Wunschjägerin.

Sterne am Himmel. Keine Ruhe zum Schlafen. Die Welt dreht sich weiter. Sie wirbelt und wirbelt und wirbelt und wirbelt. Wieso wirbelt sie so? Wieso läuft die Zeit so schnell dahin? Wohin rennt sie? Vor wem läuft sie davon?

Alles kommt auf einmal, wie immer. Wenn der Dominoeffekt erst einmal ausgelöst ist, dann scheint es, als reihten sich die Probleme aneinander. Sie stehen Schlange. Sie klopfen an meine Tür. Und ich lasse sie rein. Denn Widerstand wäre zwecklos.

Du stehst in vorderster Reihe. Hast dich als größtes Problem nach vorne gedrängelt. Egal wie klein ich dich zusammenfalte; egal wie platt ich dich mache; egal wie gut ich dich versuche vor mir selbst zu verstecken: Du kommst immer wieder, du bist immer präsent.
Ich habe dich versucht von meinem Herzen zu lösen. Doch ich bekomme dich nicht ab. Du bist wie ein Sticker dessen Klebstoff nur mit Wärme zu lösen ist. Wo soll ich die Wärme hernehmen, wenn du mir keine gibst? Alles andere verwandelt sich in Nordwinde.

Es sind Wünsche die in meinem Kopf spuken. Nicht nur um Mitternacht. Jede Sekunde ist eine Geisterstunde. Ich halte mein Kleid auf wie Sterntaler und sammle die herabrieselnden Wünsche auf. Doch was soll ich tun, mit all den Träumen? Viele gehen in Erfüllung. Sie landen zart auf meiner Haut. Und ich stelle mir vor, wie ich das Glitzern auf deiner Haut wiederentdecke. Wie deine Augen erneut leuchten. Wie deine Lippen jetzt schmecken.

Und dann renne ich. Renne vor mir selbst davon. Kann mich diesen Wünschen nicht stellen, das Warten nicht ertragen. Und dann ist da die Angst. Die Angst für immer zu warten. Ganz umsonst.

Ich verstehe nichts von Liebe. Das wird mir immer wieder klar.
Ich verstehe nicht, wie Menschen zusammenfinden. Wie sie zusammenbleiben.
Wie sie sich lieben. Wie sie sich streiten. Wie sie sich versöhnen. Wie sie ihre Beziehung führen.

Vielleicht habe ich auch kein Vertrauen mehr in die Liebe, weil sie mich enttäuscht hat.
Die wahre, die große Liebe existiert für mich genauso wenig wie Aliens es tun.
Sie holt mich nirgends ab, obwohl ich warte. An einem kleinen, dunklem, kalten Bahnhof namens Hoffnungslos, stehe ich nun seit Jahren. Vielleicht ist dieser Zug auch schon längst abgefahren.

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12 Gedanken zu “Wunschjägerin.

  1. Meine liebste,

    wie kannst du davon schreiben von Liebe keine Ahnung zu haben wenn du so viele Leute verkuppelst und glücklich machst? wenn die Liebe dein Job is?
    Du verstehst die Liebe auf deine ganz eigene, besondere Art…du versuchst sie nur zu lernen als wäre es ein Pflichtmodul in der Uni.
    Ich glaube aber das geht nich, weil Liebe ein hinterhältiges unlogisch ding is, was wunderbar is wenn es uns besucht.
    Die Liebe ist glaub ich Chamäleon was jedes mal anders ist in der Erscheinung.
    Versuche es mit dem Leiterprinzip. Immer ein Stück mehr. Verliebe dich in die Kleinigkeiten und steiger dich dann.
    Was dein „zug“ betrifft mache das selbe, suche Dinge die dich stören JEDES mal wenn du mit Gedanken überrannt wirst versuch an eine schlechte Eigenshaft zu denken. Und die gibt es, dass wurde letztens deutlich!
    Liiiebe ❤

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    • Korrektur: Ich habe keine Ahnung von der eigenen Liebe. Die der anderen glaube ich zu verstehen. Manche Leute brauchen nämlich nur einen großen Schupser in die richtige Richtung, um zu merken zu wem sie gehören. 🙂

      Die Liebe macht Narren aus uns allen und meistens ist sie gar nicht so schön, wie viele behaupten.
      In Kleinigkeiten bin ich verliebt, daran gibt es keine Zweifel. Aber es sind die Kleinigkeiten des Lebens und nicht seine.
      Negative Eigentschaften finde ich. Es gibt nicht viele und mindestens doppelt so viele positive. Deswegen brauche ich da wohl eine andere Methode. 😦

      Danke, meine Liebste. ❤

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  2. Liebe ist nicht zu „verstehen“.

    Versuche nur nicht, die perfekte Liebe zu finden, denn die gibt es nicht. Und es gibt auch nicht nur „die eine“ Liebe. Es gibt mehrere, unter denen Du Dich irgendwann für eine entscheiden musst, wenn Du es denn willst.

    Im Wissen, dass Du damit viel haben wirst, aber nie alles. Alles hat man nie. Und jede Liebe ist immer auch ein Kompromiss. Das ist so, muss so sein, weil kein Mensch vollkommen ist.

    Es gibt also mehrere Züge, liebe Ines. Einer mag abgefahren sein, aber der Bahnhof, der Herz heißt, hat weiterhin geöffnet.

    Dein Herz! Das spürt man zwischen Deinen Zeilen.

    Es besteht noch viel Hoffnung und kein Grund ganz verzweifelt zu sein.

    Wenn Du wüsstest, wie spät ich meine Liebe gefunden habe …

    Einen besonders lieben Gruß an Dich!

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    • Bemerkt habe ich das auch schon, dass die Liebe so unerforscht ist, so unverständlich wie das Universum. (Für mich ist es das zumindest.)
      Um zu lieben und geliebt zu werden, muss man die Liebe wohl nicht verstehen. Aber bis ich das verstanden habe, wird noch einige Zeit vergehen.

      Vielleicht werde ich diesen dunklen, schäbigen Bahnhof irgendwann verlassen und zu einem wechseln, auf dem noch reger Betrieb herrscht. Verzweifeln werde ich nicht. Das ist nicht meine Art. Auch wenn ich sturköpfig bin und mich in Dingen verrenne. Das zumindest kann ich nämlich gut.

      Danke sehr und liebe Grüße zurück,
      Ines

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      • *Um zu lieben und geliebt zu werden, muss man die Liebe wohl nicht verstehen. Aber bis ich das verstanden habe, wird noch einige Zeit vergehen.*

        Das ist allerliebst – ich musste schmunzeln.

        (Ich sammle Aphorismen, von überall her, sie landen in handgeschriebenen Büchlein, die ich schon seit Jahren führe. Dieser Satz da oben hat das Zeug, darin zu landen! 🙂 )

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      • Wirklich gerührt bin ich nun.
        Und dabei ist es auch noch die Wahrheit.
        Ich freu mich, dass meine Worte jemand so würdigt. Meine dahingesagten / geschriebenen Worte. 🙂

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  3. Ich kann zwar mit jeder Faser nachvollziehen, warum du den Glauben an die Liebe verloren hast, aber du solltest vielleicht noch nicht aufgeben. Ich bin der Meinung, dass es irgendwo da draußen für jeden von uns einen Menschen gibt, von dem wir vorher gar nicht vermuten, dass wir ihn zum Leben brauchen. Jeder mag die Liebe anders empfinden und du magst vielleicht enttäuscht von ihr sein, weil du diese eine Person noch nicht gefunden hast – der übrigens nicht dein Partner sein muss, sondern auch die allerbeste Freundin oder das geliebte Haustier sein kann – doch ich glaube daran, dass auch du sie eines Tages findest. 🙂

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    • Vielen dank für deine aufmunternden Worte. 🙂

      Aufgeben werde ich ganz bestimmt noch nicht. Und ich bin da ganz deiner Meinung: Irgendwo wird es ihn schon geben, und irgendwann wird man sich begegnen. Die Liebe wartet quasi an jeder Ecke. Es fehlt nur das geschulte Auge um sie zu entdecken. 🙂

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      • So lob ich mir das doch! Immer schon positiv bleiben 🙂
        Aber wie gesagt: Ich kann ungemein nachvollziehen, wie du dich fühlst. Bis vor drei Jahren ging es mir ganz ähnlich und ich wünsche einfach jedem, dass er die eine Person trifft und glücklich wird.

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