Maybe one day you’ll understand why.

Die Abhängigkeit vom geliebten Smartphone ist weit verbreitet. Die Leute sind vernetzt, ständig im Kontakt mit Freunden und Bekannten. Bloß nichts verpassen, man könnte ja übergangen werden.
Wenn mein Handy plötzlich nicht mehr da wäre, würde ich es auch vermissen. Daran besteht kein Zweifel und das möchte ich auch gar nicht leugnen. Aber aus anderen Gründen, als die anderen es tun würden.
Ich würde mich ärgern, weil es so teuer war und in vielen Situationen tatsächlich mein treuer Begleiter. Am meisten würde es mir fehlen, wenn ich Musik hören wollen würde. Dazu nutze ich es nämlich überwiegend.
Viele denken, dass ich oft auf mein Handy schaue, um Nachrichten zu checken, aber eigentlich schaue ich nur nach der Uhrzeit, weil ich bedauerlicherweise nicht einmal eine Armbanduhr besitze.

Die anderen vermissen es, weil sie ihren kompletten Terminplaner abgespeichert haben und sich morgen damit wecken lassen. Vielleicht bin ich da etwas altmodisch, aber ich schleppe lieber meinen kleinen Taschenkalender aus Papier mit mir herum. Außerdem liebe ich es, wenn ich morgens aufwache und Lieder höre, die aus dem Radio kommen. Manchmal ist das auch etwas nervig, das gebe ich zu. Vor allem, wenn man den ganzen Tag einen Ohrwurm von den Liedern hat, die man eigentlich gar nicht leiden kann. Aber das gehört dazu.

Ich glaube, ich würde mein Smartphone nicht vermissen, nur weil ich dann nicht mehr mit anderen vernetzt wäre. Mein Gefühl sagt mir, dass mich im Moment eh niemand erreichen will. Zumindest nicht von den Personen, von denen ich es mir wünschen würde. Sie sind beschäftigt mit ihrem Leben, unter Bergen von Unikram. Hinzu kommt, dass ich sie alle verschrecke. Weil auch ich unter solch einem Berg begraben bin, aber nicht so lässig und locker damit umgehen kann, wie andere es tun.

Und es ist so, wie es immer wieder gesagt wird. Es gibt Leute (ja, ich bin auch unter diesen Leuten), die haben dieses einzige Problem. Ein Problem was reicht: Egal, was sie anfassen- es geht schief.
So hoffe ich, dass Mike Rosenberg recht hat, mit seinen Worten:
„Maybe one day you’ll understand why everything you touch surley dies.“

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4 Kommentare

  1. Ich sage es ehrlich, liebe Ines: An einem Smartphone liegt mir gar nichts. Es zu bedienen wäre ich zu dämlich (wenn ich so sehe, wie mein Bübchen und meine Frau damit hantieren, sitze ich staunend dabei wie ein kleines Jungchen…), und um damit im Internet zu surfen, wäre es mir zu klein, zu fipselig.

    Ein Mobiltelefon habe ich zwar, ein Fossil(!), und das ist mir inzwischen auch nicht mehr ganz unwichtig, aber ich tue alles, zu vermeiden „ständig erreichbar“ zu sein. – Es ist ein Prepaidkartenhandy und ich habe ihm aber, das ist nun schon mehr als zwei Jahre her, als ich zu bloggen begann, sogar mal eine eigene Tagebuchseite gewidmet – hier: http://schweitzer.blog.de/2011/09/27/tagebuchseite-11928264/

    Natürlich ist es mir auch wichtig, Kontakt zu bestimmten Menschen zu haben und zu behalten. Und ich hoffe, dass mir das auch halbwegs gelingt. Denn ich weiß inzwischen, dass diese Menschen sich ebenfalls freuen, wenn sie zum Beispiel einfach mal zwischendurch spüren, dass jemand an sie denkt, ihnen moralisch zur Seite steht.

    Es tut mir weh, mir vorzustellen, dass sie so empfinden müssten wie Du:

    *Mein Gefühl sagt mir, dass mich im Moment eh niemand erreichen will.*

    Ich weiß nicht, ob es Dir hilft, aber ich erreiche Dich sehr gern, weil ich Dich mittlerweile als Mneschenkind, das Du bist, sehr schätze (wie Du weißt) und weil ich auch das von Dir längst weiß:

    *Hinzu kommt, dass ich sie alle verschrecke. Weil auch ich unter solch einem Berg begraben bin, aber nicht so lässig und locker damit umgehen kann, wie andere es tun.*

    Freilich würde ich das mit dem „verschrecken“ nicht so sehen – vielleicht aber deshalb, weil ich das mit dem „nicht so locker und lässig“ sein können, von mir nur allzu gut kenne, und daher einzuschätzen vermag, dass dahinter keinerlei Absicht steht, sondern dass es einen schon am meisten selbst plagt, dass man immer wieder so begraben ist.

    Du hast mir mal ein Wölkchen geschenkt, welches ich seither ständig mit mir trage. – Wenn ich Dir etwas schenken würde, was mir besonders gefällt, wäre es eine Kornblume (die liebe ich sehr!). Leider blühen die nun gerade nicht. Aber ich würde mich freuen, wenn Du eine virtuelle von mir annehmen würdest und Du sie in Gedanken vor allem immer dann anschaust, wenn Du Dir besonders „begraben“ vorkommst.

    MICH verschreckst Du nicht, nur weil es Dir schwer ist, manchen Berg zu bewältigen. Im Gegenteil: ich wünsche Dir um so mehr von Herzen alles Gute, wünsche mir, dass Du spürst, dass jemand stets ganz aufrichtig gute Gedanken für Dich auf die Reise schickt.

    Liebe Grüße, Ines!

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    • Ich gebe dir da ganz Recht. Den meisten Schnickschnack, was das Smartphone so zu bieten hat, wird eigentlich nicht gebraucht. Am dämlichsten finde ich noch immer die Sprachsteuerung. Mir kommt’s dann vor, als wären all die Menschen zu faul selbst eine SMS zu schreiben.

      Danke für deine – wieder einmal- wundervollen und aufmunternden Worte. Die Kornblume nehme ich sehr, sehr gerne an. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit, leuchtet das Blau so schön. Ich kann sehr gut verstehen, dass dies einer deiner Lieblingsblumen ist. Wann immer ich daran denke, ist es für mich mit Urlaub und Freiheit verbunden. Mit dem Fahrrad an den Feldern vorbei und im Augenwinkel ein Meer aus blauen Blumen. (Oh ja, ich vermisse den Sommer jetzt schon etwas.)

      Viele liebe Grüße und ein dickes DANKE an dich!

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