch Apfelsinenhaine nach Soller zu fahren, ist auch ein tolles Erlebnis.
    Wir waren im Frühsommer dort, und erlebten das alljährliche Piratenfest. Da schießen die mit echten Büchsen 😉
    Vielleicht blogge ich mal ein paar Bilder.
    Anscheinend hat Dir dann Mallorca doch ganz gut gefallen. Das freut mich für Dich ! 🙂

    LG
    Bärlinerin

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    • In Gedanken fahre ich gerade diesen Weg ab. Die Straßenbahn habe ich auch zu Gesicht bekommen, den „roten Blitz“ leider nicht. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man da auf jeden Fall mal mitgefahren sein muss und das es dir gefallen hat. Gerade im Frühsommer, wenn alles blüt und grünt!
      Und das Piratenfest, manno mann. Da bin ich schon ein bisschen neidische drauf. 😉 Ich würde mich freuen Bilder davon zu sehen!

      Wie lange ward ihr denn auf der schönen Insel?

      Viele, liebe Grüße
      Ines

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  3. Hallo Ines !

    Anscheinend habt Ihr ja die ganze Insel gesehen 😉
    Wir waren auch viel unterwegs, aber eher zu Fuß, weil hinter unserem Hotel gleich die Berge mit den tollen Olivenhainen anfingen *schwärm*
    Meine Mallorca-Bilder sind leider nicht digital, und so muß ich sie erst einscannen … Aber das steht nun auch auf meiner „Noch-zu-bloggen-Liste“, die immer länger wird 😉

    Mallorca ist wunderschön – fernab des Ballermanns,
    da gebe ich Dir Recht !

    Liebe Grüße
    aus Berlin – auch bei 14 Grad nicht gerade winterlich

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    • Liebe Baerlinerin,

      wir sind wirklich sehr viel rumgekommen! (Hauptsächlich auch, weil wir ja nicht wirklich Strandwetter hatten, abgesehen davon liegen wir auch keine 10 Tage am Strand rum :P)
      Zu Fuß lohnt sich das ganze aber auch. Ich sehe die Olivenhaine fast vor mir. Ganz knorrig und alt.

      Hoffentlich kannst du dich mit den 14 Grad warmen Wetter arrangieren. (:
      Liebe Grüße nach Berlin.

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